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btinaw

Anfänger

Beiträge: 1

Hunde: Lola, Mix, *2011

Hundesport: keine :)

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21

Sonntag, 5. Januar 2014, 10:33

eine verbale, theoretische definition von leinenruck finde ich schwierig. zumal es unterschiedliche hunde, intensitäten und intentionen gibt ;)
ja, ich arbeite auch mit leinenruck. der hund fliegt nicht durch die gegend, ruckartig zurück oder fängt an zu husten. sondern es ist ein kurzes, gut getimtes signal an den hund, wenn er sich gerade kopfmässig verliert. und heisst nicht mehr als "ich rede mit dir". wichtig dabei: durch das kurze signal bin ich wieder in seinem kopf, und dann gibt es sofort ein angebot für ein alternativverhalten. für das, was ich eigentlich will.
leinenruck, wie er früher praktiziert worden ist (rucken, umdrehen, gehen) ist für mich relativ sinnlos, und die hunde können sich in der tat daran gewöhnen. die frage ist doch immer: was lernt der hund gerade? und dafür muss ich ihm ein alternativverhalten anbieten. damit er etwas lernen kann :) und ich arbeite nie mit leinenruck, wenn ich gerade genervt bin oder weiss, dass ich den hund gerade sowieso nicht erreiche (eichhörnchen etc.).

Danish

Profi

Beiträge: 901

Hunde: Jasko, Malinois, *2003, Magic, Malinois, *2013

Hundesport: Diensthund, VPG, IPO

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22

Sonntag, 5. Januar 2014, 15:04

Sinn und Unsinn JEDER Einwirkung (Zwang) hängt unmittelbar von der Auflösung ab. Wenn ich einen Zwang setze (das kann auch eine verbale Zurechtweisung sein oder eben auch ein Leinenruck oder was auch immer) und danach kommt nix - dann ist es ziemlich sinnlos. Wenn ich aber einen Leinenruck mache, der Hund hört mit dem (für mich) falschen Verhalten auf und orientiert sich an mir - und dann kommt ein "braaaaaav" oder ein Guddi oder was auch immer als Lob gesetzt wird, dann kann der Hund durchaus etwas lernen.

Ich bin sehr für positive Verstärkung etc. Aber ich bin auch der tiefen Überzeugung, dass man nicht jedes Problem rausstreicheln kann. Und ich bin auch nicht bereit 3 Jahre an irgend einem Verhalten zu arbeiten, das mich nervt oder das uU gefährlich ist. Da setze ich leiber gezielt und über kurze Zeit Leinenruck o.ä. ein. Finde ICH fairer für den Hund, der so innert kurzer Zeit erkennt, was ich von ihm erwarte und was nicht.

Ich habe z.B. bei Leinenaggression sehr schnell sehr gute Ergebnisse erzielt mit Leinenrucken, nachdem in Hundeschulen und Hunetrainern mit "Schönklickern" und "Zeigen und Bennennen" oder "ichsingemeinenNamen" (sorry, Ironie!) über längere Zeit keinerlei Erfolg erzielt wurde.

Aber schlussendlich muss es immer für Hund UND Hundehalter passen.

Alster

Trainer

Beiträge: 6

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Hundesport: ./.

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23

Sonntag, 5. Januar 2014, 15:22

MoinMoin,

will auch mal meinen Senf dazugeben, wie ich für mich den Leinenruck (LR) verstehe/ erlebt habe.

Für mich wäre es zuerst einmal wichtig zu benennen was das Ziel des LR ist:

A) als strafende Funktion

Mittels Strafe kann ich

- Meideverhalten erzielen: der Hund sieht einen Hasen und meidet ihn/die Situation. Wendet sich ab, als ob der Hase nicht existiert.

- ein unerwüschtes Verhalten durch ein alternatives ersetzen: Der Hund sieht den Hasen und führt ein vorher erlerntes alternativ Verhalten aus. Z.B. kommt er zurück zum Halter ohne das selbiger ihn rufen muss.

