Sie sind nicht angemeldet.

Zur Zeit sind neben Ihnen 2 Benutzer in diesem Thema unterwegs:

2 Besucher

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: 1001 Hunde im Netz. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

cindyzh

Trainer

Beiträge: 210

Hunde: Cockerspaniel

Verein: SKG Dübendorf

Danksagungen: 6 / 9

  • Nachricht senden

41

Donnerstag, 21. Februar 2013, 11:26

Und ich meine auch, dass ein gesunder Hund schon von klein auf lernen sollte, mit dosiertem Stress bzw. leicht stressigen Situationen umzugehen, damit er auch später weiss, wie er darauf reagieren kann ohne in Panik oder Hilfslosigkeit zu verfallen. Denn ich finde es schlimm, Kindern/jungen Hunden diese Lernerfahrung wegzunehmen und sie werden dann im erwachsenen Alter das erste Mal mit stressigen Anforderungen konfrontiert. Ihnen fehlen dann oft entsprechende Lösungsstrategien, um angemessen darauf zu reagieren.
Genau deiner Meinung

Dabei muss selbstverständlich nicht jedes Züngeln oder Gähnen gleich auf die Goldwaage gelegt werden.
Genau das meine ich. wenn der Hund natürlich immer in der gleichen Situation CS durchgibt, dann ist es klar das man schaut, wo, was, wann und den Hund aus der Situation mal nimmt. Und dies spezifisch übt.

Und noch mehr erwarte ich dies von einem Trainer, der mit seinen Kunden und deren Hunden arbeitet. Dieser muss erkennen können, wenn die Gefahr besteht, den Hund (aber auch Menschen) zu überfordern und dies entprechend vermitteln und Wege daraus aufzeigen.
Ganz klar auch deiner Meinung
Es Grüssli vo de Cindyzh
Meine Foto Homepage

Beiträge: 70

Hunde: Ragnarson, Malamut

Hundesport: Kein Sport in dem Sinne, von jedem etwas... "Natur-Agility", Körperkoordination, Dogdancing, Nasenarbeit, Zughundearbeit...

Danksagungen: 10 / 23

  • Nachricht senden

42

Donnerstag, 21. Februar 2013, 11:42

:whistling: Nur weil ich ein scheiss Leben habe, muss ich das ja nicht auf meinen Hund übertragen :P ... Ich denke im Hundesport geht es doch THEORETISCH in erster Linie um Spass, oder? Und darum, den Hund körperlich und geistig zu fordern.
Stress gibt es ja auch im Alltag immer noch mehr als genug, zumindest in der Regel? Und eben, es ist die Frage, ob dieser Hund nur im Sport so hochdreht, oder auch sonst schnell auf 180 ist und nur schwer zur Ruhe kommt. DAS ist nicht gesund...

Hunde, die sich ihr Futter selber erbeuten müssen, kommen sicherlich auch in Stress, aber eben punktuell in genau den Situationen, in denen sie eben was riskieren müssen um satt zu werden. Sei es bei der Jagd, oder wenn sie als verwilderte Haustiere Essensreste aus den Siedlungen klauen.
Aber dieser Stress ist punktuell und zielgerichtet.

Wenn ein Hund WEGEN dem Jagdverhalten, dass er gerade ausführt gerade hochdreht, dann ist das aus meiner Sicht vollkommen normal und auch biologisch sinnvoll. Wenn der aber schon vorher vor Erwartung platzt und auch nach Erreichen des Ziels gar nicht mehr runterfahren kann, dann wird es ungesund.
Stellt Euch mal vor, ein Jäger würde vor lauter Erwartung den ganzen Wald zusammenschreien, weil er jetzt gleich jagen gehen darf... das wäre wohl biologisch gesehen nicht gerade sinnvoll...
Der Stress ist dazu da, den Körper genau in der Situaton, wo es dann drauf ankommt auf die kommenden Hürden vorzubereiten. Der muss nicht noch nebenher ständig verpulvert werden, das wäre nicht nur unnötig sondern auch Energieverschwendung.


Ich erlebe in der Arbeit auch Stress verschiedenster Art. Wichtig ist es aber auch für mich, wieder runterfahren zu können, es mal gut sein zu lassen und über den Dingen zu stehen. Auch zu lernen, ein Ziel eben mal nicht erreichen zu können ohne verbissen zu versuchen es doch noch zu schaffen.
Es ist denke ich gesünder, wenn ich ein gutes Nervenkostüm habe, mit dem ich Stress kompensieren kann. Und so wie Jason es beschreibt, dass sie ihren Hund extra etwas später an die Sache herangeführt hat klingt es für mich definitiv gesund für den Hund.


