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Nora

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Hunde: Anti, SWH x DSH, *2010 & Ixy, Mal, *2011

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Hundesport: BH, Trickseln

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Mittwoch, 28. November 2012, 08:41

“Arbeitstiere, Sportgeräte auf vier Beinen oder einfach Hütehunde?”

Auch hier möchte ich, wie in meinem Blog, einen Text in Ausschnitten zitieren, der mich sehr beeindruckt hat und über den ich mir viele Gedanken gemacht habe. Er ist von Normen Mrozinski, der Titel des Artikels ist der Titel dieses Threads und erschienen ist er in der SitzPlatzFuss 08/2012. Normen war so nett und hat im Blog in den Kommentaren noch den Link zu dem kompletten Artikel hinterlassen.

Normen schreibt dort folgendes:
"Wenn man im Internet, in Zeitschriften und Büchern über die Erziehung von Hütehunden recherchiert, findet man immer wieder den Hinweis, dass diese Tiere unbedingt ausgelastet werden müssen, weil sie ansonsten Neurosen, Verhaltensstörungen usw. entwickeln würden.
(…) Vor lauter ‘Auslastungsanspruch’ bleibt jedoch unerwähnt, dass mit der vermeintlich hohen Notwendigkeit der Beschäftigung auch gewisse Gefahren für den noch jungen Hund verbunden sein können, wenn diese nicht verantwortungsvoll und dem Entwicklungsstand des Hundes entsprechend stattfindet.
(…)
Dabei spricht an sich überhaupt nichts dagegen, auch den Junghund zu beschäftigen. Ganz im Gegenteil, es ist sogar zu empfehlen, das Tier zu fördern – und zwar in den Bereichen, in denen es nicht so talentiert ist.
Schnell ist ein Hütehund aufgrund seiner Disposition, aber wie sieht es mit Konzentration aus? Mit Ruhehalten oder feinmotorischen Fähigkeiten?
Ein befreundeter Hundetrainer nannte es so: ‘Wenn dein Kind gut in Mathe und schlecht in Geschichte ist, dann fängst du ja auch nicht an, mit ihm Mathematik zu üben.”
Ähnlich verhält es sich bei den Hunden.
Es stellt sich also die Frage, welche Beschäftigung für einen solchen Hundetyp geeignet ist. Es gibt bestimmte Hundetypen, die von ihrer Disposition her dazu neigen, stark auf bestimmte Angebote wie Bewegungsreize zu reagieren und dann ein übersteigertes Beutefangverhalten bis hin zu einer wahren Sucht mit all ihren körperlichen und geistigen Auswirkungen zu entwickeln. Hierzu würde ich neben den Hütehunden z. B. auch bestimmte Terriertypen zählen.

Voraussetzung für bewegungsintensive Beschäftigung wie Agility sollte also sein, dass das Tier die nötige Reife hat und in der Lage ist, Bewegungsreizen auch zu widerstehen. Der Schäfer nimmt seinen Junghund mit an die Herde und bindet ihn am Feldrand an. Während er mit seinen Hunden und den Schafen arbeitet, lernt der junge Hund, Frustration zu ertragen und nicht jedem Reiz hinterherzujagen. Erst wenn er diese Eigenschaft sicher besitzt, darf er – zunächst angeleint – auch an die Schafe.
Bei der Erziehung und dem Zusammenleben mit ihrem Hund haben jedoch viele Menschen in allererster Linie die Bedürfnisse des Tieres vor Augen.
Verschiebt man den Fokus vom Hund hin zum Hirten und macht sich bewusst, welche Ansprüche der Schäfer an seinen Hund hat, dann kommt man schnell zu dem Schluss, dass dieser einen Helfer benötigt, der in der Lage ist, Ruhe zu halten, auf Kommando jedoch hellwach ist.
Ein Schäfer kann keinen Hund gebrauchen, der durch ständige Bewegung die Schafe am Fressen hindert, jedem Kaninchen hinterherjagen muss oder jeden Wanderer belästigt, der an der Herde vorbeikommt.
Aus diesem Grund wird mit dem jungen Hütehund im ersten Lebensjahr oft konsequent nichts getan, außer dass er dem Hirten und den anderen Hunden bei der Arbeit zusehen darf und gut behandelt wird. Das bedeutet allerdings nicht, dass der Hund in dieser Zeit nichts lernen würde – ganz im Gegenteil: Der Hund lernt, gelassen auf Außenreize zu reagieren und diese zu differenzieren – eine unendlich wichtige Voraussetzung für einen guten Arbeitshund.

