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Nora

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Sonntag, 25. August 2013, 09:42

Wölfe kehren nach Frankreich zurück

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur…n-a-917736.html

Ich lese gerade diesen Artikel (also... den habe ich durch, aber die Querverweise noch nicht). Spannend finde ich, dass die Schafzüchter, nachdem sie mit Waffen und Technik nicht weiterkamen, wieder auf Herdenschutzhunde zurückgreifen und damit offensichtlich sehr glücklich sind.

Spannend finde ich aber auch diese Aussage: "Hat sich der Wolf erst in einem Gebiet etabliert, gehen auch die Zwischenfälle mit Nutztieren zurück." Heisst für mich - wenn es denn so stimmt: Wölfe meiden die Nähe von Menschen so gut es geht und nähern sich ihnen wirklich nur, wenn sie müssen. Ob das eine 'neue' Eigenschaft ist? Weil mit so einem Mechanismus kann der Wolf sich nicht zum Hund domestiziert haben... oder ist es eine 'Luxus'-Eigenschaft, weil der Wolf den Menschen heute viel besser meiden kann, weil er eben abseits des Menschs (Genitiv von 'Mensch'? *argh*) - dann anders als einstmals - genügend Nahrung findet? Alternativ messe ich dem viel zu viel Gewicht bei, sehe es zu vereinzelt oder vermische Dinge, die nichts miteinander zu tun haben. :D Spannend ist es allemal... :)

Panouk

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Sonntag, 25. August 2013, 10:03

Ich kann mir sehr gut vorstellen, das ein Verhalten die Nähe des Menschen zu meiden eben auch mit dem Alter eines Wolfes zusammenhängt, mit seinen Erfahrungen die er bereits gemacht hat.


Sage es mir, und ich werde es vergessen; Zeige es mir, und ich werde mich daran erinnern; Beteilige mich und ich werde es verstehen!!! (lao tse)

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Sonntag, 25. August 2013, 10:12

Ich kann mir sehr gut vorstellen, das ein Verhalten die Nähe des Menschen zu meiden eben auch mit dem Alter eines Wolfes zusammenhängt, mit seinen Erfahrungen die er bereits gemacht hat.


ich glaube dass wenige wölfe die "schlechte erfahrung" mit menschen gemacht haben und sich deshalb von ihnen fern halten.
ich bin her davon überzeugt, dass in vielen tierarten eine natürliche scheu vor menschen genetisch verankert ist und bei manchen wildtierarten diese eben mehr ausgeprägt ist.
der herdenschutz durch hunde wird in frankreich wohl eher angenommen werden als in der schweiz.
dies liegt jedoch auch nicht unerheblich zusammen mit dem nationalstolz der franzosen. sie haben einen eigenen, seit jeher französisch stämmigen hund. den pyrinäen berghund.
man wird diesen sicher vermehrt auch einsetzen.

Nora

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Sonntag, 25. August 2013, 10:22

Dass das in der Schweiz nicht ganz so gut klappt, könnte aber auch mit der Besiedlungsdichte und der (anerzogenen) Einstellung dem Hund gegenüber liegen. Wem nicht weis gemacht wurde, dass Hunde immer nett und lieb sein müssen, reagiert vielleicht auch eher richtig, wenn er denn mal auf eine von HSH geschützte Schafherde trifft?

Panouk

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Sonntag, 25. August 2013, 10:26

Wenn ich aber lese und von Einheimischen erzählt bekomme, wie sich die Wölfe bis an die bewohnten Dörfer heranwagen obwohl die Schneehöhe schon recht weit oben war und sich das Wild dann auch weiter oben aufhält, denke ich halt schon, dass es sich nicht nur um opportunistisches Verhalten handelt leichte Beute zu bekommen, sondern auch mangelnde Erfahrung, die Nähe des Menschen aufzusuchen.


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Panouk

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Sonntag, 25. August 2013, 11:26

Andererseits zweifle ich die Korrektheit des Berichtes an in Bezug auf die Herkunft der Wölfe.

Nachgewiesen ist, dass die Zuwanderung von Osteuropa vermehrt stattfindet. Die ist noch nicht bis Frankreich erfolgt. Die Wölfe im Zentralmassiv sind meiner Meinung nach von der italienischen Population stammend, gleich wie die Wölfe die wir in der Schweiz haben.

Der Bericht lässt selber diesen Schluss zu indem erwähnt wird, dass die Wölfe zuerst in den Westalpen aufgetreten sind. Es ist naheliegend, dass sie in der Folge die Rhoneebene durchquerten und ins angrenzende Zentralmassiv übersiedelten.

In Bezug auf die Pyrenäenwölfe bin ich der Meinung, dass sie in der Verbindung mit der spanischen Population stehen.

Absehbar ist durchaus, dass sich die osteuropäischen Wölfe und die italienischen Wölfe irgendwo in Süddeutschland oder im zentralen Alpenraum treffen.


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Magi

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Sonntag, 25. August 2013, 11:30

Die Kommentare sind wie immer das beste am ganzen :D

Ich denke, Wölfe sind zwar geeignet zum domestizieren, dafür muss man sich aber auch ins Zeug legen. Denke, damals hat man den Wolf versucht zu zähmen, aus prestige Gründen oder warum auch immer. Heute versucht man das in der Regel nicht.