Wie gesagt, nur weil ich ein scheiss Leben habe, muss ja mein Hund nicht auch noch drunter kommen. Ich habe meinen Hund ja, um Spass zu haben und nicht um meinen Frust an ihm auszuleben, oder? ?( :pinch: Warum sollte ich dann also nicht versuchen, meinen Hund so zu fordern, dass es für ihn gesund ist?


Zitat

Wir brauchen u.a. auch dadurch sicher einiges länger um
wettkampftauglich zu werden, aber mir persönlich ist der Weg wichtiger
als das Ziel.
Diese Aussage von Jason möchte ich gerne unterstreichen. Genau so sehe ich es auch, wenn ich mit meinem Hund etwas neues erarbeite. Der Weg ist das Ziel.
Und der Weg sollte gesund gemischt sein mit ein guten Portion Stress um überhaupt die Notwendigkeit zu haben eine neue Strategie zu erlernen, vielen kleinen Belohnungsschritten und nötigen Pausen wenn es doch mal zu viel zu sein scheint oder noch besser natürlich schon bevor es zu viel wird. Aber ich bin ja auch nur ein Mensch :) .
Die Frau mit Hut und Malamut :P

Tierpsychologin, Katrin Schuster

Beiträge: 70

Hunde: Ragnarson, Malamut

Hundesport: Kein Sport in dem Sinne, von jedem etwas... "Natur-Agility", Körperkoordination, Dogdancing, Nasenarbeit, Zughundearbeit...

Danksagungen: 10 / 23

  • Nachricht senden

43

Donnerstag, 21. Februar 2013, 11:45

Super Beitrag Jason! Danke! Kann ich voll unterschreiben :-D
Die Frau mit Hut und Malamut :P

Tierpsychologin, Katrin Schuster

Beiträge: 670

Hunde: Nikky, Mops, *2006, Chrissy, Mops, *2006, Hermes, American Bulldog, *2009

Hundesport: BH, Longieren, Fährten, Futterbeutel-Training

Danksagungen: 6 / 1

  • Nachricht senden

44

Donnerstag, 21. Februar 2013, 11:48

Danke Kathrin, so sehe ich das auch. Antworte später noch ausführlicher, da ich mir über dieses Thema in den letzten Monaten viel Gedanken gemacht habe.

Danish

Profi

  • »Danish« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 901

Hunde: Jasko, Malinois, *2003, Magic, Malinois, *2013

Hundesport: Diensthund, VPG, IPO

Danksagungen: 56 / 2

  • Nachricht senden

45

Donnerstag, 21. Februar 2013, 12:01

Hmmm...... Ich habe kein Scheissleben. Trotz Stress! Und ich habe meinen Hund nicht nur, um "Spass" mit ihm zu haben. Und bei mir ist nicht der Weg das Ziel - sondern das Ziel ist das Ziel!

Ja, mein Hund hat Stress. Im Alltag weniger, im Sport ab und zu und bei der Arbeit des öfteren! Aber wir stehen ihn zusammen durch.

Kiss

Profi

Beiträge: 721

Danksagungen: 101 / 51

  • Nachricht senden

46

Donnerstag, 21. Februar 2013, 12:03

Zitat

Wie gesagt, nur weil ich ein scheiss Leben habe, muss ja mein Hund nicht auch noch drunter kommen. Ich habe meinen Hund ja, um Spass zu haben und nicht um meinen Frust an ihm auszuleben, oder? ?( :pinch: Warum sollte ich dann also nicht versuchen, meinen Hund so zu fordern, dass es für ihn gesund ist?


Falls du mich meinst..... ich habe kein Scheissleben aber ich empfinde viele Sachen nicht mehr als Stress, weil sie zum Leben gehören, ich habe mich daran gewöhnt oder ich habe aus Erfahrung gelernt, dass es auf diese oder jene Weise weniger Stress gibt. Das heisst aber im Umkehrschluss nicht, dass ich es zulasse, dass jemand seinen Frust an mir auslässt. Wenn mir dann meinen Job überhaupt keinen Spass mehr macht, wechsle ich die Sparte. Genauso handhabe ich das auch mit dem Hund.

