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Crispy

Trainer

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Hunde: Crispy Aussie * 2006 & Breeze Aussie *2010

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41

Montag, 11. Februar 2013, 10:51

@Idesiree
Tolles Posting, danke. Ich bin dabei auch zum Nachdenken gekommen...

42

Montag, 11. Februar 2013, 11:02


Wir Menschen neigen immer dazu zu sehen was nicht gut ist und nicht geht und verlieren den Blick für all das was gut ist und was geht....
Sehr schön gesagt! :thumbsup:

Trinity

Schüler

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Hunde: Trinity - Boxer, Anouk - Malinois, Ice - DSH, Luca - DSH

Hundesport: IPO Sport

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43

Montag, 11. Februar 2013, 14:50

Hallo,

vielleicht sollte man das Problem aber noch von einer anderen Seite beleuchten.

Da ich zu Hause ein strenges Regiment führe und sehr konsequent in der Erziehnung bin, ohne dabei körperlich oder grob zu werden, ordnen sich meine Hunde stark unter. Die beiden Rüden sind dominate Kaliber, die beiden Hündinnen eher sensibel. Auf dem Platz führe ich die Hündinnen.

Anouk war auch sehr devot. Ich war dann auch oft sauer, wenn es nicht funzte, habe abgebrochen, vor allem, weil ich immer sehr positiv mit ihr arbeite, immer versuche Spaß mit ihr zu haben, sie hat nie einen Leinenruck oder sowas erhalten. Ich dachte immer ich bin klar für meinen Hund, gebe saubere Signale, aber weit gefehlt. Mir wurde das aber erst auf einem Seminar bei Mia Skogster klar.

Ich merkte dort, das ich dem Hund nicht klar mache was er soll und was er nicht soll (obwohl ich das vorher dachte). Also Abbruchkommado klarziehen, positves Erhaltungskommado einbauen, geniales Auflösungskommado verstärken. Nach einem halben Jahr intensiver Arbeit, arbeitet Anouk ganz anders, selbstbewußter, freier und triebiger. Und warum, weil ich nun eine klare Struktur vorgebe und sie nicht mehr in einer Grauzone lebt.

Manche Leute nutzten den Clicker gerne, weil es eben auch so schön klar ist, aber im Grunde habe ich genauso gearbeitet. Ging eine Übung schief, habe ich nicht groß reagiert (also wie nicht geclickt), hat die Übung geklappt, habe ich gelobt (also wie geclickt.).

Jetzt arbeite ich sehr emotional. Der Hund macht was falsch - Abbruchkommado: böses Nein. Der Hund macht die Übung richtig und soll so weitermachen - Erhaltungskommado: freundliches guuuuuuuut. Der Hund hat die Übung toll gemeistert - Auflösungskommmado: begeistertes JAWOLL.

Ich mußte sehr an mir arbeiten, um das hin zu bekommen.

Zumal ich auch, trotz fast 30 Jahren Hundesport, Prüfungsstress habe und das auch immer auf meine Sensibelchen übertrage, aber diese Arbeit hat sehr geholfen. Die Hunde werden aktiv und fordern. Und auch bei der Prüfung kann ich immer wieder ein leises guuuuut von mir geben.
Gruß Nora

Luna

Fortgeschrittener

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Hunde: Luna, Labi *2005, Cento, Mali *2004, Aristo, DSH *2014

Verein: HuSta

Hundesport: IPO, VPG, BH

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44

Montag, 11. Februar 2013, 15:08

Ach, ich kann euch alle sooo gut verstehen!! Mir gings/gehts ähnlich. Luna reagiert aber unterschiedlich auf meine Stimmung. Sind es Übungen, die sie bereits sehr gut verinnerlicht hat, reagiert sie nicht gross auf meine miese Stimmung, bzw. Druck, dann macht sie eher noch trieb. Sind es Übungen, die sie noch nicht sicher beherrscht, dann "fällt sie zusammen". An Prüfungen war es bisher eher so, dass meine (extreme!) Nervosität sie gepuscht hat, d.h. sie läuft dann sehr sehr triebig (sieht cool aus, leider ist sie dann aber dafür nicht mehr so ganz exakt manchmal).

Mir ist Hundesport sehr wichtig und ich möchte auch Erfolg haben, da geht bei mir manchmal etwas der Spass verloren. "Therapiert" wurde ich letztes Jahr, als Luna die Krebsdiagnose bekam. Seit damals sag ich mir immer, wenn eine Übung schief läuft und ich schon wieder unter Druck stehe, weil ich mir ausmale wie peinlich dies an einer Prüfung sein würde, sei froh, dass Luna noch da ist. Seit da hab ich weniger grosse Probleme, dass ich oft sauer werde usw. Ich bin einfach nur noch froh, dass Luna lebt und bei mir ist.

