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Panouk

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Donnerstag, 7. März 2013, 19:15

Ich habe diese Beiträge aus dem Thread "Wirres Zeug das gesagt werden muss" hier in einem neuen Thread gepackt.


Unser Hund ist auch eher jagdlich :halo: ambitioniert was einiges abverlangt auf den Spaziergängen. Oh, was für ein Tag heute!

Am Morgen überlegte ich in einem Gebiet spazieren zu gehen welches gut übersichtlich ist und ich den Jungspund gut frei laufen lassen kann. Ich hatte zwar zu Beginn des Winters dort auf freiem Feld bereits am frühen Morgen drei Rehe gesichtet und auch weiterweg am Waldesrand äsen sie oft.

Ich war heute Morgen aber etwas später unterwegs und hatte mein Hauptmerk eher auf die Rabenvögel gerichtet. Natürlich hatte auch Anouk diese gesichtet. Sie waren jedoch auf der anderen schmalen Bachseite etwas weiter weg im Feld. Ich nutzte das natürlich um sie abzurufen und beim herankommen zu belohnen was auch recht gut gelang :) .

Etwas weiter vorne dann ein Greiffvogel welcher sich beim Bachufer auf einen hohen abgesägten Baumstamm nieder gelassen hatte. Er flog auf und davon Anouk setzte kurz hinterher, drehte um und kam zu mir, ohne dass ich ein Kommando gegeben habe, sie wollte ihre Belohnung ;) :thumbsup:

Weiter vorne dröhnte ein riesiger Traktor mit Anhänger am anderen Ufer des schmalen Bachlaufes. Ein Mann mit Leuchtweste stand im Bach und hantierte mit einem dicken Rohr. Zwei weitere Männer diskutierten bei einem Abflussrohr am Wegesrand auf unserer Seite. Dies war also für uns eine gute Übung. Ganz zufrieden war ich nicht beim vorbeilaufen. Anouk war still :thumbsup: aber sie zog wie ein Brauereipferd. Sie konnte sich erst wieder auf mich konzentrieren als wir schon vorbei waren. Nach kurzer Strecke überquerten wir die Strasse und liefen auf der anderen Seite des Baches wieder zurück. Da stand bereits dieser erwähnte, dröhnende Traktor. Wir konnten zügig daran vorbei gehen. Die Belohnung kam natürlich. Das hat mich sehr gefreut. Ich fand, nachdem was wir in diesen 20 Minuten die wir unterwegs waren bereits schon aufregendes erlebt hatten beeindruckend.

Nach dem passieren des Traktores gab ich Anouk wieder frei. Wir liefen weiter dem Bachlauf entlang, bestaunten die zurückgelassenen Spuren der Biber. Etwa 30 Meter vor der nächsten Brücke macht der Weg eine sanfte Biegung. Ich hatte noch soeben den Waldrand weiter weg beobachtet ob die Rehe dort standen. Ich blickte Richtung Anouk, die vor mir lief und sehe unmittelbar etwa 15 Meter vor uns drei Rehe...

Ich rief meinen Superrückruf und sie kommt angesprungen, obwohl sie die Rehe erblickt hatte. Ich hatte echt Zweifel, ob sie kommen würde. Ich liess sofort viele, viele Guddies fallen klinkte die Leine ein, und schmiss noch weitere Guddies in die entgegengesetzte Richtung von den Rehen.

Ich dachte so bei mir.. der Einsatz war erfolgreich :halo: und schickte ein riesengrosses Danke hinauf. Als wir an der Stelle vorbei kamen wo die Rehe anscheinend hinter der leichten Wegbiegung über den schmalen Bachlauf hinübergesetzt hatten, war es dann vorbei. Anouk hing in der Leine schnüffelte aufgeregt den Spuren nach. Ich nahm sie zu mir, lief weiter und belohnte sie als sie Blickkontakt aufnahm. Sie war jedoch ziemlich aufgeregt und unkonzentriert. Ich war natürlich nachdem innerlich auch nicht im Schlafmodus. Ich bin einfach sehr, sehr dankbar, dass sie nicht den Rehen nachgesetzt hat, vielschweissvonderstirneabwischunddemherzgutzusprechen

Was hätte ich sonst noch tun können. Habt Ihr Tipps?