Ich bin seit vielen Jahren im Hundesport und kenne viele Fasetten davon, ich bin da immer hingegangen weil es uns, also mir und Hund Spass macht. Man kann natürlich alles auf die Goldwaage legen, wenn man will. Wie ich schon an anderer Stelle sagte..... solange wie sich Hund freut, wenn er merkt es geht in den Huspo, ist die Welt für uns in Ordnung. Es steht ja jedem frei den Hundesport zu mögen oder nicht. Eine negative Verallgemeinerung halte ich für nicht der Realität entsprechend

Beiträge: 684

Hunde: Ayla, Kauk. Owtscharka/ Cheyenne, Maremma-Mix,/ Fagi, Epagneul Breton

Verein: GHV Weil am Rhein / KAH Schweiz

Danksagungen: 33 / 11

  • Nachricht senden

47

Donnerstag, 21. Februar 2013, 12:15

Super geschrieben Danish, da gehe ich voll mit dir :thumbsup: Dem kann ich nicht viel beifügen... Ich bin auch oft auf verschiedenen Hundeplätze und sehe wirklich ganz selten einen gestressten Hund. Nicht der Hundesport ist schuld falls ein Hund zu sehr gepusht wird sondern immer der Halter. Ja es gibt die ganz ehrgeizigen HH die einen Hund weiterverkaufen wenn er die gewünschte Leistung nicht bringt, ich könnte es nicht. Aber wie oft wird ein Hund in ein Tierheim von nicht Hundesportlern gegeben?Die vollen Tierheime sprechen für sich...
Im Agi kenne ich mich nicht aus... mir fällt dort aber öfter Dauergekläffe auf. Mich würde das stressen aber vielleicht muss das in dem Sport so sein?


dem kann ich jetzt ebenfalls nur beipflichten. wir sind ja viel auf hundeplätzen unterwegs und sehen einiges an trainings mit oft auch mir gänzlich unbekannten hunden.
so richtig "stressgesichter" sind mir keine geläufig. darauf achte ich ungemein, da ich auch jemand bin, der so jemanden darauf ansprechen würde. mir egal eigentlich er das ist, weil ich auch leute anspreche, deren hund viel zu dick ist.
da kann ich meine klappe nicht halten.
agi ist etwas was ich mir zwar gerne anschaue, aber der geräuschpegel mir schon fast (manchmal) kopfschmerzen einbringt. das kann eigentlich nicht wirklich normal sein...

Kiss

Profi

Beiträge: 721

Danksagungen: 101 / 51

  • Nachricht senden

48

Donnerstag, 21. Februar 2013, 12:21

Muss noch was loswerden

Seit ca. 14'990 Jahre lebte der Hund mit dem Mensch
Seit ca. 10 Jahren beobachte ich vermehrt Menschen, die für ihren Hund leben.

Letzteres hat nicht nur positive Seiten.

Beiträge: 684

Hunde: Ayla, Kauk. Owtscharka/ Cheyenne, Maremma-Mix,/ Fagi, Epagneul Breton

Verein: GHV Weil am Rhein / KAH Schweiz

Danksagungen: 33 / 11

  • Nachricht senden

49

Donnerstag, 21. Februar 2013, 12:38

@Crispy: Nur kurz, muss gleich arbeiten! :)


Und genau da sehe ich den Unterschied. ein HSH mag nicht in unsere Umgebung "passen" - aber er ist hier und muss sich daher mit anderen Dingen als seinem "genetischen Programm" auseinandersetzen lernen. Ob das nun allerdings Jahre dauern soll/darf, ist eine andere Frage! :D



:D ich traue mich jetzt darauf zu antworten.
sein "genetisches programm" kann ich bei einem hsh nicht löschen. niemals. dazu sind die anlagen zu sehr verankert und in den inzw. doch mehr weit als tausend jahren gefestigt, in denen nur nach nutzen selektiert wurde.
dennoch..
diese hunde können lernen wie jeder andere auch, nur eben auf andere art und weise. hier gibt es kein -kommandoempfänger-. man muss die hunde mit fingerspitzengefühl an alles heran führen..und sie auch rechtzeitig aus evtl. gar brenzligen situationen holen, bevor sie es selbst entscheiden wie sie handeln.
denn ab da wird es brenzlig. die hunde stehen auch durchaus sehr ernste situationen durch und das manchm. unter einsatz ihres lebens.
das darf man niemals vergessen, wie ernsthaft so ein hund sein kann.
ich habe somit keine zeit so einen hund jahrelang in unsere gesellschaft zu integrieren. bis dahin wäre zuviel passiert, was nat. nicht gewünscht wird.
somit ist "alltagsprogramm" tag tägliches training. den umgang mit der aussenwelt, umweltreize etc etc...
alles dinge, welche für die meisten hunde völlig "normal" sind, da sie zur zusammenarbeit mit dem menschen gezüchtet wurden. alle gebrauchshunderassen mit eingeschlossen.
beim herdi war genau dieser aspekt jedoch nie gefragt.
er ist in der lage alles für sich selbst zu regeln und selbständig zu agieren. dazu braucht er von uns keine nachfrage. er tut es einfach.
als verantwortungsvoller halter muss ich in der lage sein den hund zu -überzeugen- dass das was ich bestimme auch richtig ist. nat. ist es einfacher einen welpen so zu sozialisieren als einen erwachsenen hund..
und du hast absolut recht.
diese hunde haben hier eigentlich nichts verloren. leider gibt es sie dennoch...