Bei Cento bin ich tendenziell immer etwas nervöser, weil ich ihn noch nicht so lange führe und ich ausblenden muss, was die Leute sagen könnten.... Wenn ich bei ihm nervös bin und die Kommandos nicht mehr in der gleichen Tonlage kommen wie sonst oder ich unsicher führe, dann macht er einfach nix mehr. Dann sitzt er da und glotzt mich komisch an :blush: Nun, das kann ja heiter werden an unserer ersten gemeinsamen Prüfung im April :whistling:

Desi

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Hunde: Lisa, Border Collie, *2004 & Pallina, Spitzmix, *2005

Hundesport: Bike- Jöring (Obedience, BH)

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45

Montag, 11. Februar 2013, 20:42

Iris super geschrieben.

Habe nun alles in Ruhe durchgelesen und konnte mich in einigen Zeilen erkennen. Ich bin der Perfektionist und das soll mein Hund auch sein- da begann ich mit Lisa im OB. Einiges ging super, einiges mussten wir neu aufbauen. Es machte uns zuerst sehr viel Spass. Ich übte eifrig mit ihr, hatte eigentlich eine Prüfung vor den Augen... Plötzlich aber wurde alles schlechter, Sachen die bei Lisa tiptop gesessen haben da hat sie einfach geblockt und ich wurde immer energischer, bis ich mich selbst bremsen mousste. Ich wurde aber nie Laut oder drückte sie jetzt in die richtige Position, das wäre bei ihr total falsch gewesen.
Ich musste dann aber erst mal anfangen meinen Hund genauer zu verstehen währendem Training- sie wollte mir mit ihren Blockaden zeigen das sie nicht mehr will. Sie war auch sonst etwas anderst im Alltag weder sonst. Nungut wir brachen das Training ab und siehe da: Lisa blühte wieder auf und wenn ich heute einzelne Teile vom OB mit ihr übe macht sie begeistert mit. Nun mache ich mit ihr das was ihr Spass macht :)

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Hunde: Ragnarson, Malamut

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46

Freitag, 15. Februar 2013, 11:07

Hallo Hiaschi!

Nein, dieser Thread bestätigt meine Ansicht über den Hundesport gar nicht. Hier lese ich von Hündelern, die sich reflektieren und versuchen eine bessere Lösung zu finden. Das gibt es meines Erachtens noch viel zu selten :rolleyes: .

Obwohl ich keinen Hundesport mache, kenne ich diese Durstrecken zur Genüge und auch ich bin teils extrem explosiv, meist eben auch, wenn meine Erwartungshaltung zu hoch angesetzt ist. Ragnarson hat zwei Varianten darauf zu reagieren. Die eine ist, er macht mich zur Schnecke und zeigt mir damit auf, dass ich zu weit gehe. Dann gibt es ein kurzes Angemotze von beiden Seiten aber danach ist gut und ich kann mich wieder besinnen.
Die andere Variante ist die, dass er mich ausblendet. Zwar setzt er sich auf mein Signal vielleicht noch hin, aber er geht dann komplet aus der Konfrontation raus, lässt sich für kein einziges Signal mehr erweichen und ignoriert mich vollständig.
Im Grunde klare Beschwichtigung, auch wenns einen teils ganz schön auf die Palme bringen kann...

Eine Verbesserung erreicht man nicht von heute auf morgen, aber Erkenntnis ist ja bekanntlich der erste Weg, oder? Ich habe seit einiger Zeit mit Meditation begonnen und da ich damit noch nicht so gut vorwärts komme wie ich es mir erhoffe, kam jetzt noch Yoga dazu. Wie auch bei Hunden merke ich, dass ein stärkeres Körperbewusstsein extrem dazu beiträgt insgesamt bewusster zu handeln. Da ist Yoga und auch Pilates oder ähnliches echt sinnig!

Bezüglich der unfairen Behandlung gegenüber dem Hund, macht es Sinn auch sich selbst Fehler zu erlauben und kleine Schritte zu machen! Während ich früher wirklich häufig total wütend und kopflos gehandelt habe, kann ich heute in vielen Situationen früher wieder bewusst werden und mich besinnen. Der Impuls ist noch da, die erste Reaktion auch, aber ich bemerke es früher. Das ist der erste Schritt. Auch da, als Mensch darf ich mir genauso Fehler erlauben wie mein Hund. Schön ist es einfach, wenn man dran arbeitet und es nicht einfach so stehen lässt :D .


Was Trinity gesagt hat finde ich auch super wichtig.
Im Hundesport werden die Hunde häufig so mechanisch gesehen, das wird auch mit dem Klicker nicht so viel besser. Das ist lernen auf Knopfdruck und wenn der Automat nicht funktioniert (in dem Fall der Hund), dann muss man am Automat rütteln... Vollkommen menschliches Verhalten.
Wenn Du aber Deinen Hund auch im Hundesport mehr als Sozialpartner betrachtest, kannst Du ihn und sein Verhalten ganz anders bewerten. Mach Dir bewusst, warum er etwas tut oder nicht und überlege Dir im gleichen Moment, wie Du ein Verhalten hemmen, aber auch gleich jeden Ansatz in die richtige Richtung wieder bestärken kannst.

