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smarties

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Freitag, 30. August 2013, 13:47

Wieviel Selbstständigkeit ist erwünscht?

Um Lexis anfängliche Angst&Panikattacken zu vermindern habe ich im Training gelernt, ihr Selbtbewustsein durch selbstständiges Lernen zu fördern. Dies ist inzwischen auf einem guten Niveau eingependelt, manchmal schon eher zuviel des Guten...

So habe ich mich gefragt, ab wann ist die Grenze zu ziehen, damit ein Spaziergang noch ein miteinander ist/bleibt und der HH nicht nur noch "der am Ende der Leine ist"?

Wie handhabt ihr das?

Magi

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2

Freitag, 30. August 2013, 14:01

Oh da finde ich kann man das nicht auf eine genaue Grenze definieren. Hier leben zwei vollkommen verschiedene Hunde und jeder hat eine andere Grenze.

Kommt auch auf die Situation darauf an, wo wir sind, was habe ich vor, wer ist dabei. Und manchmal bin ich sogar absichtlich einfach nur die am anderen Ende der Leine, weil ich schlichtweg nicht den Kopf habe fair mit den Hunden zu arbeiten - weil mit Zelda ist "eine Verbindung halten" immer Arbeit.

Der Hundeshop rund um günstiges Zubehör...

smarties

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3

Freitag, 30. August 2013, 14:27

Ja, das mit der Grenze ziehen ist bei jedem Hund anders...kenne ich von meinen Beiden auch.

Ich zeige einfach mal ein Bsp auf, wo ich unsicher bin, wie weit das gut ist und wohin das führen wird:
Lexi liebt es zu Mäuseln. Da sie einen arg starken Jagdtrieb hat, habe ich dies zu Beginn strickte verboten. Ich hatte damals die Hoffnung via AJT und Futterbeuteln interessanter als die Jagd zu werden. Inzwischen habe ich begriffen, dass ich in Jagdsituationen stets die zweite Geige spielen werde. Impulskontrolle und ein Alternativverhalten bringen deutlich bessere Resultate, auch wenn diese eher spassbremsig wahrgenommen werden, egal wie attraktiv diese gestaltet sind.

So habe ich begonnen, als Trostpflaster Lexi das Mäuselöcher stöbern zu erlauben. Inzwischen frage ich mich aber, ob es ein Fehler war. Sie kommt mir deutlich jagiger vor. An manchen Tagen sucht sie überall nach Mäusen...

Natürlich habe ich das Ganze so aufgebaut, dass sie nur mit meiner Erlaubnis mäuseln darf. Dies fällt ihr immer mehr schwer! Ich kann sie zwar davon abrufen, abhalten aber ein scheinbar todunglücklicher Hund trottet neben mir.

Lasse ich ihr freien Willen/Selbständigkeit blüht sie total auf. Kann ein ganzes Wiesenboard lang herumhüpfen, schnüffeln, buddeln etc.

So entstand unter anderem meine Frage "wieviel Selbstständigkeit ist gut"

Magi

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4

Freitag, 30. August 2013, 14:49

Würde sagen, sobald du sie nicht mehr davon abrufen kannst ist die Sache zu hoch für sie. Auch wenn sie "vergitzlet" wenn sie es mal nicht tun darf.

Laila hab ich auch schon mal anschreien müssen, weil sie partout nicht aufhören wollte zu Mausen. Das ist aber selten der Fall. Normalzustand ist, sie Maust und ich kann sagen wann sie aufzuhören hat. Z.b. wenn sie mal wieder sich hinter meinen Rücken in ein Feld geschlichen hat anstatt schön am Rand entlang zu suchen. So ist das für mich auch ok.

Zelda hingegen, die lasse ich nur frei wenn es gar nicht zu solchen Konflikten kommt. Weil ich schlichtweg kein Druckmittel gegen sie habe. Hat sie etwas im Kopf was toller ist als ich, bleibt das so. Ohne wenn und aber. Weil es sonst einfach immer ein Krieg ist. Das bringt ihr nichts und mir... dafür hat sie andere Freiheiten die Laila nicht hat. Wie z.b. das "HUNT" eine offizielle Erlaubnis etwas zu jagen auf Spur oder Sicht (teilweise auch an der Leine). Laila bekommt die nie, die dreht dabei viel zu sehr ab und kennt kein Ende.