Pumba

Profi

Beiträge: 634

Hunde: Umbra, Mali, *2003 & Viva, Mali, *2009

Verein: SKBS

Danksagungen: 29 / 9

  • Nachricht senden

50

Donnerstag, 21. Februar 2013, 14:48

natürlich muss das gekläffe im Agysport nicht sein und auf meinem Trainingsplatz und auch auf Anderen wird darauf geachtet, dass die Hunde die nicht an der Reihe sind, so beschäftigt oder abgeschirmt sind, dass sie eben nicht dauerkläffen und hochdrehen.
Aber an einem Wettkampf lässt sich teilweise nicht vermeiden, dass ein Hund auf den Ring sieht und den anderen Hund rennen sieht, dass veranlasst halt viele Hunde zu kläffen (und am liebsten hinterher zu hetzen) - Stichwort Triebkontrolle! ;)
Es gibt übrigens viele Zuschauerhunde, welcher selber nochnie Agility gemacht haben, die kläffen sich den Ar... ab, wenn sie zuschauen müssen, das hat nichts mit dem Sport an und für sich zutun, sondern mit der Geschwindigkeit ... :ugly:

Idesiree

Fortgeschrittener

Beiträge: 214

Hunde: Venia Whippet 2010, Origine Whippet 2014 Sunny 1996-2013 in meinem Herzen

Danksagungen: 23 / 18

  • Nachricht senden

51

Donnerstag, 21. Februar 2013, 22:11

Ich habe nicht alles gelesen.
Sunny war früher ultrahibbelig, ultratriebig, immer und überall voll dabei. Ich habe bei ihr von Welpe an darauf geachtet, dass sie ihre Ruhezeiten erhält und im Alltag möglichst ausgeglichen ist.
Ich habe mit ihr BH gemacht, und Sanitätshund- ich kann sagen dass egal was wir gemacht haben sie ein Hund war- und noch heute ist- der 180% gegeben hat. Irgendwann habe ich mit ihr den Agiaufbau begonnen und trotz sorgfältigem Aufbau mit kleinsten Schritten kam sie bald ins Kläffen. Sie war zwar butzeschnell und auch im höchsten Trieb immer kontrollierbar aber für mich stimmte das nicht. Sie schrie förmlich wenn wir losgingen, wenn wir warten mussten Stresshecheln, Winseln ohne Ende, einfach die ganze Palette. Für mich stimmte das nicht und ich hörte dann nach ca. einem halben Jahr auf obwohl mir bewusst war dass sie sicher auch auf Turnieren mit entsprechendem Training das Zeug gehabt hätte, nicht weit hinten anzustehen. Natürlich gab es immer wieder- noch heute Situationen- in denen sie unglaublich schnell hochfährt, kläfft, hibbelt usw. Ich habe mich dann weitgehendst auf Nasenarbeit und BH beschränkt weil sie da zwar auch hoch im Trieb, aber nei über alle massen gestresst war.

Wenn Venia eine Katze oder Reh sieht liegt sie schreiend in der Leine! Dieser Zustand dauert dann genau 15-30 Sekunden und dann ist dieser Riesenstress vorbei. Im Gegensatz zu Sunny ist sie dann so im Tireb nicht mehr ansprechbar und völlig von Sinnen- auch Stress, aber natürlicher Stress und kein Stress den ich wöchentlich so und soviele Male immer wieder absichtlich herbeiführe.
Mit Venia mache ich jetzt Agi, sie ist nie so schnell wie Sunny damals- mir macht das Laufen mit ihr aber absolut viel mehr Spass weil sie hochkonzentriert alles gibt, immer bei der Sache ist ohne durchzudrehen und auch wenn ein anderer Hund läuft absolut entspannt auf der Decke liegen kann.


noch kurz zum Kunstturner:
ich habe damals selber bis zur schweizer Meisterschaft Geräte geturnt, heute ist meine kleine Tochter auch am Turnen. Ich war immer furchtbar nervös, Adrenalin schoss pulsierend durch meine Adern, ich war stark gestresst und aufgeregt- vor jedem Wettkampf! Ehrlich gesagt freute ich micht nicht dass meine Tochter auch turnen wollte, weil ich das für sie nicht wollte!
Interessanterweise kann sie es viel besser handeln, ist zwar auch aufgeregt, aber an sich doch sehr ruhig und einach überzeugt dass alles gut geht. Sie hat eine innere Ruhe die ich niemals hatte und bin heute der Meinung, dass dies viel viel gesünder ist als das, was ich damals immer und immer wieder durchlebte....