Häufig sieht man gerade bei Hundesportturnieren völlig aufgedrehte kläffende Hunde, die deutliche Stressmerkmale wie starkes Hecheln usw. zeigen. Diese Verhaltensweisen werden von den Besitzern dann gern als ‘Vorfreude’ interpretiert.
Tatsächlich ist diese Aufgedrehtheit nicht selten das Ergebnis einer viel zu frühen Fixierung auf Bewegungsreize, ohne dass der Hund die notwendige Souveränität und Reife hatte.
So gibt es einige Sachbücher im Bereich Agility, in denen den Haltern empfohlen wird, bereits mit acht Wochenunter Zuhilfenahme von Reizangeln, Bällen und andren Wurfgegenständen den ‘Spieltrieb’ der Hunde zu fördern. Was tatsächlich geschieht, ist das gezielte Training des Beutefangverhaltens – mit dem Ergebnis, dass die Hunde unter Umständen irgendwann auf jede Bewegung reagieren, egal ob vorbeifahrendes Auto, Radfahrer oder rennendes Kind. Häufig mit dramatischen Folgen für die Umwelt oder den Hund. So ist es nicht erstaunlich, dass ich persönlich keinen Schäfer kenne, der Probleme mit dem Jagdverhalten seiner Hunde hätte, gleichzeitig genau dieses Problem den Großteil der Hütehundehalter in unsere Hundeschule treibt.
Ein Hund, der dergestalt auf Bewegungsreize fokussiert wurde, zeigt im Lauf der Zeit häufig sehr nervöses Verhalten, das von einer inneren Unruhe und der Unfähigkeit zur Entspannung geprägt ist.
Häufig erleben wir Abgabehunde, die – sobald sie zur Ruhe gefunden haben – völlig erschöpft tagelang durchschlafen.
Stellt man einen solchen Hund vor eine ihm unbekannte Aufgabe, lässt sich nicht selten beobachten, dass er alle ihm bekannten Tricks abspult und schließlich – mangels Erfolg – in hysterisches Kläffen verfällt.
Fatalerweise wird genau dieses unruhige Verhalten wiederum oft als mangelnde Auslastung interpretiert, und der Besitzer bemüht sich, dem Hund noch mehr Beschäftigung zukommen zu lassen.
Ein Teufelskreis, der nicht selten zu einer Änderung der chemischen Prozesse im Gehirn und damit zu einer Verhaltensstörung beim Hund führt. Dem jungen Herdengebrauchshund eine Entwicklung zu ermöglichen, die ihn zu einem ausgeglichenen Begleiter auch für die Familie werden lässt, ist also prinzipiell machbar, wenn man sich bewusst ist, welche grundlegenden Fähigkeiten ein solcher Hund erlernen sollte, BEVOR man in bewegungsintensive Sportarten einsteigt."

Ich würde mich freuen, wenn ihr eure Gedanken zu dem Thema hier mit allen teilt - natürlich ist der Text im Grunde auf die Hütehunde bezogen, aber ich persönlich glaube, dass er sich auch auf andere Gruppen ausweiten lässt. Es mag gut sein, dass ihr das alle selbstverständlich findet - aber ich habe doch schon genügend Hunde beobachtet, deren Besitzer sich dieser Problematik überhaupt nicht bewusst waren...

Duffy

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Mittwoch, 28. November 2012, 09:08

Also ich kann mich ja nicht unbedingt so schlau ausdrücken, aber ich versuche mal meine Gedanken zu erklären.

Ich möche es nicht auf Hütehunde beschrenken, weil ich erstens von der Art von Hunden keine Ahnung habe, ich denke alle, Reaktionsschnellen Hunde, Pinscher, Terrier, Schäfer, Mali und co. sollten in allererster Linie Ruhe lernen. Sollten sich mit umweltreizen ausseinander setzten dürfen und lernen, dass nicht immer alles Party ist. Zumindest werde ich dies bei meinem nächsten Junghund so handhaben. Ich möchte, einen ausgeglichen Begleiter, der stehts, die Ruhe weghat. (Bibu ist übrigens eine Kandiatin,die nie gerlernt hat abzuschalten und ständig im Standy by modus ist, was unglaublich nervenraubend sein kann 8| )

Wenn ich jetzt das Beispiel einer bekannten mit einem deutschen Jagdterrier nehme. Diese Hunde sind von Natur aus, immer auf 110% und möchten ALLES mitbekommen. Sie hat die ersten 2 Jahre nur Ruheübungen, normalen Abruf, Gehorsam und Umweltreize mit Ihm gemacht. Der Hund hatte so eine tolle Grunderziehung genossen und war im Alltag ein anständiger und ruhiger begleiter. Natürlich wurde auch mal Balli gespielt, etc. aber dies wurde nie geziehlt gefördert. Der Hund konnte schon als Junghund unter dem Tisch schlafen.

Mit etwas mehr wie 2 Jahren hat Sie mit Ihm im Agility begonnen (nebst der jagdlichen Arbeit). Sie hat den Hund sorgfältig aufgebaut. Während andere Hunde in dem alter schon am Turniere starten, war, hat Sie immer noch ganz regulär "nur trainiert" und vorallem ruhig und im Schrittempo trainiert. Durch den sauberen aufbau und das vorhergehende "umwelt und ruhetraining" läuft der Hund jetzt wie eine Granate im Agi.