Der Hundeshop rund um günstiges Zubehör...

ahkuna

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Hunde: Danjo, D. Schäfer x Border Collie

Verein: DRK RHS Säckingen, KGW (SKG)

Hundesport: Rettungshund / BH3

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Freitag, 30. August 2013, 15:22

Kommt hald total auf den Hund drauf an, ob er Freiheiten/Selbstständigkeit ausnutzt oder von alleine eher ein Ruhiger ist, der nicht nur Unfug macht...

Danjo hat auf Spaziergängen alle Freiheiten der Welt solange er gehorcht, wenn ich was verlange. Funktioniert das nicht, werden die Zügel angezogen.

Das heisst, er darf schnüffeln, weit vor mir laufen, baden gehen wenn er will, auch wenn es sau kalt ist (ich sag immer, das muss er selber wissen ob er ins Wasser will oder nicht, er ist genug alt und er friert ja, nicht ich :lol: aber er geht von alleine nicht mehr, wenns zu kalt ist)
Mausen und jagen darf er nicht, und das bleibt auch so, das mag ich nicht, möchte es mir mit den Bauern auch nicht verscherzen hier, wenn der Löcher buddeln würde auf ihren Feldern. (jagen tut er auch nicht wirklich, Vögel z.B. interessieren ihn nicht die Bohne)

Wenn er also mal stehen bleibt, aufmerksam ins Feld guckt und plötzlich ein Mäusesprung macht, das darf er, aber es wird nicht gebuddelt, da ruf ich ab. Hört er nicht, geh ich auf ihn zu und hol ihn dort weg. Wenns ein zweites Mal geschieht, wird das Gleiche, jedoch unsanfter ausgeführt und würde es ein drittes Mal geschehen, wär er sofort an der Leine für den Rest des Spaziergangs. (er buddelt aber schon seit Jahren nicht mehr von alleine. Wenn ich es ihm im Sand jedoch erlaube, dreht er fast ab vor Freude)

Ich hatte ja mal ne Hundepsychotante engagiert und die meinte, dass ihre Hunde sie für alles auf dem Spaziergang "fragen" müssen. Möchten sie also mal in den Bach, müssen sie erst die Besitzerin "fragen" (anschauen, bis sie die Erlaubnis gibt), die sind immer total unter Kontrolle. Sicher, so belästigen sie nie Jemanden, mir wärs aber zu hart und ich finde, ein Spaziergang ist ja auch Freizeit für den Hund, wo er nicht zugetextet werden muss. Ich verlang von ihm auch nicht dauernd was, keine Kunststückchen oder so, das nervt mich nur und würde Danjo in Dauererwartungshaltung bringen :rolleyes:

Für das gehen wir mitten aufm Spazi evt mal auf eine Wiese und trainieren etwas (just for fun) und dann bin ich wieder ruhig, wenns weiter geht und er kann wieder machen was er will.

Cleopatra

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Hunde: Cleo, Labrador x BGS, *2010

Hundesport: Dummytraining

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Freitag, 30. August 2013, 15:41

