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perrolina

Meister

  • »perrolina« ist der Autor dieses Themas

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1

Montag, 7. April 2014, 10:20

Nervenstärke oder gute Impulskontrolle

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Nervenstärke, resp. -schwäche und einer guten/schlechten Impulskontrolle beim Hund?
Ist ein Malinois - der u.a. auf schnelle Reaktionen gezüchtet wurde - der auf jedes Blätterrascheln reagiert und irgend in einer Art auslöst, ein nervenschwacher Hund oder fehlt es ihm an Impulskontrolle?

Kann die Nervenstärke durch gezieltes Training verbessert werden? Wenn ja, wie sieht das Training aus? Macht man da Impulskontrollübungen?
Lg Nicole

Ina

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2

Montag, 7. April 2014, 10:51

Mein Lieblingsthema :herz: Schreibe am Abend, muss jetzt leider arbeiten.

Nora

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3

Montag, 7. April 2014, 11:00

Mein Lieblingsthema :herz:

:D

Ich werde da auch noch mal genauer drüber nachdenken. Aus einem Impuls (haha.) heraus würde ich behaupten, dass es zwei unterschiedliche Komponenten sind, die sich aber aufaddieren. Und ja, ich glaube, dass einem nervenschwachen Hund Impulskontrollübungen helfen können...

Und dann frage ich mich gerade wieder, ob "Nervenschwäche" eine Vermenschlichung ist. Argh... Mist. Nein, ich muss da erst noch drüber nachdenken... Sorry. ^^

Danish

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4

Montag, 7. April 2014, 12:22

Nervenstärke ist Genetik. Man kann gewisse Bereiche desendibilisieren - aber aus einem spitzen Hund wird nie ein stumpfer!

Was geläufig als Nervenschwäche bezeichnet wird, ist ja nix anderes als deffensive Aggression! Alles könnte eine Gefahr darstellen - darum wird darauf reagiert.

Defensive Aggression kann - je nach dem, wie der HF damit umgeht, nach vorne (Kampf) oder nach hinten (Flucht) gelöst werden.

Impulskontrolle widerum ist eigentlich nichts als Gehorsam. Ein Hund hat von seiner Natur aus keinen Grund, einem Beuteobjekt NICHT hinterher zu jagen.

Meistens haben aber eben defensiv aggressive Hunde eine "schlechte" Impulskontrolle. In sich ruhende Hunde gucken und überlegen dann.....

Aber auch jagdlich orientierte (also Beute-) Hunde sind oft schneller im Impulsfolgen als im Nachdenken.... Einfach aus einer anderen Motivation!

Wenn man die Impulskontrolle verbessern will ist eine Analyse des hundes unabdingbar!



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Ina

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5

Dienstag, 8. April 2014, 19:26

Danish hat es schon sehr gut beschrieben.
Ina ist zwar für mich kein Hibbel aber sie war schnell aus der Ruhe zu bringen. Das Jogger/ Velofahrerproblem war eher nicht ein Jagdproblem sondern ein Gefahrproblem. Sie erschrak einmal heftig und ab da wars vorbei mit Lustig. Hat sie Angst oder ist unsicher geht sie nach vorne. Ich habe sie von Katrin "analysieren" lassen und ich weiss nicht mehr welches Wort sie benutzt hat. Ina musste lernen nicht sofort "auszuticken" sondern zuerst mal Nachzudenken und sich an mich zu orientieren. Aber worüber definiert man Schlussendlich Nervenstärke? Ina hat dafür absolut keine Angst vor Lärm, Untergründe, Feuer etc etc....
Impulskontrolle kann man meiner Meinung nach sehr gut trainieren. Wir machten viele Übungen und dadurch fällt es ihr leichter sich zurück zu nehmen und abzuwarten. Somit geht sie bei ihren Alarmsituationen nicht mehr einfach nach vorne oder wird hysterisch sondern sie wartet auf mich und meine Reaktion. Mit dem Training konnte ich ihr Selbstsicherheit geben und hat gelernt das es sich lohnt abzuwarten. Klar, sie ist noch nicht ganz Erwachsen und kann noch souveräner werden aber Impulskontrolletraining finde ich ein Muss bei nervlich eher angekratzten Hunden.
Gerade gestern hat sie mir Vögel angezeigt und nach mündlichem Lob kehrte sie zu mir um und nahm sich den Keks. Vor einigen Monaten-keine Chance. Auch Kühe, Pferde gehen nun prima mit einigen Metern Abstand. Natürlich wird das immer ein Thema bleiben aber bin zuversichtlich das sich das in einem durchaus gut tragbaren Rahmen einpendeln wird.

Tagtraum

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6

Dienstag, 8. April 2014, 20:25

Ich würde jetzt auch sagen, dass es zwei verschiedene Dinge sind. Ein nervenschwacher Hund hat wenig Impulskontrolle, aber das kann er lernen. Aber er wird wohl nie so eine Impulskontrolle an den Tag legen wie ein nervenstarker Hund.

Zitat

Impulskontrolle widerum ist eigentlich nichts als Gehorsam. Ein Hund hat von seiner Natur aus keinen Grund, einem Beuteobjekt NICHT hinterher zu jagen.


Das sehe ich nicht so. Impulskontrolle ist, dass der Hund lernt, dass es sich lohnt zu warten und den Reiz auszuhalten. Das muss er auch in der Natur. Wenn Wolf ein Mäuschen riecht oder sieht, sollte er nicht gleich losdüsen, sondern muss lernen, den richtigen Zeitpunkt zu finden um loszudüsen.