Sie meinte mal zu mir: Verena, du glaubst nicht im ernst, dass ich dem Hund schnelligkeit und wenigkeit beibringen muss, die bringt er doch von Natur aus schon mit. ;)

Heute liegt er pennend neben dem Agiparcour am Turnier während viele andere Hunde, dauerkläffen und nur gestresst sind. Er geht an den Start und gibt Terrierübliche 110% so sind Sie innert kürzester Zeit ins A3 (kenn mich im Agi nicht aus, die höchste Klasse) aufgestiegen. Die Leute die damals schief geschaut haben, sind heute ruhig. Eine davon hat einen Border, der extreme Stereotypenzeigt. Aber das ist egal, weil er ist ja ein Agicrack :(

Ich hoffe man konnte verstehen was ich meine. Also für mich ist der Hund in erster Linie Alltagsbegleiter und in 2ter Linie Sportpartner und wenn ich mir eine Rasse mit einer kurzen Zündschnur aussuche, sollte ich auch gewillt sein, diese händeln zu können ohne dass mein Hund im Dauerstress ist.
http://www.hundesitter-ortenau.de/

Mein kleiner Hundesitterdienst :)

Ina

Profi

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Hunde: Ina, Mali, *2011

Verein: Private Trainingsgruppe, DRK, KV Embrach

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Mittwoch, 28. November 2012, 09:42

Ich hatte gerade mit meiner Züchterin eine Diskussion dieser Art....sie meinte das ich meine zu spät in den Trieblagen gefördert habe und ihre Hunde dürfen draussen nicht schnüffeln, warum ich das Ina erlaube....Ihre Hunde sind nur auf sie fokussiert...gut Züchterin und ich sind zwei verschiedene Welten und werde nie auf einen gleichen Nenner kommen. Ich halte Ina nicht nur für den Sport und bin der Meinung das beides Möglich ist. Mir war es wichtig das sie mit ihrem labilen Nervenkostüm einigermassen etwas stabiler wird und mir war wichtig: Sie darf einfach ein Hund sein und sie muss alltagstauglich sein. Ich kann Ina ohne Probleme ins Restaurant nehmen oder wenns sein muss in einen Einkaufsladen.

Auch sehe ich oft sehr gestresste Hunde auf dem Platz die ich nie und nimmer geschenkt haben will auch wenn sie Topleistung erbringen. Auch bin ich überzeugt das Ina auch noch genug mitbringen wird das wir ein paar Prüfungen irgendwann erfolgreich laufen werden, obowohl Ina nicht von Anfang an gepusht worden ist.

Bones

Trainer

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Hunde: Jade Appi-Mix '07, Bones Malinois '12, Nikita Mix '05, Mäx Mix '12

Verein: SKBS

Hundesport: Agility

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Mittwoch, 28. November 2012, 09:44

Mit diesen Gedanken beschäftige ich mich praktisch jeden Tag. Es ist verdammt schwer ein gutes Mittelmass bei gewissen Rassen zu finden und man hat ständig das bedürfnis mehr und mehr tun zu wollen. Gerade eben weil auch leute dann mit Kommentaren wie "oh, du hast einen XY, der brauch bestimmt viel Bewegung und Beschäftigung"

Ich denke es ist nicht die Fragen von "wie viel brauch ich um meinen Hund auszulasten?", sondern es ist ein "welche Beschäftigung ist für meinen Hund gut?"

Ich denke, gerade bei reaktiven Rassen, ist es wichtig dass sie das Hirn benutzen und nicht jeden Tag am Fahrrad nebenherlaufend verblöden. Bewegung ist schon wichtig aber man sollte ein Auge für das Mass haben.

Meine Hunde sind bei weitem nicht perfekt, die eine hängt sich kläffend in die Leine wenn sie nen Hund im Agiparcour sieht, die andere würde Autos, besonders Motorräder hetzen. Beides unschön und da muss man immer und immerweider über die Bücher gehen und sich hinterfragen.

Bei Bones im Speziellen, ist es eine Mischung aus Unsicherheit und langeweile. Da muss ich mich auch immer und immerwieder an der Nase nehmen und mit ihr vorallem mehr für die Nase machen. Fährten ist leider für mich das todlangweiligste der Welt, ich tus aber ihr zuliebe - nur sollte ich es wohl öfters machen. Momentan sind wir bei 1x in der Woche ne Fährte. Manchmal Gibts ne Schleppfährte, manchmal eine aus Kleiderfetzen. Jedenfalls darf sie sich nun jeden Morgen 1/3 ihres Futters mittels Dummysuche erarbeiten. Ich seh, je nach Stresspegel kleine Erfolge draussen aber eben, ich pendel noch immer im richtigen Mass rum.