Bei uns ist das von Spaziergang zu Spaziergang verschieden. Wenn wir an der Limmat unterwegs sind, dann gibt es wenig Regeln ausser keinen Blödsinn zusammenfressen und gehorchen, wenn ich rufe. Sonst darf sich Cleo völlig frei bewegen, trödeln (was sie am liebsten macht), schnüffeln, baden (sie hat sich angewöhnt mich davor zu fragen - anzusehen), usw. Gejagt wird natürlich nicht, bei Katzen ist sie abrufbar und heute morgen funktionierte erstmals die Umorientierung ohne Leine (katze wurde angestarrt und irgendwann blickte sie zu mir, und bekam ne Runde Spiel und Paste).
Sind wir allerdings in einem "fremden" Gebiet unterwegs, verlange ich viel mehr Kontakt von ihr, besseren Gehorsam (bspw. wir laufen nur auf den Wegen im Wald), wenn sie abbiegen will fragt sie nach, ob die Richtung stimmt. Ich habe auch immer Dummys dabei, um sie mal in den Wald zur Suche zu schicken usw. Wenn sie mal Witterung aufnimmt, zeigt sie das super schön und kommt zur Sicherheit an die Leine. Cleo hat den Unterschied längst verstanden und entfernt sich im Wald beispielsweise nur wenig von mir.
Die dritte Variante ist der Spaziergang in der Gruppe, hier darf sie toben was das Zeug hält, aber ich habe immer ein Auge auf sie und das weiss sie auch.
Dauerbespassung gibt es auch bei mir nicht, mein Chef hat sie schon viel zu sehr zum Balljunkie gemacht. Es fliegt mal ein Dummy oder Spielzeug (immer muss sie steady sein), und wir bauen natürliche Spiele ein, mit dem was wir im Wald vorfinden usw.
Unser Hundeblog - www.stadtwoelfe.ch

Idesiree

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Hunde: Venia Whippet 2010, Origine Whippet 2014 Sunny 1996-2013 in meinem Herzen

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Freitag, 30. August 2013, 21:08

Ich würde das Mäuseln als Belohnung einsetzen und sie nicht einfach dann mausen lassen, wenn sie will;-)

Ehrlicherweise muss ich sagen bin ich recht froh, dass Venia zwar selbständig ist, aber nicht so selbständig das ich nur nebenbei laufe.
Ich habe da aber schon früh, gleich als Welpe viel gearbeitet und kann mir vorstellen, dass dies bei einem Hund der so selbständig sein musste halt auch nicht wieder umkehrbar ist...
Gegen den Jagdtrieb ankämpfen kann man eh nicht, man kann ihn sich aber schon zu Nutze machen bei den meisten Hunden...
herzliche Grüsse von den Whippetgirls

Nora

Administrator

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Hunde: Anti, SWH x DSH, *2010 & Ixy, Mal, *2011

Verein: SC OG Winterthur

Hundesport: BH, Trickseln

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Freitag, 30. August 2013, 21:24

Ich habe hier einen Selbstständigen... und in den letzten Jahren hat es sich bei uns so eingebürgert, dass ich mal mehr und mal weniger Aufmerksamkeit verlangt habe. War Anti aufmerksam, habe ich ihm wieder mehr Freiraum gelassen - den er sich sofort genommen hat und ihn auch ganz fleissig immer weiter ausgebaut hat. Also fing ich wieder an, mich zu verstecken, einen anderen Weg als den geplanten zu gehen usw. Seit geraumer Zeit bleibt er auf angenehmer Distanz, ist aber eigentlich immer abrufbar (ausser, wenn er testet, ob es reicht, dass Ixy zu mir kommt). Er war bisher immer ganz toll darin, mich zu aber früher oder später komplett zu vergessen... bis dahin, wo er wirklich mal fast weggelaufen wäre, weil er so eine spannende Spur gefunden hatte. Ich sah ihn dann noch als recht kleinen grauen Punkt und war relativ ratlos, was man denn in so einem Fall wohl am Besten macht. Zum Glück kehrte er dann doch um - aber danach gab es eine ganze Weile Leine. :keule:

Nu weiss ich aber nicht so genau, ob ich Lexis Mausen wirklich als Selbstständigkeit ansehen würde. Ist das nicht eher ein ausgelebter Jagdtrieb? Bei Anti geht es ja viel um schnuppern, markieren, mehr Rudelmitglieder finden und so... da sehe ich schon eine andere Motivation als beim Jagen. Beim Jagen habe ich immer das Gefühl, dass der Suchtfaktor bei vielen Hunden viel höher ist und das eigentliche, selbstständige Handeln gar nicht mehr im Vordergrund steht.