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Bones

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Donnerstag, 7. März 2013, 20:02

Panouk, ich finde, sie hat es super gemacht. Sie kam auf den Rueckruf und das ist bei einem jngen Hund, der doch etwas jagig ist ein riesenerfolg :thumbsup:

So wie du schreibst hatte sie vorher schon viel zu zun und die Rehsichtung, inkl. der bleibende Geruch war dann doch too much fuer sie. Da kannst du aber herzlich wenig dafuer. Wir haben ja ähnliche Themen :rolleyes:

Was du hättest besser machen können, kann ich dir nicht sagen, war ja nicht dabei. Aber erfreu dich doch an dem, was geklappt hat. Diese aufgeregtheit nervt zwar, das kenn ich auch bei meinem irren Teilchen aber es ist in diesem Alter völlig normal. Bei Bones gibts auch Situationen in denen ich ihr scheissegal bin, ich könnte ihr ein ganzes Kotelett vor die Schnute halten und es wär ihr völlig egal :ugly: ich fahr am besten damit, dass ich sie, wenn ich sehe dass sie sich nicht mehr so gnz unter Kontrolle hat, sie einfach aus der Situation herausnehm. Kann hald passieren dass ich sie die ersten Meter hinter mit herziehe, aber wenn siekeine Ruecksicht auf mich nimmt, nehm ich auch keine auf sie. Anschliessend mach ich Uebungen, die ihre Aufmerksamkeit fordern, wie z.B. rasche Richtungswechsel, bei denen sie dann einfach mithalten muss. Anschliessend, wenn sie wieder bei sich ist und mir aufmerksamkeit schenkt, lasse ich sie runterfahren, indem ich sie ne Weile lang an der Futtertube lecken lasse und sie durch beruehrungen noch etwas weiter runterfahre.

Bei einem jungen Hund machts sogar Sinn, wenn innert 20 min so viel passiert ist, einfach auf dem kuerzesten weg zum Auto zurueckzugehen. Da muss man wirklich kein schlechtes Gewissen haben dass es zu wenig bewegung war. Die Eindruecke sind ja wichtiger als die gemachten Kilometer ;)
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Panouk

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Donnerstag, 7. März 2013, 20:49

@Bones

Die Richtungswechsel mache ich eher, wenn wir unterwegs sind und sie schon zu Beginn so unkonzentriert ist. Sie war nachdem sie die Spur in der Nase hatte kaum mehr zu bremsen.

Ich denke einfach der "Kübel" war voll und das Erlebte in den gesamten 40 Minuten drohte diesen zum Überschwappen zu bringen. Unser Fahrzeug war auch nicht allzu weit weg, und ich war wirklich froh, als ich sie in diesem verstaut hatte.


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Tabasco

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Donnerstag, 7. März 2013, 21:15

Zitat

Was hätte ich sonst noch tun können. Habt Ihr Tipps?


Also ich sehe nicht, dass du etwas anderes hättest machen können.
Sie hat sich trotz der Rehsichtung abrufen lassen, das ist supertoll! Dass sie dann heftig auf den Geruch reagiert hat, finde ich nicht schlimm. Schliesslich hat sich ihr Stresspegel in den vorangegangenen Minuten bestimmt recht erhöht. Da erstaunt es mich nicht, dass sie nicht mehr gut ansprechbar war. Sie ist ja noch sehr jung.