Jade ist ein typischer Agihund, mit 12 Wochen das erste mal auf dem HuPla und nur Agi, Agi, Agi. Erziehungskurs wie JuHu oder Welpengruppe hat sie nie kennengelernt. Damals hatte ich noch nicht wirklich viel Ahnung und pushte sie immer mehr und mehr. Ich hab früher täglich geclickert, wir sind täglich mehre Stunden draussen gewesen, haben die uns das gemacht. Schlussendlich hatte ich nur noch ein kläffendes irgendwas vor mir, das entweder mich belästigte oder jagen ging. Mit 2 Jahren dann, schlichen sich dann auch Verhaltensauffälligkeiten gegenüber Artgenossen ein. Tja und so nahm alles seinen lauf. Sie war ein guter Lehrmeister und trotzdem tuts mir im Nachhinein wahnsinnig leid dass ich sie so gepusht hab. Wir haben heute noch an dieser ganzen Geschichte zu nagen und Jade ist ein gutes Beispiel dafür was passiert, wenn man zu früh, zu viel von einem Hund verlangt. Niewieder!!

Was hald auch der Fall ist, die Symptome füer Über- und Unterbeschäftigung sind meist die gleichen. Bestes Beispiel ist die abendliche Unruhe. Ok - machen wir am nächsten Tag hald noch mehr und noch mehr. Irgendwann kommt man da in einen Teufelskreis. Da auszubrechen ist verdammt schwer, für Hund und Halter.

Was mir sehr geholfen hat für das Verständnis:
Beispiel Strassehunde. Das tun die den ganzen Tag? Agi? Sich gegenseitig Bällchen schmeissen und holen? Sich beclickern? Schutzdienst? Nein. Schlafen und fressen suchen.
Beispiel Border Collies. In England hat jeder Schäfer mehrere Hunde. Von denen kommt jedes 1x in der Woche an die Schafe, die restliche Woche lebt er in Haus und Hof

Es bedeutet NICHT dass ich sage, man soll den Hund nur dick füttern und nur 1x die Woche rausholen, nicht falsch verstehen. Mir persönlich hat dies einfach weitergeholfen, etwas mehr Verständnis für die sinnvolle Beschäftigung unserer Hunde zu bekommen. Klar leben wir anderst und die Hunde haben andere Anforderungen zu bewältigen. Aber es fällt mir leichter, mal nix zu tun, statt Dauerbespasser sein zu müssen.

Ich den zusätzlich zu diesme Thread, sollte man sich auch mal meinen Thread zum Thema Stress zu Gemüte führen denn die beiden Themen gleichen sich sehr und ergänzen sich gut, wie ich finde
Hundeschule und Fleecetaue

Krümel

Trainer

Beiträge: 23

Hunde: Jady Boxer Jg.2000 - 2013, Bridget Grosspudel Jg.2006, Krümel Toypudel Jg. 2012, Ela Boxer Jg. 2013

Verein: SPC Nordostschweiz , SBC OG SG

Hundesport: Im Moment...Schneckensuchhund

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Mittwoch, 28. November 2012, 11:07

Danke Nora, ist ein echt interessanter Artikel. Ich denke auch, dass sich dies auch auf andere Rassen übertragen lässt.

Früher, betonung auf Früher, war es leider oft zu sehen, dass Hunde unheimlich gepuscht wurden im SD, ihnen aber nicht beigebracht wurde wieder aus der hohen Trieblage runter zu kommen bzw. sich zu beherrschen. Dann wurden meist Starkzwangmethoden eingesetzt, damit die Hunde überhaupt noch führbar waren.

Ich hatte unheimliches Glück damals an einen Helfer zu geraten, der mir mal klipp und klar erklährte: Du trainierst nur soweit mit der Beute, wie dein Hund gelernt hat sich zu beherrschen. Was für uns bedeutete: Viele Stunden ruhige Unterordnung neben dem Schutzplatz. Triebstau-Training und dem alter angepasstes Beutespiel.

Aber ich glaube (hoffe) dass es heute doch recht anders ist als früher, zumindest höre ich einiges davon und muss sagen, es ist schon viel besser geworden!

:D Ich seh schon, muss unbedingt wieder mal auf einen SD Platz gucken gehen.

Jason

Trainer

Beiträge: 935

Hunde: Jason, Aussie, 2008

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Mittwoch, 28. November 2012, 12:37

@Duffy: Super geschrieben.

Mit dem Aussie habe ich ja auch einen Hund, der schnell auf alle möglichen Aussenreize reagiert und zudem die Anlagen zum Schutztrieb mitbringt. Beides Eigenschaften, die ich für den Alltag nicht fördern wollte.

Deshalb habe ich bei Jason von Anfang an an der Ruhe gearbeitet und ihn gelernt, auch in aufregenden Situationen zu entspannen - wie oft stand ich während der Junghundestunde am Rande und habe seine Ruhe geklickert während die anderen "gearbeitet" haben. Und auch während der Sozialisation mit den alltäglichen Dingen habe ich sehr viele Abschalttrainings gemacht und ihn dabei die Welt in seinem Tempo kennenlernen lassen.

