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sewellia

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Donnerstag, 20. Juni 2013, 15:10

Soweit die Pfoten tragen... EIfelsteig 2011

2011 hat ein Arbeitskollege alle männlichen Kollegen eingeladen, auf dem Grundstück seines Brudes in der Eifel ein Augustwochenende zu verbringen. Angeln, Grillen und Sauf... äh... Schwimmen und so... ;)

Das Grundstück liegt genau an der Klostermauer der Abtei Himmerod. Da ich ohnehin ne Wandertour machen wollte und der Termin in meinem Urlaub lag, hab ich mal nachgeschaut, wo dieses Kloster denn genau liegt und was es in der Nähe so gibt. Und siehe da: der Eifelsteig führt genau daran vorbei. Eigentlich geht die Route von Nord nach Süd (Aachen bis Trier)-über stattliche 313 km. Vom Saarland aus hab ich dann aber in umgekehrter Richtung ab Trier die 3 Tagesetappen bis zum Kloster (etwa 70km) erwandert. Die Fete sollte an einem Freitag steigen und wir wollten bis Sonntag dort campen. Meine Frau hat mich dann Mittwoch früh nach Trier gefahren. Ganz uneigennützig... um dann dort mit der Schwiegermutter zu shoppen und essen zu gehen.

Tag 1: Wir (Snoopy und ich) also mittwochs um 9 Uhr in Trier losmarschiert. Schon gleich die ersten Kilometer gehen steil bergan. Oben wird man dann aber mit einer schönen Aussicht über Trier und Mosel belohnt.


Aber die Aussicht gerät komplett ins Hintertreffen ob des Terriers vorne.


Nach einigen km gings wieder bergab, dann durch einen kleinen Ort, nur um dort eine unendlich steile, lange und gefährlich verrotete, enge und dunkle Treppe wieder nach oben zu kraxxeln. Weiter bergauf, irgendwann erreicht man dann die Genovevahöhle. Hier ein Blick aus der Höhle:



Die "Pützlöcher", ein römisches Kupferbergwerk mit über 20 m tiefen Löchern.





Es war übrigens heiß an diesem Tag. Sauheiß. Morgens schon geradezu tropische Temperaturen und ne Luftfeuchtigkeit von viel zu viel! Aber wir waren fit und haben in den Wochen vorher schon täglich mindestens 10, mehrmals die Woche 20 km gemacht. Die 3 Liter Wasservorrat hielten nicht mal bis mittags. Zum Glück gibts auf dem Eifelsteig keine langen trockenen Abschnitte. Nach einem weiteren langen Abstieg und dem darauf folgenden steilen Anstieg habe ich unsere Wasserflaschen im Butzerbachtal zum ersten mal wieder aufgefüllt. Sehr empfehlenswert zu laufen, dieses Tal. Die haben dort Hängebrücken und Stege reingebaut, damit man überhaupt trockenen Fußes laufen kann. Extrem ramontische Landschaft. Zwischendurch gab es eine kleine Himmelsleiter. Die Hängebrücken waren kein Problem für den Terrier, die Himmelsleiter hab ich ihn einfach selbst seinen Weg suchen lassen. War ja kein doofer. Für ungeschicktere oder ängstliche Hunde gibt es eine Umleitung.

Ach ja: empfehlen kann ich diesen Wanderführer für Interessierte. Die Autorin hat den Eifelsteig mit 2 großen Hunden erwandert und demzufolge ist das Ding voller Tipps für hundegeeignete Wege, Wassermanagement und hundefreundliche Unterkünfte.