Pumba

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Donnerstag, 7. März 2013, 21:38


Was hätte ich sonst noch tun können. Habt Ihr Tipps?
Ich denke auch, du hast soweit alles gut und richtig gemacht ! Einziger Denkanstoss, gerade auch weil der Hund noch jung ist und noch keinen (wenig) Erfolg (Hetzen) hatte, ich würde ihn an solchen Orten wo du Rehe vermuten kannst, vielleicht eher an der Schleppleine führen, damit im Falle eines Falles (sicher bist du ja noch nicht, dass sie keine Rehe hetzt) der Hund gar nicht auf den Geschmack des Nachhetzens kommen kann - aber ansonsten scheint ihr 2 ja auf dem richtigen Weg zu sein :thumbsup:

Panouk

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Freitag, 8. März 2013, 06:35

Danke für Eure Antworten und Vorschläge :)
Einziger Denkanstoss, gerade auch weil der Hund noch jung ist und noch keinen (wenig) Erfolg (Hetzen) hatte, ich würde ihn an solchen Orten wo du Rehe vermuten kannst, vielleicht eher an der Schleppleine führen, damit im Falle eines Falles (sicher bist du ja noch nicht, dass sie keine Rehe hetzt) der Hund gar nicht auf den Geschmack des Nachhetzens kommen kann



Die Schwierigkeit hier ist eben, dass ich Anouk immer an der Schleppleine lassen müsste. Die Reh- und Wildschweine Sichtungen sind hier beinahe alltäglich. Es scheint, wir wohnen in einem grossen Tierpark in dieser Gegend.



Bewusst habe ich diese offene und eigentlich übersichtliche Spaziergangroute gewählt.



Andererseits möchte ich auf keinen Fall, dass es zu einem Nachhetzen kommt und es ein Erfolgserlebnis gibt. Mir ist bewusst, dass ich im momentanen Ausbildungsstand mich nicht auf das aufgebaute Training verlassen kann und dieses sich nach weiterem Training festigen muss.



Ich hatte jetzt innerhalb weniger Tage zweimal eine so nahe Begegnung, bei dem das Wildtier, einmal ein Fuchs und gestern eben die Rehe, unmittelbar vor uns auftauchten. Beide Male verhielt sich Anouk aus meiner Sicht gleich :thumbup: .



Für mich hat sich der fortwährende Aufbau und das konstante Training bereits bei diesen zwei nahen Begegnungen sehr gelohnt, wenn es dadurch nicht zu einer Verfolgung ausartete und Anouk sogar zu mir kam um die Belohnung abzuholen.



Wenn ich daran weiterhin konzentriert und intensiv weiter übe und es somit zu einer sehr, sehr hohen Zuverlässigkeit kommt bin ich mehr wie Zufrieden. Ich gehe sogar davon aus, dass wir es immer beibehalten müssen.


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7

Freitag, 8. März 2013, 17:32

Hallo Panouk!
Ich finde auch, dass sich das super liest und Ihr das ganz toll gemeistert habt!
Aber wie Pumba würde ich auch auf eine Feldleine nicht verzichten. Lieber ist Dein Hund jetzt mal ein halbes Jahr an der Leine und es passiert nichts, als dass sie in dem halben Jahr nicht an der Leine ist und doch mal abgeht. Das Risiko würde ich ehrlich gesagt nicht eingehen wollen, gerade weil Du so schön mit ihr arbeits.

Wäre schade, wenn Du nach so einem Erlebnis dann nochmal ganz von vorne anfangen musst. Ich denke, wenn Ihr so weiter arbeitet und in einem halben Jahr oder Jahr vielleicht noch etws mehr Ruhe reinkommt, dass du später gar nicht mehr viel machen musst. Dann ist es Routine, dass da halt noch andere Gerüche und Wildvorkommen umherläuft aber die spassigen Aktionen mit Dir laufen.

Von daher würde ich sagen, lieber einmal zuviel an der Feldleine als einmal zu wenig :) .

Und ja, ich weiss wie nervig das ist mit dem Teil und wie man seinen inneren Schweinehund überwinden muss mit Schleppe zu laufen, aber es macht wirklich, wirklich Sinn :rolleyes: .