Wie und wann Strafe ich:

grundsätzlich nur in einer von mir und dem Hund leistbaren Situation. Die Rahmenbedingungen müssen stimmen.
Sind Hund oder Halter in einem hohen Erregungszustand, wird die Strafe nicht angemessen sein (vom Halter) / empfunden werden (vom Hund) und es erfolgt recht schnell ein ein neuer Konflikt, welcher mit dem ursprünglichen nichts mehr zu schaffen hat.
Es wird dann häufig etwas persönliches zwischen Hund und Halter ( "Du Sau gehst hier jetzt nicht jagen"). Diese Wut z.B. nimmt der Hund durchaus wahr und kann den eigentlichen Kontext nicht mehr verstehen, er hatte ja eigentlich vor den Hasen zu jagen und hat nun ein persönliches Problem mit dem Halter.
Lernerfolg gegn null (ausser das der Halter irgendwie komisch/unberechenbar erscheint).
Merke ich als Halter das ich grad so richtig genervt bin (was ja durchaus sein kann und darf ;) ), ist es günstiger aus der Situation heraus zu gehen.
Erfolgt die Strafe wenn der Hund den Hasen schon direkt vor der Nase hat und sich in höchster Erregung befindet, ist ein lernen für den Hund in dem Moment auch sehr schwierig, bis unmöglich. (Die Intensität müsste extrem hoch sein)

Bevor ich also überlege zu Strafen, muss ich mir überlegen, wann und unter welchen Bedingungen.
Günstig wäre es im Vorwege einen 'Stellvertreterkonflikt' zu nutzen. Statt des Hasen nutze ich eine geringere Ablenkung und Rahmenbedingungen wo ich mich 'Sicher' fühle und keine plötzlichen unkontrollierbren Situationen auftreten.

Vor Allem steht aber immer das Ziel, wie soll das Endergebniss aussehen? Soll der Hund z.B. zu mir kommen und bei mir sein?
Dann müsste ich zuerst einmal das Rankommen und Bleiben üben, bevor ich dem Hund sage was er nicht darf.
Zusätzlich sollte die Strafe immer so früh wie irgend möglich am Beginn der Situation erfolgen, wo der Hund noch 'ansprechbar' und lernfähig ist. Somit ist die 'Stärke' der Einwirkung des LR auch bei Weitem nicht so hoch, wie in einer schon förmlich eskalierten Situation.

B) LR als Aufforderung zur Kommunikation (Orientierung),

diese Form wird genutzt um dem Hund mitzuteilen: "hey, ich möchte mit dir in Kontakt treten". Schau mich an/ komm zu mir und dann können wir uns über alles weitere gern unterhalten. In Situationen wo der Hund sich gedanklich verliert. Z.B.: ich stehe mit ihm zusammen auf nem Feld und er schaut verträumt gen Horizont.
Nu möchte ich weiter, hab aber grad von meiner Stulle abgebissen und dem Mund voll, hab grad einfach keine Lust zu reden oder mein (z.B. junger) Hund kennt kein 'Hier' od. 'weiter gehts', etc.
Oder ich möchte das der Hund neben mir ist und nicht einen Meter entfernt.
Auch hier ist es wichtig im Vorwege mit dem Hund das von mir vorher gesetzte Ziel zu erarbeiten. Soll er mich anschauen oder zu mir kommen?!

Zusammenfassend würd ich sagen, das ein Leinenruck immer der Situation angepasst sein muss und niemals ohne Vorarbeit erfolgen darf. Ist die Vorarbeit gut, ist auch die benötigte Intensität geringer. Absolut ungünstig ist es den Hund in stark emotionalen Situationen mittels eines LR zu Strafen. Die Intensität würde immer unangemessen hoch sein, evtl. auch so hoch das körperliche Schäden entstehen können.
Dagegen ist ein leichtes Zupfen zur Kontaktaufnahme absolut nicht schädlich ( wenn mich jemand antickt oder am Ärmel Zupft um meine Aufmerksamkeit zu erhalten, wirds mir nicht schaden).
Jeder Hund hat allerdings auch ein eigenes Schmerzempfinden/ seine ganz eigene Persönlichkeit. Will heissen, was bei dem einen nicht mal ein zucken des Ohres bewirkt, kann einen anderen Hund zusammenbrechen lassen. Daher finde ich es auch schwierig DEN LEINENRUCK zu definieren, er ist halt so individuell wie jeder Hund/ Halter.


So, ich hoffe es einigermaßen verständlich geschrieben zu haben, so wie ich persönlich es sehe. Sollte es jemandem zu unaufgeräumt sein, kann er/sie den Text gern zerpflücken und in eine ordentliche Struktur bringen :)

Grüße, Marc

P.S. "Ist ein Leinenruck grundsätzlich abzulehnen?" - Jein, im Bereich der Orientierung (Aufforderung zur Kommunikation) absolut nicht, da es hierbei nicht um Strafe geht. Ob jemand grundsätzlich mit Strafe arbeiten und dazu evtl. den Leinenruck nutz, muss jeder mit sich selbst ausmachen.
VG, Marc

Duffy

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24

Sonntag, 5. Januar 2014, 19:04

Danke Danish, ich stimme deinem letzten 'Post absolut zu. Merci :thumbup:
http://www.hundesitter-ortenau.de/

Mein kleiner Hundesitterdienst :)

Nora

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25

Sonntag, 5. Januar 2014, 23:20

Merke ich als Halter das ich grad so richtig genervt bin (was ja durchaus sein kann und darf ;) ), ist es günstiger aus der Situation heraus zu gehen.