Am frühen Nachmittag erreichten wir Kordel, eigentlich das Etappenziel. Die ersten anstrengenden 18 km waren geschafft. Wir sind aber noch ein Stück weiter. Die nächste Etappe hat nämlich über 28 km und davon wollte ich noch einiges schaffen. Der Eifelsteig führt nach Kordel durchs Kylltal. Aufgrund Querelen der Regionalregierung mit dem Landbesitzer dort leider genau _durch_ das Kylltal. Und zwar über einen breiten, komplett asphaltierten und ebenen, fast schnurgeraden Fahrradweg! Nicht mein Ding. Zum Glück wurde in unserem Wanderführer eine Alternative beschrieben, bei der man dieses sehr schöne und breite Tal dann auch von oben sehen konnte... natürlich erkauft durch einen wirklich extrem steilen und sehr langen Aufstieg über einen Trampelpfad... lang und steil... und eng... und lang... und länger... und steil... sehr steil... 32 Grad im Schatten... zum Glück geht ein bißchen Wind hier oben... "ob noch ein Zug fährt heute vom Kordeler Bahnhof zurück Richtung Saarbrücken?". Jetzt war der Punkt erreicht, an dem man sich fragt, warum man das macht. Die Antwort erhält man dann oben:







Meine Fotos sind nicht angemessen... im Web sind schönere zu finden. In natura ist das echt der Hammer. À propos: Die Eisenbahnstrecke Trier-Gerolstein führt durchs Kyltal... sehr schön.

Dann wieder bergab... ins Kylltal, an einer alten Mühle überquert man den Bach und auf der anderen Seite geht es wieder bergauf... ;)





Jetzt wurde es richtig schwül und am Himmel zogen sich die Wolken zusammen, Wind kam auf... Zeit, das Nachtlager aufzuschlagen. Nach 28 km Tagesetappe in wirklich anstrengendem Gelände wurde es auch langsam Zeit. Hier hab ich nachgefragt, ob sie mich vielleicht irgendwo auf einem Acker campen lassen... "Nein." lautete die Antwort der schelmisch grinsenden Bäuerin... "gehense hinters Haus, im Garten ist es ruhiger, hier bellt unser Hund sonst nur". Später hat sie mir dann noch einen Eimer eiskaltes Wasser gebracht und 2 Flaschen Sprudel. "Morgen früh um 8 gibts Frühstück". Sehr genial! ;) In der Scheune hätt ich sonst auch übernachten können, aber aufgrund des Wetters haben die bis spät in die Nacht gearbeitet (sicher bis 1 oder halb 2, aber wir schliefen den Schlaf der Gerechten) und Getreide eingebracht in die Silos und so wollte sie mir das nicht anbieten.




sewellia

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Donnerstag, 20. Juni 2013, 15:11

Tag 2: Snoopy und ich waren aber um 8 Uhr aber schon einige Kilometer weiter... ;) Ich hab nen Fünfer als Dankeschön in den leeren Eimer getan und ihnen vor die Tür gestellt... so viel Herzlichkeit sollte nicht ganz unbelohnt bleiben.

Nach den vielen Eindrücken am ersten Tag war die zweite Wegstrecke etwas weniger aufregend bzw mit weniger Sehenswürdigkeiten. Weiterhin gab es viel Wald, Fernsichten und Wasser.


Der Eifelsteig besteht zu einem großen Anteil aus unbefestigten Wegen. Asphalt ist sehr selten außerhalb der vielen Ortschaften, die man durchwandert. Oft geht man auf Pfaden, die geschlungen die Berge auf und ab folgen. Deutlich anders als z.B. der Hermannsweg. Das ist ne Waldautobahn dagegen. Immer breit und geschottert. Das ist in der Eifel selten der Fall.



Hier haben wir unsere Mittagspause gemacht:



Eine Quelle, an der irgendein Verein Sitzmöglichkeiten installiert hat, sehr gepflegt. Rundum Hecken und Sträucher... wäre auch ein guter Lagerplatz gewesen.



Leider mußte ich meiner Gebieterin versprechen, die nächste Nacht in einer Pension zu verbringen. Die hat damals nämlich den Wetterbericht gehört und da war die Rede von "Gewitterfront aus Westen zieht über die Eifel" und eine Unwetterwarnung gab es auch. Also sind wir nur 18 km bis zum Örtchen Bruchgewandert. In der Burg war kein Zimmer mehr zu bekommen, die hatten eine Veranstaltung. Leider...