Alles Gute!
Katrin
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Freitag, 8. März 2013, 18:00

Ich schliesse mich Katrin an. Ich habe den Fehler gemacht und die Schleppi zu wenig konsequent eingesetzt. :( Das Resultat ist ein Hund, der genau weiss, wie toll hetzen sein kann. :/

Panouk

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Samstag, 9. März 2013, 08:30

Ich schliesse mich Katrin an. Ich habe den Fehler gemacht und die Schleppi zu wenig konsequent eingesetzt. Das Resultat ist ein Hund, der genau weiss, wie toll hetzen sein kann. :/
:S so schnell, ist der bereits erziehlte Erfolg wieder zu nichte gemacht. Ein weiterer und neuer Aufbau nochmals schwieriger wie ich mir vorstellen kann.

Und ja, ich weiss wie nervig das ist mit dem Teil und wie man seinen inneren Schweinehund überwinden muss mit Schleppe zu laufen, aber es macht wirklich, wirklich Sinn .


Ich empfinde diese Schleppleinen als nicht ungefährlich. Anouk ist enorm schnell in ihren Reaktionen. Sollte sie wirklich davonpreschen, erachte ich es als eine enorme Gefahr, dass sie mich bei dieser Länge einer Schleppleine über den Haufen reisst, und ich bin ja wirklich kein Fliegengewicht :whistling: , oder mein Schultergelenk unter Mittleidenschaft gezogen wird, sofern ich überhaupt die Möglichkeit habe die Leine zu ergattern, sollte diese gerade am Boden schleifen.



Ich mag eigentlich lieber die Rollauszugsleine, ja es ist so, Anouk läuft draussen unterwegs immer in einem Brustgeschirr und die 9 Meter lange Rollauszugsleine ist zusätzlich an einer guten Leine die ich quer über die eine Schulter trage fixiert.



Sie hat gelernt, dass ziehen an der Auszugsrollleine in der Regel zu keinem Erfolg führt.

Von daher würde ich sagen, lieber einmal zuviel an der Feldleine als einmal zu wenig .
Da gehe ich mit Dir überein, denn ich will keine Hetzjagd die Anouk durchführen kann.
Wäre schade, wenn Du nach so einem Erlebnis dann nochmal ganz von vorne anfangen musst. Ich denke, wenn Ihr so weiter arbeitet und in einem halben Jahr oder Jahr vielleicht noch etws mehr Ruhe reinkommt, dass du später gar nicht mehr viel machen musst. Dann ist es Routine, dass da halt noch andere Gerüche und Wildvorkommen umherläuft aber die spassigen Aktionen mit Dir laufen.
Das wäre ein wirklich äusserst erstrebenswertes Ziel:). Ob dieses Zeitfenster bei uns jedoch realistich ist? Da habe ich noch meine Zweifel, wir sind jedoch weiterhin sehr bemüht daran zu arbeiten und vor allem zu festigen. :)


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Samstag, 9. März 2013, 09:16

Eine gute Bekannte von mir hatte einen Vizslarüden - jagdlich sehr ambitioniert, wie man sich bei der Rasse unschwer vorstellen kann :whistling: . Ich war bestimmt zehn Mal mit ihr und ihrem Hund im Wald unterwegs. Amiga fast hyperventilierend an der Schlepp, der Vizsla frei. Er hat zwar manchmal auch vibriert vor lauter "ich-würd-aber-schon-gerne-und-ich-weiss-ganz-genau-dass-da.....!" und er ist immer wieder vorgestanden. Ein "nein komm zu mir" von der Besitzerin hat aber jedes mal gereicht. Auf meine Frage hin, wie sie das geschafft hat, kam ihre kurze, bündige Antwort, dass sie den Hund in seinem ersten Lebensjahr nie von der Schleppleine liess, nie. Er ist kein einziges Mal einem bewegten Objekt hinterhergehüpft - das sei alles.
Inzwischen lebt der Rüde nicht mehr und sie hat eine junge Vizslahündin. Auch bei dieser macht sie es wieder so. Die Hündin ist noch um einiges triebiger als der Rüde und ist inzwischen bestimmt schon fast eineinhalb Jahre alt. Auch sie war bisher noch nie ohne Leine unterwegs. Ich bin sehr gespannt, ob meine Bekannte es bei der Hündin auch wieder so super hinkriegt.