Mit 1 Jahr haben wir mit dem Mantrailing begonnen und mit 1 1/2 Jahren mit Obedience und erst mit 2 1/4 Jahren stand er das erste Mal auf einem Agiplatz. Hätte ich früher damit begonnen, hätte ich vermutlich heute auch einen völlig überdrehten Aussie im Parcours. Denn nur schon, dass wir im Alltag neben einander rennen können, hat einen schrittweisen Aufbau gebraucht, weil er sofort überdreht und aussietypische Hüteeigenschaften gezeigt hat, sobald ich den ersten Schritt gemacht habe.

Auch halte ich persönlich nicht viel von der Aussage, man müsse von Anfang an am Trieb arbeiten, damit aus dem Hund was werden kann (hundesportlich gesehen). Wer Jason kennt, weiss, dass er im Hundesport immer 100% gibt. Und dass er das Apportieren und die saubere Fussarbeit genau so liebt, wie die Sprünge und Slalom im Agi und dabei mit manchem Hund mithalten kann, der schon viel früher damit angefangen hat, weil er erstens nicht hochdreht und zweitens eine riesen Freude an dem hat, was er macht.

Sein einziges Problem dabei ist, dass sein Frauchen noch etwas hinterher hinkt und vielleicht schon früher mit all den Wendungen im Agi und Obe hätte beginnen sollen :D

Natürlich haben wir einzelne Elemente daraus auch schon in unseren Alltag eingebaut, aber ganz ohne Druck oder Erwartungshaltung. Und auch seine Impulskontrolle und Kreativität habe ich dabei bewusst positiv gefördert. Seine Reaktion und Geschwindigkeit brauchte keine Förderung, die hatte er ja schon in die Wiege mitgelegt bekommen.

Und ich würde es heute wieder so machen. Und wenn ich dabei "riskiere" im Hundesport wegen meines Hundes keine Chance zu haben. Dafür habe ich im Alltag einen Hund, der mich überall hin begleiten kann und dessen Stresspegel sehr gering ist.

Moni

Kelpie

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Hunde: Gwizdo, Working Kelpie, *2009, Taz, Working Kelpie, *2010

Verein: Frantic Flying Dogs

Hundesport: Disc Dog, Agility

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Mittwoch, 28. November 2012, 13:00

Danke Nora, für diesen tollen und interessanten Beitrag.

Gwizdo gehört ja auch zu diesen Rassen.

Mir war von anfang an sehr wichtig das er auch mal ruhe lernt, sich
entspannen kann und nicht wegen jeder "Kleinigkeit" im roten Bereich
dreht.

Er sollte im Alltag "funktionieren" und nicht nur auf dem Hundeplatz.
Und ich denke das haben wir im grossen und ganzen gut hingekriegt.
(schliesslich wird er ja bei Kelpie Haltern, als abnormal Bezeichnet hihi)

Ich würde es bei jedem meiner Hunde wieder so machen.

Fabienne hat das m.M.n super Formuliert...
Ich denke es ist nicht die Fragen von "wie viel brauch ich um meinen Hund auszulasten?", sondern es ist ein "welche Beschäftigung ist für meinen Hund gut?"
Wenn man dies berücksichtigt und alles in einem gesunden Mass ausübt, kann man einen tollen Gefährten bekommen.
"Kelpie's sind wie Maseratis, schön und schnell, sie müssen jedoch mit Gefühl, Vorsicht und Präzision gelenkt werden."

Mayrah

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Hunde: Mayrah, Kelpie, August 2011

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Mittwoch, 28. November 2012, 15:06

Auch dieser Beitrag ist wieder äusserst interessant und hat mich zum nachdenken angeregt, vielen Dank!

Als ich mich über den Kelpie informiert habe, las ich immer mal wieder von diesen hyprigen, schon fast durchgeknallten, Hunden und für mich war klar, dass ich das auf keinen Fall möchte...
Tja, es kommt immer anders als man denkt und Mayrah fing bereits mit 9 Wochen an Schatten zu jagen auch geschlafen hat sie nie von sich aus... In der Welpenschule wurde mir gesagt, dass ich das konsequent unterbinden müsse und Mayrah jedes Mal Zwangspause verschaffen soll. Leider wurde es so nur noch schlimmer. Rückblickend muss ich leider sagen, dass ich Mayrah schlicht unterfordert habe und dadurch das Schatten jagen mit ziemlicher hoher Wahrscheinlichkeit noch gefördert habe...
Als ich merkte, dass es nur noch schlimmer wurde, habe ich den Ansatz gewechselt und sie mit spielen vom Schatten jagen abgelenkt. Mayrah ist ein spezieller Fall und es ist extrem schwer das richtige Ausmass von Beschäftigung und Ruhe zu finden.