Hier hätte ich gern übernachtet. Aber die Besitzerin der kleinen Pension, in der wir dann untergekommen sind, war sehr nett. Und hat mir die ausgehandelten Extrakosten für die Hundeübernachtung am nächsten Tag erlassen "weil man den ja gar nicht wahrgenommen hat." Das war korrekt, einzig ihr Dackel hat die halbe Nacht gekläfft. ;>

Durch Bruch fließt die Salm. Bilderbuch-Szenen...







Der hier hatte einen Narren an Snoopy gefressen und ist uns -in sicherem Abstand- durch den ganzen Ort gefolgt:



Abendessen bei Mary... die ist hier ne Institution. Eigentlich hat sie Donnerstag Ruhetag. Meine Pensionswirtin hat sie aber mal eben angerufen und Bescheid gegeben, das da hungrige Wanderer bei ihr untergekommen sind... schwupps, war der Laden auf und es gab leckeren Salat und Grillsteaks. Dazu ein gutes Eifler Bier. Das ist übrigens alles an Ausrüstung, was man für 5 Tage draußen braucht... wenn man unterwegs Wasser und Essen einkaufen kann...



Tag 3: ... es ist nachts übrigens kein Tropfen Wasser gefallen! Das Unwetter zog an uns vorbei. Noch 24 km bis zum Ziel. Die schönste Strecke der letzten 3 Tage! Zunächst Weitsichten...



und dann gings wieder hinab ins Salmtal... dunkel, neblig, auf der einen Seite rauhe Felswand, auf der anderen Seite die Salm. Mal wild fließend, dann wieder ruhig und breit. Mal ist die nah am Weg, dann steigt der wieder an und man hat auf beiden Seiten eine Felswand... links hoch aufragend, rechts steil abfallend. Die Sonne blitzt dann und wann durchs Blattwerk. Sehr mystisch das! Oft sind die Fotos nichts geworden, weil es stellenweise wirklich sehr dunkel und neblig war.

















Gegen Mittag bei Landscheid... dunkel wirds, innerhalb 5 Minuten sind wir nass... und ne Stunde später wieder trocken.



hübscher Knabe am Wegesrand 1:



hübscher Knabe am Wegesrand 2, ähnlich stattliche Erscheinung:



hübscher Knabe am Wegesrand 3: Neuntöter, der uns zetternd und flatternd von seinem Nest fortgelockt hat. Hat doch tatsächlich einen gebrochenen Flügel simuliert und sich erst beruhigt, als wir weit genug von "seinem" Busch weg waren.



Nicht ganz so hübscher Knabe auf dem Weg... :bored:



Geschafft!

Gegen 16 Uhr am Freitag am Endziel, der Abtei Himmrod. 24 km für heute, 70 in 3 Tagen. Die ersten Kollegen waren bereits dort und haben kühle Getränke mitgebracht! Jetzt zur Belohnung 2 lange Abende mit Angeln, Räuchern, Grillen, Essen, Trinken, Schwimmen, Gesprächen, Gitarre und Lagerfeuer...









und Snoopy... der war mittendrin. Hat sich durchgefressen, ist von Schoß zu Schoß gewandert, zig Kinderhände zum Streicheln und war im Wasser, wann immer er wollte. Nach der ersten Nacht hab ich meinen Hund gesucht. Ich bin hundemüde früh unter die Plane gekrochen und hab beim Einschlafen bemerkt, das Snoopy nochmal zurück ans Lagerfeuer ist... da saßen ja noch Leute und es wurde gegessen. Morgens hab ich ihn dann gefunden... in einem Zelt zwischen zwei besoffenen Kameraden... im Gleichklang schnarchend. Er hat kurz den Kopf gehoben, ein Auge aufgemacht, mich erkannt, schnell mal gewedelt... und wieder weitergeschlafen. ;)

Hier guckt er doch ganz verträumt, oder?