Prinzipiell gebe ich dir recht, wobei ich es für Hohe Schule halte, einen Affekt im gleichen Moment zu reflektieren und dann "klug" zu reagieren. Vor allem, wenn Hund gerade in die Leine geschossen ist und dir alles weh tut. *fg*

Genau da sehe ich aber auch den Grund für die Verteufelung des Leinenrucks - denn natürlich ist jede Art falsch angebrachter Strafe sinnlos, der mahnende Zeigefinger deutet auf die physische und psychische Gesundheit des Hundes und von dort aus wird einfach alles als Leinenruck stigmatisiert, auch wenn eine Kommunikationsaufnahme zum Hund durch die Leine harmlos ist und sogar sinnvoll sein kann.

Zitat

Bevor ich also überlege zu Strafen, muss ich mir überlegen, wann und unter welchen Bedingungen.

Das wäre ein planvolles Herangehen, das sicher besonders effektiv ist, aber - glaube ich - im Alltag so selten stattfindet, oder? Hund springt Hasen hinterher, reisst Frauchen am anderen Ende der Leine fast den Arm ab, Affekt Leinenruck.

Zitat

Auch hier ist es wichtig im Vorwege mit dem Hund das von mir vorher gesetzte Ziel zu erarbeiten. Soll er mich anschauen oder zu mir kommen?!

Das ist übrigens etwas - ganz unabhängig vom Leinenruck - womit ich immer und immer wieder Probleme habe: Mir fehlt die Erfahrung und / oder Phantasie, mir ein konkretes Ziel vorzustellen, auf das ich hinarbeiten möchte. Im Grunde "shape" ich mich geistig durch das, was mir meine Hunde anbieten. Das ist vermutlich gemein, aber besser bekomme ich persönlich es nicht hin.

Insgesamt habe ich aber besonders durch Ixy (die Mali-Hündin) gelernt, wie wichtig ein Alternativverhalten, so wie es Danish beschreibt, ist, wenn der Hund nicht so flexibel ist, um selbst ein anderes Verhalten anzubieten. Da war ich durch Anti wirklich verwöhnt.

Zitat

Daher finde ich es auch schwierig DEN LEINENRUCK zu definieren, er ist halt so individuell wie jeder Hund/ Halter.

Das haben hier ja andere auch schon festgestellt - und genau das ist eben der Grund, warum ich mich so schwer tue, den Leinenruck per se zu verteufeln.

Troll

Fortgeschrittener

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Hunde: Der Schotte, Collie x Border Collie '04 Pöttitli Cotonmix '97

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26

Samstag, 25. Januar 2014, 00:23

Leider konnte ich gestern nicht wie gewünscht aus dem Auto springen und die Scheibe ging nicht schnell genug runter, damit mein Brüller "EY, GAHTS no" bei der Empfängerin ankam, zum Hupen war ich zu langsam, wär für den Hund aber auch Scheisse gewesen.

Fällt einer Frau in Begleitung mit 2 Chi's die eine Flexleine runter (Hauptstrassenachse Stadt, Kreuzung, dicht befahren), Begleitung mit Kinderwagen schon halb über den Fussgängerstreifen. Hundchen erschrickt, geht rückwärts. Tante krallt sich hektisch die Flex (begreiflich, wär auch erschrocken) - und reisst den Chi an der Flex hoch, der ist in der Luft geschwebt. Warum? Wozu?????? Hätte sie die Rolleine genommen und sich selber an den Kopf geknallt wär ich nicht wütend geworden, aber der erschrockene Schwebe Chi, der tat mir leid und ich war haarscharf dran umzudrehen und die blöde Kuh in der Fussgängerzone zur Rede zu stellen. Leider war die Zeit nicht da und ich wäre alles andere als pädagogisch wertvoll nett gewesen, ich war sowas von sauer und ich hoffe, dass ihre Begleiterin wenigstens mein wütendes Gestikulieren realisiert hat. Das war ein Leinenruck par excellence und sowas geht gar nicht.

Leinenimpulse gebe ich regelmässig meiner kleinen tauben Hundeoma, und es funktioniert ganz gut. Aber Flugpost, sowas ist daneben und wenn ich sowas brauch, dann brauch ich eine verdammt gute Entschuldiung dafür und nicht mal dann ist sie zwangsläufig erteilt.