Es wird bei Menschen und bei Hunden Typen geben, die Stress besser handeln und solche, die es weniger gut verkraften. Dies zu erkennen und dann entsprechende Massnahmen zu treffen empfinde ich für mich als HH unabdingbar.
herzliche Grüsse von den Whippetgirls

Beiträge: 70

Hunde: Ragnarson, Malamut

Hundesport: Kein Sport in dem Sinne, von jedem etwas... "Natur-Agility", Körperkoordination, Dogdancing, Nasenarbeit, Zughundearbeit...

Danksagungen: 10 / 23

  • Nachricht senden

52

Donnerstag, 21. Februar 2013, 22:33

Danke Idesiree! Der Vergleich mit dem Kunstturnen ist super!
Die Frau mit Hut und Malamut :P

Tierpsychologin, Katrin Schuster

Beiträge: 670

Hunde: Nikky, Mops, *2006, Chrissy, Mops, *2006, Hermes, American Bulldog, *2009

Hundesport: BH, Longieren, Fährten, Futterbeutel-Training

Danksagungen: 6 / 1

  • Nachricht senden

53

Freitag, 22. Februar 2013, 15:56

Wie von vielen anderen auch schon gesagt wurde, gehört für mich das Umgehen mit Stress für einen Hund dazu. Ich unterscheide aber zwischen Alltagsstress (z.B. Hundebegegnungen) und "Spassstress" (z.B. auf dem Hupla). Die Auseinandersetzung mit Alltagsstress finde ich enorm wichtig, denn wir leben nunmal nicht in einem luftleeren Raum, also muss der Hund auch mit gewissen stressigen Situationen lernen umzugehen.
Etwas anders sehe ich das mit dem "Spassstress"... Dies ist ja meistens Stress, den ich bewusst dem Hund "antue". Also ich nehme den Hund auf den Hupla, übe dort etwas und setze ihn bewusst einer allenfalls stressigen Situation aus. Wenn sich das im Rahmen hält, habe ich auch nichts dagegen. Doch wo sind die Grenzen? Bevor ich Hermes geholt habe, wusste ich, ich will aktiven Hundesport mit einem grösseren Hund machen. Zu blöd, dass Hermes ausser der Nasenarbeit nicht wirklich viel an den BH Elementen abgewinnen kann. Ich habe mir deswegen letztes Jahr viele Gedanken gemacht, ob es überhaupt noch Sinn macht, weiter für die BH1 zu trainieren, wenn er nur bedingt freudig dabei ist. Sprich, will ich ihm diesen Stress antun, mit all diesen fremden Hunden auf einem Platz etwas zu trainieren, bei dem er nicht alles toll findet? Nach langem hin und her habe ich für mich entschieden, dass der Stress für ihn nicht zu schlimm ist und ich es noch dieses Jahr versuche. Das Leistungsheft ist gekauft und ich will dieses Jahr ein Mal starten. Sollte es voll in die Hose gehen, nun ja, dann lassen wir es dann...

Kritisch sehe ich es, wenn der Ehrgeiz des Menschen über dem Wohl des Hundes steht. So wird mir echt anders, wenn ich höre, dass man dem Hund einen Stachler anzieht, damit er bei der Unterordnung noch strammer läuft. Diesen Stress / Schmerzen tut man dem Hund nur für den eigenen SPORTLICHEN Ehrgeiz an. Für mich ein No-Go! Ebenso konnte ich über folgende Situation nur den Kopf schütteln: Im Training hat ein Team das Apportieren geübt. Die DHS-Hündin hat das Apportel gebracht, sass vor und wollte auf den Befehl das Apportel nicht loslassen. Die Besi wurde immer ungehaltener und nach einer Weile schlug sie der Hündin mit der flachen Hand voll ins Gesicht! Resultat: Die Hündin zog den Kopf ein und die Ohren an, liess aber immer noch nicht los. Da schrie die Besi den Hund an "Wenn du das in der Prüfung machst, kommst du in den Kochtopf". Ich bin weiss Gott nicht zimperlich und gehöre sicherlich nicht zu den Wattebauschwerfern, aber da ging es nicht darum, eine kritische Alltagssituation zu entschärfen, sondern rein um ein sportliches Ergebnis. Der Hund wird für den ehrgeizig des Menschen gestresst und wahrscheinlich wäre es besser, mal einen Gang runter zu schalten, die Prüfung zu schieben und in Ruhe ohne Stress am Apportieren zu trainieren.

Also, ein gewisses Mass an Stress im Sport finde ich okay, aber nur wenn er kurzfristig ist und nicht dauerhaft besteht.