Bevor wir zurück gefahren sind, haben wir noch ein Teilstück vom berühmten Lieserpfad gemacht. Um die 100 km voll zu machen... ;) Aber dazu wann anders...

Nora

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Donnerstag, 20. Juni 2013, 15:48

Aaach, ich bin neidisch! Nur die Fische... :lama: Aber der Rest klingt einfach genial...

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Donnerstag, 20. Juni 2013, 15:52

Gerne mehr davon. Du beschreibst total interessant und die Bilder dazu erledigen den Rest :)
Hundeschule und Fleecetaue

Nora

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Freitag, 21. Juni 2013, 08:53

Ich glaube, du musst von flacheren Routen schreiben, Andreas... Je bergiger es wird, desto geringer das Feedback. :D

Bones

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Freitag, 21. Juni 2013, 09:03

Ich glaube, du musst von flacheren Routen schreiben, Andreas... Je bergiger es wird, desto geringer das Feedback. :D


:D

Ich würde unheimlich gerne solche Touren machen aber ich würd wohl umkippen. Nehm mir schon seit anfang Jahr vor, den Schluchtenweg hier zu laufen aber ich weiss, dass gewisse Abschnitte steiler als steil sind. Umkehren wäre mir zu peinlich :D aber mal Gucken, Bones zieht ja so gern :lol:
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Magi

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Freitag, 21. Juni 2013, 09:12

Hab es auf dem Handy gelesen, deswegen kam da keine Reaktion. :P

Kann mich Bones nur anschliessen, dein Schreibstil liest sich sehr gut und ist super Unterhaltsam.
Was mich erstaunt, der Rucksack ist wirklich sehr klein und nicht mal voll gepackt. Was ist da so dabei?
Unterwäsche, Taschenmesser, Wasser, Handy und was?

Der Hundeshop rund um günstiges Zubehör...

Julliet

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Freitag, 21. Juni 2013, 09:27

Gerade erneut begeistert gelesen. Gut geschrieben und tolle Fotos danke.

ja das mit dem Rucksack würde mich ja auch interessieren, was hast du alles dabei?

Ich kenn mich, ich hätte zuviel unnötiges dabei und zuwenig das wirklich wichtig wäre. Ausserdem hätte ich immer das gefühl ich müsse verhungern und verdursten.

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sun

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Freitag, 21. Juni 2013, 10:00

:thumbsup: Ich lese deine Wanderberichte auch sehr gerne, gibt ja so schöne Flecke hier (Schweiz und Deutschland :D )!

Mich würde auch dein Gepäck interessieren, vor allem was du alles an Nahrungsmittel dabei hast, oder suchst du dir die Verpflegung unterwegs?
*Leif is life*

10

Freitag, 21. Juni 2013, 10:15

Auch hier wieder: Kompliment!
Du schreibst wirklich toll und ich lese deine Berichte sehr gerne :thumbsup:

sewellia

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Sonntag, 23. Juni 2013, 22:32

@ Nora: die Fische? Nunja... ich hab noch nie vorher geangelt. Ein Arbeitskollege, der das schon lange zum Hobby hat, hat mir das dann beigebracht. Ich hab dort also die erste Forelle meines Lebens geangelt, getötet und ausgenommen. Gehört dazu, wenn man essen will. ;) Und die Dinger waren echt genial! In nem kleinen, mobilen Ofen mit frischen Kräutern geräuchert. Dazu ein wenig Butter und frisches Eifler Brot (die haben eine tolle Backstube im Kloster) - ich hab nie zuvor was besseres gegessen. ^^ Aber Angeln allgemein... wird mir ohne Not nicht so schnell wieder passieren. Ist nix für mich. Vor allem nicht so, wie das an den meisten Angelweihern gehandhabt wird mit Aussetzen von Fischen und wieder rausangeln... da seh ich keinen Sinn drin. In nem Fluß stehen und wilde Forellen Fliegenfischen und zum Abendessen verspeisen-das könnt ich mir vorstellen

Snoopy hat gelebt, wie die Made im Speck oder der Spatz im Pferdsapfel ;) Alle Köpfe, Innereien und sonstige Reste sind im Terrier gelandet. Aufgrund seiner kriminellen Ader auch die Dinge, die ich nicht im Terrier haben wollte.