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Hunde: Ayla, Kauk. Owtscharka/ Cheyenne, Maremma-Mix,/ Fagi, Epagneul Breton

Verein: GHV Weil am Rhein / KAH Schweiz

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9

Samstag, 31. August 2013, 00:16

:D wer mal einen echten selbständigen hund zum spazi mitnehmen will darf sich ayla ausleihen.
sie geht zwar keinen schritt mit fremden laufen, weil auch da ihre eigenständigkeit sich dagegen entscheidet.
8) sie geht nicht mal mit jörg alleine vom haus weg. da tritt sie in völligen streik.
beim spazi sind wir -notwendiges übel- und spassbremsen überhaupt.
notwendiges übel, weil sie mit uns laufen muss und spassbremsen, weil wir sie nicht die ganze gegend rundum erkunden lassen.
bei so einem hund gewöhnt man sich (zwangsweise) daran dass man eher spazieren steht, weil sie ganz wichtiges schnüffeln muss, oder die gegend genau scannen.
sapziergänge sind in ihren augen eh total blöd.
ich glaube dass der, welcher mal mit einem owtscharka spazieren war das wort selbständigkeit bei einem hund mit völlig anderen augen sieht und kennen lernt.
da ist nichts mit "gehorsamübungen, rückfragen etc" beim laufen gehen...
würden wir das versuchen, würde sie sicher nicht mehr mit uns aus dem auto steigen wollen, da es ihr ganz verleiden würde.

sun

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Hunde: Leif, DSH x Labi *2010

Verein: SC-OG Winterthur

Hundesport: BH, Tricksen

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Samstag, 31. August 2013, 07:48

der HH nicht nur noch "der am Ende der Leine ist"?



Diese Erkenntnis hatte ich gerade vor ein paar Wochen :grumpy: In den letzten paar Monaten war ich ganz oft mit der Schleppleine unterwegs (vor allem weil es bei uns ganz viel Wald hat und ich ein riesen Schisser bin und immer Angst habe das gleich um die Ecke Menschen und Hunde kommen :lama: ) und irgendwann merkte ich das Leif richtig Unselbstständig wurde. Er musste nicht mehr aufpassen das er den Anschluss verliert weil ich ja am Ende der Schleppi stand, ich textete meinen Hund total voll mit Richtungswechseln, Kommandos und tüdeldüü, wollte er mal einen kurzen Jagdabstecher machen und eine Krähe jagen stand ich hintendran usw....

Dann getraute ich mich die Schleppi mal abzumachen, und was macht mein Hund?!? Er läuft Kilometerweit vor mir und denkt sich: die da hinten ruft ja dann schon wenn was ist!!! So begann ich mich mal zu verstecken, plötzlich umzukehren und Wege zu gehen die wir sonst nie einschlagen. Mittlerweile habe ich wieder einen Hund der auf mich Achtet, wenn er vor mir läuft wirft er immer mal wieder einen Blick zurück, ist viel Aufmerksamer und Krähen werden eigentlich nicht mehr gejagt weil die da hinten sich dann entweder versteckt oder selber ein viel tolleres (Jagd-) Spieli macht :D

Ich denke aber nicht das man durch das Selbstbewusstsein-Training ein Hund heran trainiert der dann seine eigenen Wege geht auf dem Spaziergang. Aber wahrscheinlich ist hier wieder die Rasse auschlaggebend, bei einem Schäfi-Mix ists wahrscheinlich eine andere Selbstständigkeit als bei einem Podenco ;)
*Leif is life*

smarties

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Samstag, 31. August 2013, 21:11

Viele gute Gedanken, so dass ich hoffe, nix/keinen zu vergessen...beim Zusammenfassen!

Das Mäuseln (Nora): ja, ich glaube auch, dass Lexi beim Jagen - egal was - eine Selbstbelohnung erfährt, darum auch immer mehr hochfährt und schwer bis gar nicht mehr abrufbar ist. Aus diesem Grund habe ich diese Selbstbelohnung lange versucht, bereits im Ansatz zu unterbinden. Nachdem Lexi gelernt hatte, nach einem Abbruchsignal kommt was Tolles, dachte ich mir, ihr wenigstens das Mäuseln in einem geregelten Rahmen zu erlauben. (Schnuffeln und oberflächliches Buddeln ist erlaubt.)
Weil alles sooooo gut lief, auch an der 20m Schleppi, war ich mutig und leinte sie ab. Ergebnis: zu Beginn alles bestens, je länger aber die Mäuselei dauerte, umso schwieriger wurde es.