Bei Amiga habe ich das natürlich nicht gemacht :rolleyes: . Ich hatte total unterschätzt, was für eine nachhaltige Wirkung ein einziger Hetzerfolg haben kann. Amiga hatte vor zwei Jahren mal am Rand eines Kornfelds - also so ca. 2m im Feld drin - ein Reh aufgespürt und dann höchstens über 20 m gehetzt. Dann wurde es ihr zu unübersichtlich im Feld :lama: und kam zurück. In ihrem Adrenalin- oder Dopaminschub (oder beides....auf jeden Fall was mit ...in) hat sie gleich ein paar, hoch am Himmel fliegende, Vögel entdeckt und ist denen über die freie Wiese daneben kreuz und quer nachgerast. Völlig sinnbefreit und unkontrolliert.
Ich konnte Amiga nun zwei Jahre lang in der Nähe dieser Stelle nicht mehr ableinen weil sie sich jedes Mal an dieser Stelle an ihre Glücksmomente damals erinnert hat. Es war so schlimm, dass sie in der Nähe dieses Feldes nur noch den Himmel gescannt und nach Vögel Ausschau gehalten hat. Bei Sichtung eines fliegenden Vogels raste sie mir sogar in die Leine und über sowas sind wir eigentlich sonst längst hinaus (Amiga wird 5!). Ich hatte sie nun zwei Jahre lang im grösseren Umkreis zu dieser Stelle an der Leine, Schlepp oder Flexi und letzte Woche konnte ich zum ersten Mal wieder ohne Leine da durch spazieren und sie blieb entspannt. Zwei Jahre hats gebraucht um die Erlebnisse einer klitzekleinen Minute auszugleichen :pinch: und ich weiss genau, es braucht nur einen winzigen Auslöser und sie erinnert sich wieder und es geht wieder von vorne los.

Was ich auch feststellen konnte ist, dass Amiga sich an der Auszugsleine wohl eher kontrolliert fühlt wie an der Schleppleine. Die Schlepp vermittelt ihr viel mehr das Gefühl von "ich bin frei wie ein Vogel", wahrscheinlich weil sie den permanenten leichten Zug nicht spürt. Ich lasse die Schlepp aber nie schleifen - ich hänge mir das Ende immer mit einem Karabiner an den Bauchgurt. Mit schleifenden Schleppleinen kann ich nicht umgehen und das Risiko, dass ich den Zeitpunkt um draufzustehen verpassen könnte, ist mir viel zu gross. Und das Gefühl, ständig auf der Hut sein zu müssen, finde ich sehr anstrengend.

Das waren meine Erfahrungen zu dem Thema. Ich verstehe jeden, der das nicht durchzieht mit dem ständig angeleint unterwegs sein in den ersten 1-2 Jahre. Selber habe ich mir das zwar vorgenommen für meinen nächsten Hund, weiss aber nicht, ob ich das dann auch durchziehen kann.
Lg Nicole

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11

Samstag, 9. März 2013, 19:44

Hallo Panouk!

Ich habe meinen relativ leichten 36kg-Malamut an der Feldleine geführt und mir
ein paar mal die Muskeln gezerrt, als er volle Kanne reingeprescht ist. Auch
immer am Brustgeschirr, anderes kommt bei mir eh nicht in Frage...

Nach der dritten Zerrung hab ich dann doch mal nach Ruckdämpfern geschaut, die
ich zwischensetze kann und glaube mir, die waren eine sehr, sehr gute
Erleichterung! Auch wenn er jetzt an der Flex ist, hab ich ihn imm am
Ruckdämpfer, das macht es wirklich sehr viel angenehmer.

Die Regel in dieser Zeitspanne ist natürlich zusätzlich die, dass das Ende der
Leine immer in der Hand liegt oder am Körper befestigt ist und ja, ich bin auch
schon ein paar Meter durch den Schlamm geschlittert, als der Herr meinte den
Esel am Zaun entlang verfolgen zu müssen...

Es ist nicht ungefährlich, aber ich würde dieses Risiko eingehen. Wenn mein
Hund dann doch mal jagen gegangen wäre, müsste ich ja auch die Feldleine dran
machen oder immer an der kurzen gehen, das ist aber dann ein längeres Thema,
wie Perrolina schön geschrieben hat.