Zur Ausrüstung:

Mein Rucksack in der Eifel war mein normaler Tagesrucksack mit 28 Liter Inhalt. Der war schon proppevoll damals. Das Kühlsystem der Firma für mich auch ungeeignet... mir läuft die Brühe bei dem Ding am Rücken runter. Also hab ich das Teil mittlerweile gg was besseres ausgetauscht. Hier muß man aber wirklich ausprobieren. Der falsche Rucksack kann verdammt viel Spaß verderben. Der hierist es bei mir geworden, nachdem ich vieles ausprobiert und wieder zurück geschickt habe. Für mich sehr gut geeignet, kaum Komfort, was Sortierung und Aufbewahrung angeht (nur eine Kammer/keine Abteile, kaum Taschen nur von oben Zugriff), aber leicht und der Rücken ist bis auf die Auflagefläche am Steiß frei... luftig. Und doppelt so viel Platz wie mein Tagesrucksack. Den brauch ich nicht immer, aber das Teil kann man toll komprimieren und so die Last nah an den Mann bringen. Außerdem nur 1100 Gramm schwer.

- Tarp, 3x3 m. Das ist ne Plane mit Abspannpunkten, wie oben zu sehen. Wasser- und winddicht. Geht als Zeltersatz durch, hat aber natürlich keinen Mückenschutz. 600 Gramm plus Schnüre und Heringe. Ein Zelt wäre viel schwerer, dafür aber auch komfortabler.

- Schlafmatte: hier schlepp ich lieber etwas mehr mit mir rum, weil umbequem liegen versaut mir die Tour. Ich bin ja nicht grad der leichteste/schmälste/kleinste und hab die ein oder andere berufsbedingte Macke im Haltungsapparat ;) Also hab ich mich für eine 7 cm starke übergroße Matte (65 cm breit!) entschieden. Wiegt aber halt 1100 Gramm.

- Schlafsack. Damals in der Eifel einen ganz billigen vom Diskounter. Sehr dünn, aber im August ist das ok. Snoopy schlief immer irgendwo in der Nähe, der mochte es nicht zu warm. Mittlerweile hab ich einen Schlafsack, den man auch als Decke benutzen kann. Etwas schwerer/voluminöser, dafür dann aber auch im November oder im März noch kuschlig warm. Und im Sommer hat man eine kühle Decke. Der ist auch etwas größer, als ich ihn für mich alleine bräuchte... mein Luzietier ist ne Kontaktliegerin und liebt es, in das Ding reinzukrabbeln. Das geht mit den schmalen, anatomischen Sommerschlafsäcken nicht. Da hät ich dann Angst um den Hund, wenn ich mich drehe. :blush: Also auch hier mehr Gewicht für mehr Komfort. 1400 Gramm.

Das mein Zeug mittlerweile alles von einem Hersteller ist (ne schweizer Firma), ist Zufall. Ich hab mich bei jeder Anschaffung gut informiert und das für mich beste/passende rausgesucht. Diese hier bauen halt auch Zeug für Männer, nicht nur FLiegengewichtkrams. :blush:

3 Liter Wasser in einem Trinksystem, so das man auch während dem Laufen nuckeln kann. Sehr praktisch! Sehr wenig Essen. Eine Tüte Studentenfutter und eine Salami oder so... falls es mal wirklich nix unterwegs geben sollte. Wenn man nun Touren in die Weite Norwegens plant, geht das natürlich nicht ohne Kocher und Essen... aber in der Eifel oder sonstigem, besiedelten Gebiet...