Magi

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Mittwoch, 28. November 2012, 17:09

Zu Bellas zeiten, nahm ich sie mit wenn ich lust hatte, ging spazieren wenn ich wollte, sie hatte keine Probleme mit irgendwelchen Sachen wie Lift, Treppen, oder was auch immer. Nur den Abruf von Hunden mussten wir üben, anfangs ging sie häufig stiften wenn sie Hunde sah. Aber irgendwie "funktionierte" sie einfach insofern das wir nicht negativ auffielen. Fuss war natürlich ein Lebenlang ein fremdwort :D

Bei Zelda wollte ich es durchgeplant, perfekt, einfach richtig machen und hab so viel gelesen. Nur leider das Falsche. In der Annahme der Bealge wäre nervenstark und man soll möglichst viel, schnell und überhaupt alles innerhalb von 12 Monaten erledigen. Rotierte ich von Bus, Zug, Treppe, Lift, Gitter, Waldspaziergänge, Tierpark ach die Liste ist unendlich. So vieles war für mich frustrierend. Sie hat heute noch schiss im Lift, Bus geht ebenfalls nur schlecht als Recht und im Waldspaziergang (Geht mit eurem Beagle 12-24 Monate ohne Leine spazieren! Das fördert die Bindung, ein Jagdtrieb ist noch nicht vorhanden. äähm, sie war 5 Monate alt und ging ab wie eine Rakete mit perfektem Spurlaut und stellte sehr wahrscheinlich einen Fuchs. :ugly: ) Denke genau dieses Jagderlebnis hat auch ihren Anreiz extrem gesteigert. Ich war sowas von überfordert, keiner konnte oder wollte mir dabei helfen.

Zum Glück hab ich eine Hundeschule wo es egal ist wie lange man für etwas braucht, wir haben den Junghund zwei mal Besucht als Regulär geplant ist, den SKN 5 mal Besucht nur um Hundebegegnungen an der Leine zu üben weil es für sie sooo viel Stress war. Gehe teilweise einen ganzen Tag gar nicht spazieren wenn davor oder danach viel passiert. Wir sind in allem total langsam geworden. Sie ist nun 1 1/2 und auf dem Erziehungsstandpunkt von einem 6-7 Monate altem Patenhund.

Schlimm finde ich einfach immernoch so Sätze die ich zuhören bekomme wie "nein du hast nicht zu viel gemacht sondern zu wenig! Wärst du einen ganzen Tag Lift gefahren wäre das jetzt kein Problem!". Oder "alles was du jetzt tust, ist dich verstecken vor der Realität anstatt daran zu arbeiten" :rolleyes: Für mich selber, finde ich aber bin ich viel mehr in der Realität von mir und Zelda, als ich es je davor war. Wir sind langsam, dafür glücklich :herz:

Beim nächsten Welpen, werde ich nicht Rasse und "Standartlistenbedingt" arbeiten sondern mich langsam rantasten was denn nun auf meinen Hund passt. Denn wie bei Mayrah könnte ja der nächste gaaanz anders sein und Zeldas jetziges Programm ihn Unterfordern - wer weiss.

Der Hundeshop rund um günstiges Zubehör...

Pixel-Paws

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Hunde: Kimena, Border Collie Mix, 07 | June, Flatcoated Retriever, 11

Hundesport: Obedience, Trickdog

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Mittwoch, 28. November 2012, 21:45

Sehr spannender Artikel, super geschrieben!

Da ich ja die totale Panik hatte, dass Kim mal ein völlig überrehter Hund wird (rein rassetechnisch), habe ich einiges als Junghund beachtet (auch unter Anleitung von anderen Borderhaltern, die mir sehr gut geholfen haben). Sie musste Ruhe lernen und ich habe bis zum 10. Monat nie einen Ball oder ein Spieli von mir weggeworfen! Ich wollte einfac h nicht, dass sie ein Balljunky wird. Und das ist mir gut gelungen. Kim trägt ihren Ball sehr gerne, aber ohne müde zu werden Bällchenbringen ist gar nicht ihrs.

Der einzige Fehler, den ich gemacht habe, war die Wahl der HuSchu. Aber der Trainer hatte selber Border, ich dachte, der wüsste wie was und wo. Aber das er ein absoluter Agicreak ist, war mir nicht bewusst... Desswegen flippt Kim immer noch aus, wenn wir an einen Hundesportanlass gehen. Sie hat einfach in den ersten Monaten ihres Lebens gelernt: Hundeplatz/Ansammlung von Hunden = AKTION! Als ich das einige Zeit später gemerkt habe, war es zu spät, obwohl ich sofort die HuSchu gewechselt habe. Sie hat es bis heute nd das kriege ich wohl auch nicht mehr ganz aus ihr raus.

