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Kiss

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Kiss

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Dienstag, 20. November 2012, 13:55

Du hast vorhin einfach in den Raum geworfen:

"Stachelhalsbänder sind in Deutschland nicht verboten" - ohne das du selber dazu Stellung bezogen hättest- entschuldige vielmals, wenn ich daraus dann falsche Schlüsse gezogen habe. ?(


Ich will damit sagen, dass dies nicht in jedem Land als tierschutzwidrig angesehen wird.

Meine persönliche Meinung ist, dass man einen Hund auch am normalen Halsband traktieren kann, wenn man das will, dazu benötigt man keinen Stachler. Sind jetzt alle Leute, welche den Hund am Halsband führen Tierquäler?

Ina

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Hunde: Ina, Mali, *2011

Verein: Private Trainingsgruppe, DRK, KV Embrach

Hundesport: BH, Rettungshund

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23

Dienstag, 20. November 2012, 13:58

@ Kiss: :dieter:

Panouk

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24

Dienstag, 20. November 2012, 14:10

Nun unser Quanto wurde als Schutzhund in den achziger Jahren ausgebildet. Es wurde weder Stachler noch Stromreizgeräte dazu eingesetzt. Es gab damals schon Hundeführer/In die keine solchen Mittel benutzten.

Er hat seine Prüfungen in Deutschland bestanden und wurde auch hauptsächlich dort trainiert. Ich denke, dass nicht jeder Hund und Hundeführer für diese Sportart geeignet ist und sie trotzdem in die Ausbildung gehen. Zuviele Hundeführer haben auch die Geduld nicht oder ihr Zeitfenster für eine solide Schutzhundeausbildung ist viel zu klein. Für diese wäre es sinnvoller sie würden den Anlagen des Hundes und den eigenen entsprechend eine passende Tätigkeit ausüben.

Einen ausgeglicheneren Hund wie unseren Quanto konnte man weit suchen. Es wollten einige Zöllner unseren Hund abkaufen, welche ihn beim Arbeiten kannten :ugly: . Dieser hochsensible Hund war einfach für alles zu gebrauchen in den richtigen Händen. Er durfte allerdings auch mit guten Helfern arbeiten, einer davon führte seinen Hund selber im Mondio, und unser Quanto wurde sorgfälltig aufgebaut.

Unser "Schutzhund" begleitete mich sehr oft zur Arbeit in einem Schulheim mit lernschwachen Kindern. Er war ausserdem absolut alltagtauglich und wir konnten ihn überall mitnehmen, auch im grössten Gedränge.


Sage es mir, und ich werde es vergessen; Zeige es mir, und ich werde mich daran erinnern; Beteilige mich und ich werde es verstehen!!! (lao tse)

arikea

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Hunde: Blaze, Malinois, *2010; Maira, Malinois, *2013

Verein: SKG Davos

Hundesport: SanH

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Dienstag, 20. November 2012, 14:12

Jeder Sport, egal ob für Hund oder Mensch, wird mit Regeln definiert. Was geleistet werden muss und wie der Weg dorthin ist. Was für Hilfsmittel erlaubt sind und was für Trainingsmethoden nicht erlaubt sind.

Sehr (falsch) ergeizige Menschen, neigen dazu, immer und überall ein Schlupfloch zu finden und Mittel einzusetzten, die noch nicht verboten sind, oder einfach geduldet. Oder versucht diese Mittel heimlich einzusetzen.

Das ist regelwidrig.

Und ich behaupte, in jeder Sportart gibt es solche Menschen mit solchen "Mitteln"

Genauso kann man aber mit einem Übermass an legalen Mitteln Schaden anrichten. Oder mit Psychischem Druck. Oder mit Ignoranz. Oder Unwissenheit.

Wie schon öfters hier geschrieben wurde: Schwarze Schafe gibt es überall. Auch in jedem Hundesport.
As liabs Grüassli Arikea

Nora

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Hunde: Anti, SWH x DSH, *2010 & Ixy, Mal, *2011

Verein: SC OG Winterthur

Hundesport: BH, Trickseln

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26

Dienstag, 20. November 2012, 14:12

Eines der wichtigsten Videos (für mich) zu diesem Thema:



Was viele Leute überhaupt nicht erkennen, ist, dass es dem Hund NICHT um die Person geht - es geht um den Beissarm oder auch den Anzug. Ein ordentlich ausgebildeter Hund interessiert sich überhaupt nicht für den Menschen, er hat gelernt zu bellen, er hat gelernt, dort zu packen, wo das Ding des Begehrens ist und er hat explizit gelernt, dass jedes andere Verhalten NICHT in Ordnung ist.