54

Freitag, 22. Februar 2013, 17:54

Da schrie die Besi den Hund an "Wenn du das in der Prüfung machst, kommst du in den Kochtopf". Ich bin weiss Gott nicht zimperlich und gehöre sicherlich nicht zu den Wattebauschwerfern, aber da ging es nicht darum, eine kritische Alltagssituation zu entschärfen, sondern rein um ein sportliches Ergebnis.

Ich habe mal unser Agileistungsheft hervorgekamt 15.7.92 - 25.6.95 8 Wettkämpe gelaufen, dabei 2.nkl, 2 El, 1 g. 1 s.g 2 V Damals war der neue Sport "Agility" noch pure Freude und Spass. Es gab auch noch keine Border und wenig bellenden Hunde. Und die die bellten, fand man damals lustig und voll bei der Sache. Und Erinnerungen kommen auf, wie ich auf Socken weiter gelaufen bin, weil ein Stiefel - Stiefel! - im Matsch stecken blieb, dann ein El weil Tina sich vom Dreck vor dem Ausgang Röhre ekelte und zum Herauskommen 3 x den Röhreneingang benutze - Team eliminiert! Etwas enttäuscht sagte ich zu Tina: "Du bist so eine dumme Kuh, nur noch gut für den Schlachthof" Die Hündin sah mich mit bis zu den Ohren aufgezogenen Lefzen lachenden an und wedelt freudig. Klar sie hat alles genau verstanden :hurra:

Bitte entschuldigt meine sentimentale Anwandlung

sighthound

Fortgeschrittener

Beiträge: 225

Hunde: zwei barsois und ein whippet, alle weiblich

Verein: private huschu, whippet-windspiel-club schweiz, schweiz.barsoiclub, pate bei el galgo senior

Danksagungen: 16 / 6

  • Nachricht senden

55

Freitag, 22. Februar 2013, 18:23

meine hunde sind, ähnlich wie venia, vielleicht mal gestresst wegen wild, wobei mein stresspegel mind. so hoch ist... ansonsten sind sie sehr entspannte hunde, die man kaum aus der ruhe bringen kann. selbst auf dem hupla, sind sie nicht wirklich triebig, was natürlich auch bedeutet, dass wir nicht viel mehr hinkriegen als "wir gehen auf den hupla und machen ein paar übungen", wie oben jemand geschrieben hat. aber das wusste ich ja im vorfeld. ich käme mit einem hochtriebigen mali oder border oder was auch immer, bei dem ich wirklich aktiv dran arbeiten muss ihn runter zu fahren nicht klar. ev. liegt es daran, dass ich selber mit stress (distress, nicht eustress) auch nicht gut klar komme. ich habe zwar immer gut zu tun, wenn soviele kankheitsausfälle sind wie jetzt grad, sogar ziemlich sehr viel, aber es ist nicht stress in dem sinne, dass ich dauernd den aufgaben hinterherhinke, dauernd noch mehr machen möchte oder sollte, sondern ich bin einfach immer dran, eins nach dem andern, die pausen sind einfach geringer als sonst.


aber natürlich gibt es im alltag sequenzen, wo man an der mimik der hunde schon deutlich sieht, ok, jetzt haben sie stress. es sind aber deren wenige, da sie mit allen dingen der umwelt sehr gut klar kommen. wenn es mal stress gibt, sind es meist andere hunde, mit denen sie auf die eine oder andere art überfordert sind. meine haben auch alle ein unterschiedliches verhalten in stresssituationen. dawn zb. versucht dem zu entgehen, sie macht einen grossen bogen drum rum und kann so relativ entspannt die situation meistern. jendayi stellt sich der sache und versucht mit sowenig aufwand wie nötig, die sache durchzustehen, sie probiert immer erst im kleinen, zb. durch knurren, sich den stress buchstäblich vom leibe zu halten. nastassja kann mit stress nicht umgehen und versucht mit "flucht nach vorne" sich diesen vom hals zu halten. sobald jedoch die gefahr vorüber ist, sind alle drei wieder im tiefenentspannten zustand. sie zb. zuhause in stress zu versetzen, ist unter normalen umständen fast nicht möglich, nicht mal durch wild am zaun oder fremden katzen im garten.

ich erinnere mich an meinen früheren belgier. wenn der den pikeur vom schutzdienst nur schon sah (in voller montur natürlich, sonst nicht) tickte der schon aus. der hätte wohl bis zur völligen erschöpfung vom rand aus zusehen können wie andere schutzdienst machen und hätte dabei alles gegeben was es so an gehample, gekläffe etc. gibt. er war aber auch im alltag viel stressanfälliger als die windigen. sein nervenkostüm war insgesamt viel weniger gut.
herzliche grüsse von conny mit sighties, cats, chins and bunnies

http://snowhite-symphony.de.tl

Speedy

Schüler

Beiträge: 83

Hunde: Chery, Spanien-Mix, *2000 & Speedy, Sheltie, *2006

Verein: Schweizerischer Shetland Sheepdog Club (SSSC)

Hundesport: Agility, Fährten, BH

Danksagungen: 4 / 0

  • Nachricht senden

56

Samstag, 23. Februar 2013, 23:51

Sehr interessantes Thema! Ganz ehrlich, die am allerstärksten gestressten Hunde habe ich in Zürich in Handtaschen von "mehrbesseren" Frauen gesehen - und die haben garantiert noch nie einen Hundeplatz gesehen!