Grüsse,

Katrin
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Samstag, 9. März 2013, 20:02

Perrolina super Beitrag! Genau so wie deine Bekannte werde ich es mit dem nächsten Hund handhaben. 1 Schleppi = 10 Jahre Freiheit sagt man.

Magi

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Samstag, 9. März 2013, 20:14

Mir wurde immer das Gegenteil geraten, das erste Jahr frei lassen immer und überall wo es nur geht.
Heute bereue ich es und hätte es lieber auf die Viszla-Halterin-Art gemacht

Aber um zum Thema zurück zu kehren, auch wenn du das ganze noch mit Schleppleine oder ähnlicher Fixierung (meine erkennt übrigens sehr wohl den Unterschied, nur schon anhand vom Karabiner und Geräuschen hinter ihr weiss sie ob es die 6, 10 oder20 Schlepp ist oder die Flex.) optimieren kannst. so war das Erlebnis doch durch und durch super :thumbsup: Superpfiff/ruf hat geklappt = Mission geglückt :thumbsup: Das einzige was ich bisschen Aufpassen würde, ist jedenfalls bei Zelda so. Wenn der Superpfiff/ruf erfolgt hatte und sie es mit Wild/Spur in Verbindung bringt, wird sie jagiger und provoziert solche Situationen, gibt ja eine superduper Belohnung :D

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Pumba

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Samstag, 9. März 2013, 21:35

Perrolina - das ist auch ein interessanter Ansatz (Viszla) und weitere Überlegungen wert - danke für den Anstoss! :thumbsup: :thumbsup:

Magi: Ich kenn das auch von Umbra, dass sie Situationen "kreiert" hat, damit der super Pfiff kommt :lama: ich habs aber schnell durchschaut und dieses Verhalten einfach ein paar Mal ignoriert, dann gings wieder :halo:

Panouk

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Sonntag, 10. März 2013, 10:03

Was ich auch feststellen konnte ist, dass Amiga sich an der Auszugsleine wohl eher kontrolliert fühlt wie an der Schleppleine. Die Schlepp vermittelt ihr viel mehr das Gefühl von "ich bin frei wie ein Vogel", wahrscheinlich weil sie den permanenten leichten Zug nicht spürt. Ich lasse die Schlepp aber nie schleifen - ich hänge mir das Ende immer mit einem Karabiner an den Bauchgurt. Mit schleifenden Schleppleinen kann ich nicht umgehen und das Risiko, dass ich den Zeitpunkt um draufzustehen verpassen könnte, ist mir viel zu gross. Und das Gefühl, ständig auf der Hut sein zu müssen, finde ich sehr anstrengend.

Ich werde es mit einer Schleppleine ausprobieren. Wenn ich beobachten kann, dass Anouk trotz Sicherung sich damit freier fühlt ist mir das mehr wie recht:).

Bei mir wird die Schleppleine an der Leine die ich quer über die Schultern trage befestigt werden, auf eine Schleppleine draufstehen werde ich vermeiden. Das Unfallrisiko scheint mir zu gross für mich.


Zitat


von Perrolina

dass sie den Hund in seinem ersten Lebensjahr nie von der Schleppleine liess, nie. Er ist kein einziges Mal einem bewegten Objekt hinterhergehüpft - das sei alles.

Da Anouk im Garten sich frei bewegen kann, wird sie immer wieder einem Insekt, einem Vogel oder vielleicht einem Blatt nachrennen können. Ich denke aber, dass sie dann schon unterscheiden kann, was innerhalb dem Garten oder ausserhalb, wenn wir unterwegs sind möglich ist, wenn ich sie strickt unterwegs an einer Leine führe.




@ Katrin Schu

Das einsetzen eines Ruckdämpfers erscheint mir für die Gesundheit sehr Sinnvoll, für Hund sowie Mensch.

Vielen Dank für die Hinweise und die wertvollen Ratschläge.