Wie viele Leute hier bringen ihren Hunden in welcher Form auch immer Impulskontrolle bei? Legen ihnen Leckerli auf die Nase? Werfen ein Spielzeug, dass der Hund aber erst auf Befehl holen darf? Wie viele Hunde hier entscheiden tagtäglich in Millisekunden, ob der Ankömmling das Herrchen ist, das von der Arbeit kommt, oder vielleicht doch ein Fremder, der eine Bedrohung sein könnte? Wer zergelt mit seinem Hund, der dafür auch sein Gebiss einsetzen muss? Lässt ihn nach Leckerli schnappen? Lässt ihn apportieren oder gar mit dem Spielzeug stolz davonwackeln? Schon mal so getan, als würde man dem Hund das Spielzeug wegnehmen und gelacht, wenn er versucht, das spielerisch zu verhindern?

Das Gebiss ist Teil des Hundes - er nutzt es in vielen Alltagssituationen und wie in allen Situationen lernt er auch im Sport, es einzusetzen, wie es gewünscht oder sinnvoll ist. Einen Teil der Hunde, die in Orpund teilgenommen haben, habe ich danach im Publikum gesehen - sie sind freundliche und ausgeglichene Hunde, deren Halter ganz offensichtlich nicht die geringste Sorge hatten, dass ihr Hund aufgrund seiner Beisserfahrung aggressiv sein könnte - ganz im Gegenteil. Es waren alles sehr entspannte Teams (vor allem nach der Prüfung).

In jedem Sport gibt es schwarze Schafe - das wissen wir alle: Egal, ob der Skandal im Zughundesport vor einigen Monaten, was in einigen Ländern mit jenen Rennhunden passiert, die nicht schnell genug sind, das massive und ungesunde Stresslevel, das bei falsch aufgebauten Hunden im Agi auftreten kann... Wer einen Sport betreibt ist selbst dafür verantwortlich, dass er seinem Hund Gutes tut und dass er als gutes Beispiel für andere dastehen kann. In vielen Fällen erwarte ich gerade unter den SD-Hunden die wenigsten tickenden Zeitbomben, denn normalerweise wurden diese Hunde unter Anleitung trainiert und nicht im Garten nonstop provoziert.

Heute ist es üblich, dass der SD-Hund - genau wie im Rennsport, glaube ich - über den Beutetrieb trainiert wird... und nicht über den Wehrtrieb. Richter achten, soweit ich weiss, auch auf die positive Grundeinstellung des Hundes. Auch die Sportarten, deren Bestandteil der Schutzdienst ist, entwickeln sich und gehen mit der Zeit - das darf man nicht vergessen und sollte sich nicht dazu verleiten lassen, alles und jeden in einen Topf zu werfen. Und wer noch nicht versucht hat, einen DSH oder Mali, der im Trieb steht, zu führen, der sollte auch davon absehen, sich vorschnell ein Urteil über Führung und Training zu erlauben - der Charakter einer Rasse oder eines Individuums ist ein nicht zu unterschätzender Teil des Trainings. (s. das Video von dem 13jährigen, das Kiss gepostet hat - da wäre so mancher Hund direkt in Ohnmacht gefallen... :D )

Und... die einzigen Male, als mich Anti getackert hat oder versehentlich in die Hand gebissen hat, waren während der UO-Übungen... Weil ich ihn dort per Beisswurst auf ein relativ hohes Trieblevel gepusht habe, damit er 'schön' läuft. Aber deswegen an BH und Obedience zu zweifeln, käme sicher keinem in den Sinn. ;)

Silvie

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Dienstag, 20. November 2012, 14:45

Ich habe nie behauptet das immer und überall mit negativen Druck gearbeitet wird (kann ich gar nicht beurteilen, hab das noch nie live gesehen), ich wollte nur von Menschen die aktiv in diesem Sport sind hören das es auch anders geht ;)

Ich kenne einen "pensionierten" Diensthund, hab selten einen so verschmusten "Schosshund" gesehen- also das alle Hunde aus dieser Sparte irgendwie irre oder Aggro sind, ist natürlich Unsinn.

@Kiss: das man einen Hund mit einem "normalen" Halsband ebenfalls Schmerzen oder Unbehagen zufügen kann, ist mir klar... ich bekomme auch die absolute Krise, wenn ich sehe das jemand seinen Hund mit einem Halsband an den Start führt- ein NO GO!