Ich habe mit Sheltie Speedy auch einen Hund, den man ganz schnell und ohne Aufwand total hochjagen kann. Bei ihm reicht meine Stimme und er fängt an zu hibbeln. Zudem neigt er rassebedingt zum kläffen, an dem arbeite ich jedoch immer und immer wieder, so dass es sich bei ihm zum Glück in Grenzen hält.

Stress muss ja nicht negativ sein, wie schon geschrieben wurde: wenn wir keinen Stress mehr haben, sind wir auf dem Friedhof. Wichtig ist die Art, wie man damit umgeht.

Speedy hat Spass am arbeiten und an Turnieren, ich verbringe seit über 6 Jahren jeden Tag mit ihm und kenne ihn so langsam. Von daher sehe ich zwar, dass er sicher "hochgefahrener" ist an einem Turnier, aber nicht hypergestresst. Und er arbeitet freudig und mit seinem lustigen Gesicht mit, auf dem Agilityplatz und auch sonst kläfft er während der Arbeit nicht und beschwichtigen ist auch kein Thema (ich achte darauf).

Zuhause musste ich ihm als Welpen auch Time-Outs geben, dass er mal geschlafen hat und nicht ständig rumgewetzt ist. Heute kein Thema mehr, er legt sich selber hin und schläft tief und fest, seufzt zuvor noch einige Male vor lauter Entspannung - er kann also sehr gut runterfahren.

Wichtig ist bei ihm Bewegung, das ist das A und O, dann bleibt auch sein Stress-Pegel sehr tief und er ist sehr ausgeglichen.

Feli02

Fortgeschrittener

Beiträge: 217

Hunde: Tammy und Dexter

Hundesport: Mantrailing

Danksagungen: 8 / 10

  • Nachricht senden

57

Mittwoch, 17. Juli 2013, 08:34

Der Thread ist zwar schon ziemlich alt, aber ich möchte mich trotzdem auf Kathrins Seite stellen, Meinungsmässig. Kann damit zusammenhängen das auch meine Erfahrungen auf dem Gebiet aus Deutschland kommen

Ich bin ganz und gar nicht gegen Hundesport. Ich bin nur gegen Ehrgeiz im Hundesport. Generell halte ich Leistungssport mit Kindern und Tieren für etwas das man ganz grundsätzlich und weltweit verbieten sollte.

Ich habe mir da sehr viel angesehen. Richtig hohe Klassen und regionales Niveau. Vorallem beim VPG Agi und Turnierhundesport. Und zu 80 % fande ich den Umgang mit dem Partner Hund unter aller Kanone.
Gerade viele deutsche bekannte Schutzdienstler wenden Trainingsmethoden an und stehen auch dazu die für mich den Tatbestand der Folter erfüllen. Bei den kleinen Vereinsmeiern ist das Stachelhalsband nicht die Ausnahme sondern die Regel.

Stress finde ich völlig ok, auch beim Sport darf es mal stressig sein. Allerdings sollte es für Hund und Halter Spaß machen. Darum geht es doch bei einem Hobby. Bewegung Auslastung und Spaß und Stärkung von Körpergefühl und Selbstbewusstsein.
Angst, Stress und kaputte Knochen sind ja nicht das Endziel
Und dann sollte es auch möglich sein einen Hund zu bekommen der sich ohne Crating runter fährt.

Allerdings denke ich das das normale Leben durchaus genug Stress für die meisten Hunde und Menschen bereit ohne das man den künstlich suchen mussen. Der Hund muß sich in einer Welt zurechtfinden die schon für uns sehr schwierig ist mit seinem ganzen Umweltreizen. Ihm werden Beschränkungen und Regeln auferlegt die gegen seine Natur sind um unaufälliges Verhalten in der Gesellschaft zu erreichen. Ich finde das ist eine große Herausforderung die einem Tier viel abverlangt.