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Sonntag, 25. August 2013, 23:48

Dass das in der Schweiz nicht ganz so gut klappt, könnte aber auch mit der Besiedlungsdichte und der (anerzogenen) Einstellung dem Hund gegenüber liegen. Wem nicht weis gemacht wurde, dass Hunde immer nett und lieb sein müssen, reagiert vielleicht auch eher richtig, wenn er denn mal auf eine von HSH geschützte Schafherde trifft?



ja das ist durchaus so. in der schweiz hat man weitaus mehr touriebegegnungen als in frankreich, da es klar ein sehr viel grösseres gebiet ist.
der umgang mit hunden ist hier sehr viel ungezwungener als in der schweiz.
das merke ich selbst jeden tag.
rastet eine ayla am tor wie eine furie ab, grüssen uns alle vorbei gehenden trotzdem sehr freundlich und lächeln, während man in der schweiz gerade in so einem moment die erste anzeige bekommt...so von wegen "gefährlicher hund hat uns bedroht usw"
allerdings würde auch niemand ! versuchen trotzdem rein zu gehen, da ein wachender hund hier auch diese aufgabe inne hat. das weiss jedes kind und lernt es auch so.
in der schweiz ist man über solche denkweisen schon lange hinweg. hund ist "kuscheltier" und hat sich gegenüber jedem menschen auch so zu benehmen, egal in welcher situation.
das spiegelt sich denn auch in allem wieder und natürlich betrifft es auch den herdenschutz.
herdenschutzhunde passen überhaupt nicht in die schweiz...
diese bedrohen wanderer und andere touries und sind zudem wahnsinnig gefährlich. gerade heutzutage wo ein knurrender hund immer ! gefährlich ist und alles und jeden unkontrolliert beisst.

in italien (abruzzen) ist der maremmano schon jahrhunderte elementärer wichtiger herdenschutz und völlig normal. die franzosen haben (seit der ausrottung der wölfe) fast vergessen dass sie auch diese uralte tradition des herdenschutzes haben und nun wird es sicher zügig mit den hunden weiter voran getrieben werden und ich bin überzeugt, dass sie mehr und mehr an bedeutung gewinnen wird.
die schweiz wird das anderst regeln...
hunde sind der einzige wirkliche schutz der herden, gefährden jedoch touries und andere und somit ist es auf dauer einfacher den störenfried wolf zu beseitgen.

Panouk

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Montag, 26. August 2013, 15:47

Zitat


von "andi+rudel"

herdenschutzhunde passen überhaupt nicht in die schweiz...
diese bedrohen wanderer und andere touries und sind zudem wahnsinnig gefährlich.
die schweiz wird das anderst regeln...
hunde sind der einzige wirkliche schutz der herden, gefährden jedoch touries und andere und somit ist es auf dauer einfacher den störenfried wolf zu beseitgen.

Dazu gehört aber eben auch die Bereitschaft der Menschen. Die verschiedenen Organisationen und Ämter sind durchaus seit längerer Zeit aktiv mit Aufklärungsarbeit. Das Betrifft unter anderem die Nutztierhalter sowie auch die Wanderer und Touristen um negative Vorfälle zu vermeiden.

Der Wolf ist ganz klar ein geschütztes Tier. Daran gibt es nichts zu rütteln und wer sich nicht daran hält und ihn beseitigt, oder beseitigen lässt, macht sich strafbar!


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10

Montag, 26. August 2013, 16:00

Ob das eine 'neue' Eigenschaft ist? Weil mit so einem Mechanismus kann der Wolf sich nicht zum Hund domestiziert haben...

Das ist doch natürlich, der Mensch hat den Wolf fast ausgerottet. Wölfe, die nie bejagt wurden, sind erstaunlich "zahm"!

Habe da mal eine Doku gesehen über eine OL-Läuferin, die Wölfe erforscht. In D reicht es, dass der Wind dreht, um einen Wolf auf 400m Entfernung vorm gut versteckten Menschen davonrennen zu lassen. Die Wölfe in Alaska (?), die seit vielen Generationen streng geschützt sind, kamen von sich aus ganz nahe zur Forscherin, haben sie sogar beschnuppert und als diese die Forscherin für ungefährlich befunden hat, haben die Welpen sogar in unmittelbarer Nähe zur Forscherin gespielt und das Rudel war eine Weile dort. Unglaublich, aber so gesehen völlig logisch und zeigt auch, wie anpassungsfähig diese Tiere sind.

LG

Pixel-Paws

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Montag, 26. August 2013, 16:05


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Montag, 26. August 2013, 18:35

Zitat


von "andi+rudel"

herdenschutzhunde passen überhaupt nicht in die schweiz...
diese bedrohen wanderer und andere touries und sind zudem wahnsinnig gefährlich.
die schweiz wird das anderst regeln...
hunde sind der einzige wirkliche schutz der herden, gefährden jedoch touries und andere und somit ist es auf dauer einfacher den störenfried wolf zu beseitgen.

Dazu gehört aber eben auch die Bereitschaft der Menschen. Die verschiedenen Organisationen und Ämter sind durchaus seit längerer Zeit aktiv mit Aufklärungsarbeit. Das Betrifft unter anderem die Nutztierhalter sowie auch die Wanderer und Touristen um negative Vorfälle zu vermeiden.

Der Wolf ist ganz klar ein geschütztes Tier. Daran gibt es nichts zu rütteln und wer sich nicht daran hält und ihn beseitigt, oder beseitigen lässt, macht sich strafbar!


ja leider wird der abschuss dennoch inzwischen gefordert...
dazu gehören nicht wenige landwirte, welche dazu mobil machen.
die agridea hat mir davon selber berichtet.
ein lichtblick gibt es jedoch...
die regierung wird den herdenschutz weitesgehend bezuschussen und somit besteht eine chance für die tiere.

http://www.schweizerbauer.ch/politik--wi…elt--10055.html

Panouk

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Freitag, 8. November 2013, 07:09

Der Bund investiert weiter in das Projekt für die Herdenschutzhunde


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