Danish

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Freitag, 23. Mai 2014, 10:13

Ich würde das Thema gerne nochmals aufgreifen, weil ich ja jetzt doch seit einiger Zeit aktiv in das Mondio-Training einblicke und daneben (naja, "nebenbei" ist es bei uns ja nicht.... *gg*) noch dienstlich trainiere!

1. Heute wird in der Schweiz kaum mehr mit illegalen Mitteln gearbeitet. Warum? Klar, es ist verboten - aber hej, wir alle fahren ja auch mal zu schnell, obwohl es verboten ist. Der Grund liegt darin, dass heute eine Generation Hundesportler herangewachsen ist und auf den Plätzen langsam das Sagen hat, die mit positiver Verstärkung etc. gross geworden sind. Man hat gemerkt, dass es durchaus möglich ist, einem Hund die Abgebrochene positiv zu lernen. Und den allermeisten Hundesportlern macht es SPASS, den Hund so zu arbeiten.

2. Mondioring ist BEUTE-Arbeit. Das hat nichts mit Menschen beissen, aggressiv machen oder gar Beissmaschinen zu tun. Im Gegenteil! Gerade im Mondio wird der Hund durch die Helfer extrem "in Versuchung" gebracht. Und über den Gehorsam ist der Hund trotz "flüchtender Beeute", fliegenden Bällen, schreienden Menschen, herumfuchtelnden Betrunkenen, stockschwingenden Aggressoren in der Lage, auf das Kdo des Hundeführers zu warten und NUR DANN denjenigen, der im Costume steckt zu packen.

Gerade an Mondioring-Prüfungen sieht man, wie hoch die Ablenkung ist. Da laufen während der Prüfung (die je nach Stufe zwischen 20 - 45 Minuten am Stück dauert) nebst den beiden Helfern auch ganz viele zivile Personen herum. Richter, Richterhelfer, Adjudanten etc. etc. Oft hat es 5 oder mehr Personen, die zwischen Hund und Helfer stehen, herum laufen, Hindernisse verschieben, dem Hundeführer zeigen, was er wo machen muss..... Und kein Mondio-Hund käme auch nur ansatzweise auf die Idee, einen dieser Menschen zu beschnuffeln - geschweige denn zu beissen!

3. Die abgebrochene Flucht kommt ja erst im Mondio 3. Bis dahin wird der Hund dazu gebracht, auf Pfiff in jeder Situation zum Hundeführer zurück zu kommen. Wenn es im Alltag und aus Spielsituationen klappt, fängt man an, neben dem Hund (während der Beissphase) zu stehen, zeigt ihm seitlich die BW und pfeifft - und spielt mit ihm ausgelassen, wenn er aus lässt und die BW nimmt. So macht man immer mehr Distanz zum Hund, dass dieser schlussendlich auch auf 20 oder mehr Meter auf Pfiff den Helfer los lässt und zum Hundeführer zurück rennt.

Wenn ein Hund vorne "kämpft" (ernsthaft), dann lässt der auf Pfiff nicht los. Da es aber ein Beutekampfspiel ist, hat selten ein normal gelagerter Hund mit dem Auslassen ein Problem. Und wenn, dann muss man halt die einzelnen Schritte länger festigen.

Bei Magic sehe ich ganz extrem den Unterschied zwischen Mondioring und Dienst. Im Mondioring ist er locker drauf, hat Spass am Kampf mit dem Helfer. Im Dienst hat er bereits heute eine grosse Ernsthaftigkeit. Da bringe aber ICH absichtlich ganz andere Emotionen rein. :) - Andere Geschichte! *gg*

Also - als Beruhigung für alle, die da skeptisch sind:

- Mondioring ist BEUTE-Arbeit
- Mondioring ist KEINE Zivil-Arbeit
- Im Mondioring wird heute (bis auf ein paar Ausnahmen, die man wohl nie ganz ausmerzen kann) zumindest in der Schweiz nicht mit illegalen Mitteln gearbeitet.
- Auch im Mondioring ist die positive Verstärkung angekommen. Und zwar seit Jahren! :)

Duffy

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Hunde: Bibu, Russel, Duffy, Conti, Jazz, DP

Verein: HSV Ettenheim, Merlindogs Altdorf

Hundesport: Mantrail, Tricksen, UO

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29

Freitag, 23. Mai 2014, 10:19

Danke Danish....ich war schon vorher Fan der Sportart....nächster Hund dann.... :D
http://www.hundesitter-ortenau.de/

Mein kleiner Hundesitterdienst :)