Je ein paar Socken, T-Shirt und Unterwäsche zum Wechseln reichen. Merinozeugs stinkt auch nach 2 Tagen nicht allzu schlimm und trocknet flott, wenn man es irgendwo unterwegs auswäscht.
Als absoluten Luxus sehe ich mein Paar Sandalen an. Aber ich lauf auch gern mal in den Dingern, wenn der Weg es zuläßt (auf dem Hermannsweg hätt ich die schweren Wanderschuhe gar nicht gebraucht). Dann hab ich nen Klappmesser, eine Stirnlampe und kleines Notfallpack dabei (blutstillende Watte, Alkoholtücher, Zeckenzange, Tape zum Verbinden... das reicht bis zum nächsten Tierarzt). Kulturbeutel: Reisezahnbürste, ein Viskose-Handtuch (leicht und trocknet schnell), kleine Menge an Zahnpasta und Seife. Meinen Schirm hab ich noch dabei.

Luzie trägt einen Faltnapf, 2 mal 500 ml Wasser und 2 mal gleiche Menge Trockenfleisch in ihren Packtaschen.

Das schöne, wenn man mal ein paar Tage ohne Bett, Dusche und INternet verbracht hat: man lernt die DInge wieder schätzen. 8o

Nora

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Sonntag, 23. Juni 2013, 23:04

Ich hätte die Forellen geangelt, getötet, ausgenommen und auch zubereitet... nur beim Essen stelle ich mich an. Es gibt sehr wenig Fisch, den ich wirklich mag - Wels ist lecker und Cichla auch... der Rest darf weiterschwimmen... :lama:

sewellia

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Sonntag, 23. Juni 2013, 23:16

Cichla ist lecker? Den würd ich mal probieren. Channa soll ja auch toll sein. ;>

Ich mag Fisch auch nur sehr selten. Geräucherte Forelle und kaltgeräucherter Lachs gehen in kleiner Menge. Zander oder so mag ich auch. Aber der selbstgeräucherte, der war der Hammer. Wir hatten aber auch sonst nix. ;) Und ich war es dem Fisch schuldig, das ich ihn zumindest esse, wenn ich ihn schon töte.

Nora

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Montag, 24. Juni 2013, 00:11

Cichla ist superlecker, Channa hat Matschfleisch - den bekommt man in jedem Asialaden in der Tiefkühlabteilung. *fg*

Tagtraum

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Montag, 24. Juni 2013, 23:41

Spannend zu lesen :thumbsup:

Wir wollen diesen Sommer Zentralschweiz - Tessin wandern 170km. Haben sowas noch nie gemacht, probieren es auch mal mit Blache und Tarp-Stange. Musste lachen wegen der Matte, bei mir muss auch immer eine dicke aufblasbare Matte mit. Was machst du mit Hundefutter, schaust du da auch unterwegs?

sewellia

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Dienstag, 25. Juni 2013, 00:54

Normalerweise füttere ich roh. Ich nehm das aber nicht zu ernst. Sie hat Trockenfisch und -pansen dabei, das würde zur Not auch für 3-4 Tage reichen. Aber irgendwo ist immer ein Metzger, dort gibts ja HUndefutter. ;)

Notfalls versorgt uns Luzie unterwegs beide mit frischen Mäusen :>

Feli02

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Mittwoch, 31. Juli 2013, 07:21

Ich überlege mir, mir von meinen Eltern zu Weihnachten die Übernachtungen schenken zu lassen. dann könnte ich mal eine ganze Woche am Stück wandern. Welchen Teil vom Eifelsteig würdest Du mir empfehlen?
Oder glaubst Du ein anderer Fernweg wäre besser geeignet?

Beim Saar-Hunsrücksteig kannst Du Dir von den Hotels und Pensionen das Gepäck zum nächsten Gastgeber transportieren lassen. Weißt Du ob das auf dem Eifelsteig auch so gehandhabt wird?
Viele Grüße
Andrea und Pack

sewellia

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Donnerstag, 1. August 2013, 00:29

Hallo Andrea!

geht sicher mit dem Gepäck. Wobei du bei Übernachtungen in Pensionen ja eh nur wenig Gepäck brauchst. Ich kann dir den Wanderführer für den Eifelsteig ja mal mitbringen.