Lässt ihr den Hund nach der Sichtung des Jagdobjektes und des erfolgreichen Abrufs an den Spuren am Boden schnüffeln? Wenn ja wie intensiv in der Dauer ist sinnvoll?

Ich habe Anouk jeweils schnüffeln lassen, hat sie aber die Spur weiter verfolgen wollen, habe ich es nicht zugelassen und bin weiter gelaufen.


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Bones

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Sonntag, 10. März 2013, 10:34

Ich hab ja Bones sehr oft an der Leine. Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig, da sie nicht nur auf Wild reagiert, sondern auf alles was sich bewegt und ihrer Meinung nach da nicht hingehört.

Ich hab sie dann immer an ner 10m Flex und zwischendurch darf sie frei ihre Flitzerunden drehen, kommt aber wenn sie mir zu hoch fährt, wieder an die Leine. Ich hab sie im Moment so weit, dass sie so lange gucken - von mir aus auch anstarren darf wie sie will, aber zu mir zurueckkommen muss, ohne dass ich etwas zu ihr sage. Dann gibt natuerlich superviel Lob und was leckeres zur Belohnung. An der Leine klappt das in 99% der Fälle. Wenn nicht, war ich einfach zu nah dran.

Solange sie sich auch nicht auffuehrt wie ein Halbaffe, darf sie auch an Wildspuren schnuppern gehen - diese sollten fuer sie einfach normal werden, wie auch der Geruch anderer Hunde oder Menschen auch. Daher bin ich gerne in der Dämmerung auf der Wiese. Erst mit Jade, um zu gucken wo sich das Wild aufhält, danach geh ich mit Bones in ihre Nähe. Am Anfang wars nervig. Sie zog völlig bescheuert rum und stemmte sich mit allen 4en so derartig in den Boden und ich hatte teilweise echt Muehe sie zu halten (so klein und schmächtig sie ist, genau so viel Kraft hat das Teil auch, die täuscht extrem). Mittlerweile kann sie seelenruhig an den Wildspuren rumschnueffeln und sich auch daraus lösen, ohne dass sie der Spur in den Wald folgt. Ob ich je das Risiko eingehe und sie da ableine? Ich glaub nicht. Sie soll aber lernen damit umzugehen. Denn nicht immer weiss ich dass da vorher ein Reh entanglief

Ich werd auch bald anfangen den Superpfiff aufzubauen. Da sie in Situationen, die fuer sie schwierig sind, machmal kein Futter annimmt, werde ich den Pfiff auf ein echtes Fell konditionieren. Denn einerseits liebt sie fellige Sachen und andererseits ists fuer sie wohl sie Bessere lösung. Denn... wenn ich nem Hunderternötli nachrenne und da ruft mir einer, der mit nem Zehner rumwedelt und sagt ich könne das haben, versuch ich ja auch trotzdem erst den Hunni zu erwischen :lama:

Wir haben noch nen sehr langen Weg vor uns, der wohl neben den vielen tollen Erfolgen, auch mit Rueckschritten und neuen Problemen gepflastert sein wird. Aber es wird stetig besser. Gerade gestern hat Bones ihren allererstenTraktor sein Monaten gesehen, dieser pfluegte das Feld, Krähen verfolgten ihn. Also gleich 2 Reize auf einmal. Sie guckte und guckte und guckte und guckte....und.... kam zu mir...und....schnueffelte ca. 20m vom Trecker und Krähen entfernt am Boden rum :hurra: sie hatte auch in keiner Sekunde nen Vorwärtsdrang.
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Idesiree

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Hunde: Venia Whippet 2010, Origine Whippet 2014 Sunny 1996-2013 in meinem Herzen

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Sonntag, 10. März 2013, 11:21

@Bones
ich habe von diversen Seiten gehört dass das Fell mit Wildduft beträufelt eine sehr, sehr hochwertige Belohnung ist die gut und gerne angenommen wird- ich habe es selber noch nicht probiert bei Venia aber wenn ich mit Fell arbeiten würde, wäre das für mich das was ich machen würde...
herzliche Grüsse von den Whippetgirls