Ich finds immer wieder witzig, wie die Leute schauen, wenn ich sage, dass ich einen Border Collie mix und einen Flat habe. ^^ Dann meinen alle sofort: Oh, der Border braucht aber sehr viel Auslauf! Dann muss ich immer sagen: Eigentlich ist der Border sehr genügsam, der Flat macht mir viel mehr Arbeit!

Komplexes Thema. Finde es sehr wichtig, dass sich damit jeder auseinandersetzt, der einen agilen Hund zu Hause hat. Für jeden Borderhalter sollte es absolute Pflichtlektüre sein!

Desi

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Hunde: Lisa, Border Collie, *2004 & Pallina, Spitzmix, *2005

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11

Mittwoch, 28. November 2012, 22:16

Super Artikel, spannend und Interessant, vielen Dank!

Gerade am Weekend war ich an einem Treffen, dabei ein knapp jähriger Border Collierüde. Die haben so ziemlich alles falsch gemacht was sie falsch machen können. Unter anderem wird der Hund bereits im Agi geführt. Der Hund war komplett verunsichert und überfordert und kam kein bisschen zur Ruhe und nur am etwas auf der Wiese rum zu schnüffeln- er drehte so hoch das er die ganze Zeit ins Hüten viel.
Wie schafft man sich einen Hütehund an und denkt, ohja der braucht viel sehr viel Beschäftigung immer Aktion.
Wie wärs einfach mal etwas Ruhe beizubringen?

sonic

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Hunde: Lin, BC *2014 Zera, Mali *2010 "Patenhund"

Hundesport: Obedience, tricksen

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Mittwoch, 28. November 2012, 22:48

Ja sehr spannender Artikel.

Kurz zu dem Border:
Gibt tatsaechlich Huetehunde die im Spiel Hueteanlagen zeigen, die stecken da nun mal drinne und man kann nichts unterdruecken was nun mal da ist.
Mag sie nicht in schutz nehmen.
Finde auch das der hund u.a. viel zu jung war und auch absolut ueberfordert war mit der ganzen situation.
Auch waren doch ganz viele Situationen von ihm kein gezeigtes spielen und er hatte sichtlich stress weil die Gruppe sich so aus einander gezogen hat.

Moechte einfach sagen das die Haltung in den Hunden drinnen ist manche zeigen sie mehr andere weniger in verschiedenen Situationen, was nicht immer gleich heisst das sie hueten, sondern einfach nunmal ihre Haltung ist!

Desi

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Hunde: Lisa, Border Collie, *2004 & Pallina, Spitzmix, *2005

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Mittwoch, 28. November 2012, 22:56

Da geb ich dir recht sonic!
Viele fragten mich schon, warum starrt Lisa so doof? Die starrt nicht doof, das ist ein Rasstypischer Blick ;)

Biber

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Hunde: Sira und Pumo

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Donnerstag, 29. November 2012, 08:28

Auch mir passierte der Fehler am Anfang mit Pumo. Ich machte schon ganz viel von Anfang an und dann immer noch mehr und er wurde eigentlich immer weniger führbar :S

Er hat mich dazu gebracht über gaaanz vieles nachzudenken :ugly: Als ich dann begonnen habe mit positiver Verstärkung zu arbeiten und ihm auch mehr Pausen und Ruhe verschafft habe wurde er zunehmends entspannter :herz:

Die Kunst bei den Hüterlis ist oft, die richtige Balance zu finden. Dazu gehört natürlich Bewegung, auch geistige Beschäftigung (und die kann man auch so gut im Alltag einbringen mit Verlorensuche, etc.) aber eben auch ganz wichtig die Ruhe und Entspannung.
Liebe Grüsse Daniela mit Pumo und Sira :wgreywolftail:

Magi

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Donnerstag, 29. November 2012, 16:19

Aber das ist doch genau das was man immer hört. Border gehören in Aktive Hände, die brauchen viel Sport, am besten täglich Joggen gehen und Agi oder ähnliches ist sowieso ein muss. Vor den Hundeforen war das auch für mich das Borderbild. Ich habe mich nie damit beschäftigt, aber Hundehalter (u.a. Border) sagten mir das immer und immer wieder. Hätte also ein neu Hundehalter Interesse an einem Border und vor ihm steht in seinen Augen ein Profi weil x-Border gehalten, dann glauben dem viele. Gerade das ein Hund Stress hat, lernt man ja meist erst beim eigenen Hund lesen.

Ist ja ähnlich wie bei mir, ich habe mich mit so vielen Beaglebesitzern unterhalten und die allermeisten VOR ich den Welpen hatte, meinte wie Umgänglich sie wären, Nervenstark und überhaupt. Seit ich Zelda habe, kenne ich solche und solche, aber der "die sind ansträngend"-Teil hat die Überhand.

Der Hundeshop rund um günstiges Zubehör...