Wenn du 2 oder 3 Tage machen willst, dann nehm halt nicht den Eifelsteig... sondern den Lieserpfad. Ein Teil des Eifelsteigs ist auch Lieserpfad (etwa 15 km). Aber der Lieserpfad (40 km... 2, eher 3 Tagesetappen) http://www.lieserpfad.de/ für sich ist absolut sehenswert. Den laufe ich auch gerne mit dir. Und mit Übernachtungen in Pensionen (und wenn wir etwas langsamer laufen *augenroll*) krieg ich mein besseres Drittel auch noch dazu...

Für ne ganze Woche... dann lauf ab Trier. Also so wie ich... entgegen der vorgeschlagenen Richtung. Dann hast du die meisten Sehenswürdigkeiten mit drin. Rheinaussicht, Genovevahöhle, die Etappe mit den Hängebrücken, Kloster Himmerod, dann ein Stück Lieserpfad, dann kommt Manderscheid mit den zwei Burgen, dann läufst du an den Maaren entlang, hast Gerolstein drin. Von Trier bis Gerolstein sind es 6 Tagesetappen.

Den Weg von Nord nach Süd zu laufen, würd ich nur machen, wenn ich alle Etappen gehen wollte. Von Aachen nach Süden ist zunächst nicht ganz so schön. Das Stück durch das Hohe Venn (Hochmoor auf der belgisch-deutschen Grenze) ist zwar sehr interessant, aber leider läuft man nur auf den asphaltierten Stücken, die freigegeben sind. Normalerweise ist das Naturschutzgebiet nur sehr wenig offen und nur ohne Hund (sogar angeleint verboten) zu betreten. Da waren wir ja letztes Jahr ohne Tölen. Weil mich das einfach interessiert hat und ich das sehen wollte.

Trier ist schnell von uns aus zu erreichen. Jede Etappe endet in einer kleinen Stadt, du hast überall Pensionen zur Auswahl und Gerolstein zum Schluß hat nen Bahnhof für die Rückfahrt.

Gruß
Andreas




Gruß
Andreas

Feli02

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Donnerstag, 1. August 2013, 06:52


geht sicher mit dem Gepäck. Wobei du bei Übernachtungen in Pensionen ja eh nur wenig Gepäck brauchst. Ich kann dir den Wanderführer für den Eifelsteig ja mal mitbringen.

Für ne ganze Woche... dann lauf ab Trier. Also so wie ich... entgegen der vorgeschlagenen Richtung. Dann hast du die meisten Sehenswürdigkeiten mit drin. Rheinaussicht, Genovevahöhle, die Etappe mit den Hängebrücken, Kloster Himmerod, dann ein Stück Lieserpfad, dann kommt Manderscheid mit den zwei Burgen, dann läufst du an den Maaren entlang, hast Gerolstein drin. Von Trier bis Gerolstein sind es 6 Tagesetappen.


Danke, das klingt sehr gut.
6 bis 8 Etappen habe ich mir vorgestellt. Je nachdem wie viel an Barschaft ich noch selbst auftreibe :rolleyes:
Wenn man eine Woche unterwegs ist, braucht man ja doch einiges für die Körperhygiene und an Klamotten. Meine HWS gibts nicht her das zu schleppen.
Deswegen wäre ein Gepäcktransfer unerlässlich für mich, auch wenn ich mir damit einiges an persönlicher Wanderfreiheit nehme
Viele Grüße
Andrea und Pack

Ciara

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Montag, 17. Februar 2014, 19:57

Wie wunderschön. Hab den Beitrag leider erst grad entdeckt. In Dutschland scheints halt noch viel mehr Platz zu haben als in der engen Schweiz. :-)