So dachte ich mir, hey lass ich das Mädel mal alleine weiterjagen und mach mich vom Acker. Tja, nach 10 Minuten warten, für Lexi nicht mehr sichtbar versteckt, hatte die Podinase nen Tunnel nach China gegraben und vermisste mich nicht die Bohne - nicht mal ein *wo ist sie denn umgucken*. Die hatte glaubs nicht mal geschnallkt, dass ich weg war!! Den Versuch musste ich abbrechen, weil von hinten ein schwarzer Hund kam. Als ich bei Lexi war, um sie einzusammeln, guckte sie glückselig auf und liess sich easy anleinen, um kurz darauf, als ob nix gewesen wäre neben mir her mitzutackeln.

Schleppi/Leine (sun): In meinem Fall habe ich bekanntlich zwei völlig unterschiedliche Hundis an der Leine. Yella stets gerne langsam unterwegs und Lexi, welche lieber zackig unterwegs ist. So passiert es öfters, dass Lexi bis zum Anschlag der Flexi läuft. Mir scheint, dass sie sich an diesem Anschlag orientiert. Ist sie also frei, folgt dieser AnschlagSTOPP nicht und sie rennt immer weiter...

Mit der 20m Schleppi hält sie den Radius schön ein. Da diese meist am Boden schleift, ergibt sich so automatisch ein spürbarer Widerstand. Also ist auch diese Situation gehemmter als ein Laufen ohne Leine.

Ohne Leine läuft Lexi gerne voraus. Mit *kehre* kommt sie zu mir zurück, bei *stopp* *warte* bleibt sie stehen und guckt, was da weiter verlangt wird. Gebe ich diese Kommandos nicht läuft Lexi sehr weit vor, was schnell mal bis 100m Distanz sein können. Ganz schön viel Selbstständigkeit für meinen Geschmack. Kommt dann noch was spuriges/jagiges hinzu wirds richtig lustig!!

Ein Radius von 20-50m hält Lexi ein, wenn ich sie bespasse und/oder ihr Aufgaben gebe. Trofu suchen, alles mögliche mit Futterbeutel oder Dummy und einfach zusammen ne Runde rennen/blödeln. Aber auch da bin ich Luft sobald was spuriges/jagiges unseren Weg kreuzt. Dies zeigt deutlich, was wirklich an erster Stelle kommt. Ausserdem möchte ich nicht dauernd Lexi bespassen müssen, damit sie mich wahrnimmt.

Ausserdem wäre dieses freudige, weit Vorauslaufen genau das, was Lexi glücklich machen würde. Oft wird daraus ein ausgelassenes Highspeed in perfekter Windhundsemmelmanier. Wer dann diesen Hund sieht, wie er lächelnd seine Kilometer abspult, um dann zufrieden mit heraushängender Zunge neben mir stehend happy nach Luft pumpend seine Lungen füllt, kann meine Wehmut verstehen, dass ich Lexi diese Freude nur selten bieten kann.

Eine scheinbar sichere Rennstrecke hat kürzlich für schrecklich lange 2 Minuten AngstPANIKbisZurTotalenRatlosigkeit geführt. LexiHex ist fröhlich ihre Rennstrecke hin und zurückgedonnert, mein Herz im Takt freudig mithüpfend, als Lexi plötzlich ohne Vorwarnung querfeldein abgebogen ist - keine Spur von jagig - einfach nur Lebensfreude pur. Tja, die Rössli sind mit ihr durchgegangen! Viel zu schnell ist sie, ab ins tiefe Gras, aus meinem Blickfeld entschwunden. Iwie schien ab dann, die vorher so weit entfernte Strasse arg nahe zu sein. Aus früherer Erfahrung habe ich gewusst, dass sie in diesem Moment nicht abrufbar wäre...
Nach dieser langen unendlich scheinenden Zeitspanne ist sie aus dem Nichts zurückgekehrt, freudig wedelnd und sich freuend, dass wir nun wieder gemeinsam weiterziehen können.