Desi

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Donnerstag, 29. November 2012, 16:56

Viele die noch nie einen Border Collie geführt haben, haben Angst das sie dem Hund nicht gerecht werden- eben weil der Border ja so viel fordert. Aber es kommt eben genau darauf an wie man seinen Hund fordert und führt. Fordert man einen Welpen bereits so stark, hat man später einen ständig nervösen, hibbeligen Hund. Und vielen fällt es schwer, seinem Hund Ruhe bei zu bringen- er will doch spielen ;)
Ich habe meinem Border Collie als erstes Ruhe beigebracht und ihr gezeigt das sie "arbeiten" darf in richtigem Masse.

Pixel-Paws

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Donnerstag, 29. November 2012, 17:02

@magi
naja, es kommt drauf an, WELCHE borderhalter du fragst. ;) ich bin zum glück im bordersforum gelandet. das sind ziemlich krasse leute da, total barsch und unfreundlich, aber wenn man das mal weglässt und sich auf den inhalt der beiträge konsentriert, eröffnen sich WELTEN!

die meisten haben den vorsatz: im ersten jahr lernt der hund ruhe. sonst nichts! stell dir das mal vor... die bringen den hunden teils nichtmal sitz oder sowas bei... die gehen gassie, punkt. mit jährig gehen sie das erste mal an die schafe und somit beginnt auch die grunderziehung. und die hunde kommen nicht leid raus... die können sie frei ablegen wärend dem sie mit einem anderen hund an den schafen arbeiten. davon träumen wohl die meisten agileute mit ihren abgedrehten hunden.

das thema ist aber wirklich sehr komplex. eine trainerin hat mal gesagt: es gibt hunde und es gibt border collies. und da hat sie nicht unrecht. den nichts tun kann man mit einem border nicht dann dreht er durch! aber zu viel erst recht nicht, weil da dreht er auch durch. man muss irgendwie ein feeling dafür entwickeln, was es braucht, was zu viel und was zu wenig ist.

Magi

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Donnerstag, 29. November 2012, 17:15

Mag den Spruch gar nicht, es gibt Hunde und xbeliebigerasse. Dort könnte auch Mali stehen, oder Pudel oder was auch immer. Ist doch jede in ihrer Art einzigartig. Und wenn man Pech hat, dann kann auch ein dicker schnarchelnder Mops anstrengend sein weil er fordert und gefördert werden möchte - aber gleichzeitig zum Aufdrehen neigt. Gibt es bestimmt.

Was ich sagen möchte, es ist noch nicht gang und gäb, sich x-Stunden ins Internet zu setzen und Foren zu lesen. Bücher über die Rassen sind häufig auch nicht das gelbe vom Ei, wir haben eines über Bernhardiner und naja. Ja nicht nach dem Hund essen ist sehr gross geschrieben ;) Dominanz ist das A und O.
Jedenfalls, möchte ich daraufhinaus, solange Borderhalter, egal ob sie gut sind oder nicht. Sich presentieren und ihre Meinung ist (und da gibt es ganz sicher noch viele, wohne bestimmt nicht in einem Zufälligen Wespennest) das Border viel beschäftigung und zwar SEHR viel brauchen, von anfang an. Werden weiterhin auch ganz viele diesen Anfänger Fehler begehen.

Hier in der Umgebung sind die meisten Hundeschulen sogar ziemlich stressig von Anfang an. Dort wären Border teilweise vollkommen fehlamplatz wenn sie eure Beschriebenen Eigenschaften mit bringen, woran soll ein Anfänger das Erkennen wenn er noch keine Erfahrung hat um vorauszuschauen?
Bin froh gibt es sie doch, die ruhigen Hundeschulen und Trainer (Desi, Danke nochmals für den Link ;) Jacqueline ist das beste was mir passieren konnte!)

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Pixel-Paws

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Donnerstag, 29. November 2012, 18:54

naja, es geht weniger darum, dass sie anstregend sein können. klar, dass kann auch ein mops sein! aber sie sind irgendwie... anders. extrem nahe am wahnsinn, aber die totalen genies. es ist schwer zu beschreiben.

klar, es gibt sicher auch andere hunderassen, die speziell sind. aber es hat schon seine gründe, warum der border jede liste der intelligentesten hunderasse anführt oder im hundesport überall zuvorderst mit dabei ist und trotzdem extrem viele problemhunde aus überforderung resultieren.

aber es geht hier ja nicht um border, ich habs einfach als beispiel genommen, weil sie halt die paradebeispiele für "nicht abschalten können" und "dauernbeschäftigung" sind. eben grade wegen der allgemeinen meinung.

Pixel-Paws

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Donnerstag, 29. November 2012, 19:07

achja, woher das vorurteil mit dem "border müssen viel beschäftigt werden" kommt, sieht man z.b. hier:

Zitat

Der Pudel ist ähnlich intelligent, wie der Border Collie, aber viel einfacher in der Handhabung, da ein Pudel, anders als der Border Collie, nicht permanent arbeiten muss, um glücklich und ausgelastet zu sein.

quelle: http://www.poodle-of-the-curly-future.de/doodles.html

tja...