An Deinem Beispiel mit dem Schnuppern gehen:
Hiascha soll bei Dir bleiben, geht aber gerade schnuppern. Bemerke schon den Ansatz der Bewegung und warte nicht, bis er sich voll gelöst hat, bevor Du handelst. Ermahme ihn kurz, zeige ihm authentisch dass Du seine Idee nicht so prickelnd findest.
Statt ihn aber einfach zu packen und zurück zu bringen, was ja schon etwas übertrieben ist, wenn Du es Dir recht überlegst :D , nimmst Du Dich sofort zurück, wenn Hiascha seine Bewegung einstellt und vielleicht sogar zurückschaut. Fürhe ihn freundlich wieder auf die Position, die Du von ihm möchtest. Passe Deine Reaktion an seine an!
Reagiert er nicht auf Deine Ermahnung, kannst Du versuchen nochmal deutlicher zu werden, Dich ihm in den Weg zu stellen, aber vielleicht auch direkt überlegen, ob er gerade überfordert ist und deswegen so reagiert.


Das bedeutet insgsamt BEWUSSTER mit ihm zu arbeiten und zu kommunizieren. Im Alltag finde ich das fast noch schwieriger, als in definierten Trainingssituationen, denn hier kannst Du Dich gezielt von Beginn an an der Nase nehmen ;) .
Meditation ist in dieser Hinsicht übrigens wirklich sehr cool finde ich. Ich kann immer häufiger mich und meinen Hund in der Situation wie von aussen beobachten. Ich handle, wie ich handle, mein Hund reagiert, wie er reagiert, und ich kann das einfach anschauen und überlegen, wo da was schief läuft. Beim nächsten Mal bin ich dann besser drauf vorbereitet und finde eine passendere Lösung, kann schon früher intervenieren.

Zu der Geschichte mit dem Schlüssel im Bach, hab ich auch noch was :D .
Ich wollte meinen vollgematschten Hund im Winter vor ca. zwei Jahren in den Fluss schicken damit er sauber wird. Zuvor ging er immer liebend gern ins Wasser, aber diesmal verweigerte er sich. Ich begriff das nicht, schliesslich ist er doch ein Malamut, da kam mir auch nicht in den Sinn, dass es vielleicht zu kalt sein könnte...
Ich hatte ihn an der Leine an meinem Joggingurt festgemacht und drängte darauf, dass er jetzt da rein geht, während ich am Ufer stand.
Ragnarson wurde es irgendwann zu blöd und versuchte es mir irgendwie Recht zu machen, statt in den Fluss zu gehen sprang er aber ganz leichtfüssig auf gegenüberliegende Ufer. Ergebnis: ICH lag im Fluss :lol: ... 1 :0 für ih würde ich sagen...


Ganz liebe Grüsse,
Katrin
Die Frau mit Hut und Malamut :P

Tierpsychologin, Katrin Schuster

Pixel-Paws

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47

Freitag, 15. Februar 2013, 11:24

Zu der Geschichte mit dem Schlüssel im Bach, hab ich auch noch was :D .
Ich wollte meinen vollgematschten Hund im Winter vor ca. zwei Jahren in den Fluss schicken damit er sauber wird. Zuvor ging er immer liebend gern ins Wasser, aber diesmal verweigerte er sich. Ich begriff das nicht, schliesslich ist er doch ein Malamut, da kam mir auch nicht in den Sinn, dass es vielleicht zu kalt sein könnte...
Ich hatte ihn an der Leine an meinem Joggingurt festgemacht und drängte darauf, dass er jetzt da rein geht, während ich am Ufer stand.
Ragnarson wurde es irgendwann zu blöd und versuchte es mir irgendwie Recht zu machen, statt in den Fluss zu gehen sprang er aber ganz leichtfüssig auf gegenüberliegende Ufer. Ergebnis: ICH lag im Fluss :lol: ... 1 :0 für ih würde ich sagen...


hahaha, der ist auch gut! :lol: :lol:

Kiss

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Freitag, 15. Februar 2013, 11:28

Ich kann mir gut vorstellen, dass Hundesport nicht die Welt eines Malamut ist, er wurde ja auch nicht dafür gezüchtet. Meine Hunde haben Weihnachten und Ostern gleichzeitig, wenn sie merken es geht auf den Hupla, dass kann man sehr wohl exakt betreiben, ohne dass jedesmal Stress aufkommt.

Ich persönlich hätte auch gerne einen total stressfreien Job, ich glaube den könnte ich noch lange suchen. That's life.

Pixel-Paws

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49

Freitag, 15. Februar 2013, 11:44

@kiss
naja, es ist ein unterschied, ob der hund "etwas" gestresst ist, oder ob er vor hysterie und ausrasten "vor freude" keine ruige sekunde mehr hat!

meine haben auch freude, wenns auf den HuPla geht. das ist aber was anderes, wie kreischende hunde die durch einen parcour rasen, nachdem sie vorher am zaun getobt haben wie die irren.