Nach so einer Situation - bis jetzt 3x passiert, mit unterschiedlichem Ablauf - frage ich mich eben, wieviel Selbstständigkeit ist gewünscht...

sighthound

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Hunde: zwei barsois und ein whippet, alle weiblich

Verein: private huschu, whippet-windspiel-club schweiz, schweiz.barsoiclub, pate bei el galgo senior

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12

Samstag, 31. August 2013, 23:10

bei mir ist es unterschiedlich. an der thur, wo ich relativ weit sehe und insbesonere in uesslingen wo ich jeden hund kenne, dürfen meine mehr oder weniger tun und lassen was sie wollen. sie buddeln keine löcher, hauen mir nicht über den damm zum kanal runter (dort hat es wild auf der andern kanalseite und alle 3 kämen locker übern kanal) und stellen auch sonst nix an, weil es kaum was zum anstellen hat (vögel und enten interessieren sie nicht die bohne). sie machen wilde rennspiele, jagen auch mal sehr weit voraus, aber ich kann sie ja trotzdem noch sehen. käme ein pferd daher, kann ich sie abpfeifen, die velos und fussgänger sind auf dem damm und fühlen sich dadurch nicht gestört durch die hunde, die unten am fluss laufen. kommen hunde, rufe ich sie einfach ab, ihr interesse an denen ist nicht gross genug, als dass sie dann nicht gehorchen würden.
sie müssen dann auch nichts überflüssiges tun, keine tricks, kein "fragen" ob sie ins wasser dürfen, schnüffeln oder sonstwas.

an der töss sehe ich viel weniger weit und da muss dawn durchaus aufmerksamer sein, und sonst kommt sie an die lange leine (wild). vor kurven muss sie daher warten, bis ich dahinter sehe. bei nastassja passe ich dort auf wegen unbekannten hunden, aber da sie sehr gut abrufbar ist, darf sie auch dort mehr oder weniger tun und lassen was sie will, jendayi sowieso.

ich entscheide einfach je nach situation, es ist eigentlich bei allen 3 hunden verschieden. selbständig sind sie alle, das bringen die beiden rassen mit sich. allerdings hab ich ziemliches glück, alle 3 orientieren sich extrem gut an mir. dawn ist sicher, bedingt durch den jagdtrieb, die selbständigste. sie muss ich am ehesten bremsen. nastassja ist sowieso kein problem, die geht ohne mich nirgendwohin, nicht mal jagen und jendayi ist nicht viel anders. klar ist, dass sich ein rudel gegenseitig ansteckt oder anstecken kann. wenn jendayi zb. 2 m in den wald springt wegen einer maus, so ist das an sich völlig harmlos. dummerweise kann es aber sein, dass für dawn das heisst, achtung, hier gibts was zu jagen und sie dann über die 2 m hinausschiesst und weg ist sie. und da jendayi sie dominieren will, rennt sie kläffend mit und treibt dawn so noch mehr vorwärts. die gefahr, dass ich sie dann suchen muss oder lange auf sie warten, besteht nicht. ist aber 15 m weiter im wald tatsächlich wild, wäre dawn weg, auch wenn sie relativ schnell wiederkommt, ist das natürlich ein no go. also muss ich auf jendayi achten, wenn ich dawn unter kontrolle halten will. je älter meine hunde werden, desto besser kann ich sie lesen und desto selbständiger dürfen sie sein. ich bin aber auch konsequenter geworden. wenn dawn "jagig" ist und scannt und guckt und völlig unentspannt ist, wird angeleint, bevor ich sie hundertmal zurück rufen muss, mich ärgern oder ein risiko eingehe. ja und ich muss vorausschauen. träumend in der gegend rumgucken mit 3 freilaufenden windis, das ist hier höchstens mal ausnahmsweise und nur an der thur (aber nicht auf der allmend mit den vielen hunden) möglich. aber man gewöhnt sich dran.
herzliche grüsse von conny mit sighties, cats, chins and bunnies

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