Was das Suchen von Kathrins Malamut anbelangt. Ich denke ein Hund kann von Haus aus schnell und lange laufen und seine Nase einsetzen. Wenn man mit diesen Grundlagen arbeiten, arbeiten man nie gegen die Natur es Hundes.
Und wenn ein Hund diese Grundlagen nicht erfüllt ist es schlicht eine Qualzucht
Viele Grüße
Andrea und Pack

Pixel-Paws

Meister

Beiträge: 1 979

Hunde: Kimena, Border Collie Mix, 07 | June, Flatcoated Retriever, 11

Hundesport: Obedience, Trickdog

Danksagungen: 77 / 58

  • Nachricht senden

58

Mittwoch, 17. Juli 2013, 09:42

Allerdings denke ich das das normale Leben durchaus genug Stress für die meisten Hunde und Menschen bereit ohne das man den künstlich suchen mussen.

Das finde ich ein sehr wichtiger Punkt!

Besonders bei BC, Aussie, Mali und co ist es ja keine Kunst, sie im Sportbereich auszubilden und was zu erreichen. Das "Problem" bei diesen Rassen ist eher der Alltag. Abschalten können, nicht wegen jedem Pups auf 180 sein, Stressiges hinter sich lassen, etc.

Luna

Fortgeschrittener

Beiträge: 332

Hunde: Luna, Labi *2005, Cento, Mali *2004, Aristo, DSH *2014

Verein: HuSta

Hundesport: IPO, VPG, BH

Danksagungen: 16 / 4

  • Nachricht senden

59

Mittwoch, 17. Juli 2013, 10:40



Besonders bei BC, Aussie, Mali und co ist es ja keine Kunst, sie im Sportbereich auszubilden und was zu erreichen.
Naja... tönt wieder mal so, als müsste man sich einfach für den Sport einen BC, Aussie oder Mali zutun, dann ist der Sieg auf sicher..... an diesem Irrglauben sind schon viiiiiiele gescheitert!!! Jeden Hund im Hundesport auf hohem Niveau auszubilden ist eine gewisse "Kunst"! ;)

Pixel-Paws

Meister

Beiträge: 1 979

Hunde: Kimena, Border Collie Mix, 07 | June, Flatcoated Retriever, 11

Hundesport: Obedience, Trickdog

Danksagungen: 77 / 58

  • Nachricht senden

60

Mittwoch, 17. Juli 2013, 11:20

Klar, nimm doch mal ein Whippet und mach aus ihm eine Agikanone. Er bringt ja die Schnelligkeit mit, sollte kein Thema sein. ;) Oder versuchs doch gleich mit IPO. Wär doch mal was Frisches, Neues.

Sorry, aber jeder, der sich zwei so unterschiedliche Rassen hält, weiss was ich meine! Ich sehe den Unterschied zwischen June und Kim sogar, obwohl Flats ja auch sehr viel in diversen Sparten zu finden sind. Aber es ist ein himmelweiter Unterschied, wie die beiden lernen und mit mir arbeiten! Kimena hat mir fast alles geschenkt, was ich mit June wirklich hart erarbeiten muss! Und das liegt überhaupt nicht daran, dass sie es nicht lernen will, sie ist nämlich immer mit Feuereifer bei der Sache. Aber ihre Auffassungsgabe ist im Vergleich zu Kimena, die aktiv mitdenkt, eine Katastrophe!

Natürlich ist es schwer, in einer bereits bestehenden "Elite" Fuss zu fassen. Aber stell dir mal vor, für die IPO würden nur Berner Sennenhunde zugelassen (bei den gleichen Regeln wie jetzt schon existieren) und du darfst als einzige mit einem Mali da einsteigen. Es ist relativ klar, dass du innert Kürze überall abräumen würdest! Oder im Agi wären alles Whippis, die riesen Bögen laufen und eine langsamere Reaktionszeit haben wie ein Border, und jetzt kommt jemand mit einem Border Collie daher. Die Whippets könnten sofort zusammenpacken! Beim Agi ist das ja wirklich so gewesen, die Leute die die ersten Border mitbrachten, waren schnell weit oben was natürlich mit sich zog, dass alle einen Border wollten! Noch vor 20 Jahren war es nämlich sehr schwierig, an einen Border Collie heran zu kommen, es gab nur ganz wenige Züchter. Und jetzt? Jeder züchtet und jeder kennt Border Collies.

Das meine ich damit. ;)

Hingegen wird es im Vergleich ein Spaziergang sein, einen durchschnittelichen Berner im Alltag zu führen, so dass es für den Hund eine relativ stressfreie Sache ist. Und zwar ohne, dass man ihm schon als Welpe via Boxenstopp die Ruhepausen beibringen musste! Versuch das mal mit einem Border oder einem Mali, dann hätten wir bald unseren 24h Bespassungsjunky mit Verhaltensstörungen und einem Stresslevel jenseits von gut und böse!