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Duffy

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1

Donnerstag, 6. Juni 2013, 13:10

Macht Rassezucht unsere Hunde krank?

Huhu zusammen.

Ich bin über einen super interessanten Artikel von Normen gestossen. Gerd Leder wird den Mädels vom Seminar ja auch ein Begriff sein. Ich habe den Artikel mit spannung gelesen und er bestätigt das was ich mir schon länger gedacht habe.

Nun habe ich ja selbst auch eine Bulldogge, auch wenn das wohl ziemlich sicher meine letzte sein wird. Bei den Contis bin ich eh sehr zwiegespalten. :blush:

Auch die Bestätigung, dass jede Rasse die zum "Modehund" wird, dadurch mehrheitlich Probleme bekommt finde ich total interessant. Für mich ist ziemlich klar, in welche Richtung es bei meinem nächsten Junghund gehen wird und dies wird sicherlich keine "alltägliche" Rasse sein. Züchter der 2 infrage kommenden Rassen muss man suchen und das ist mir auch recht so.

Hoffe es entwickelt sich eine Spannende Diskussion...

http://nomro.de/project/ein-gesprach-mit-gerd/
http://www.hundesitter-ortenau.de/

Mein kleiner Hundesitterdienst :)

Bones

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2

Donnerstag, 6. Juni 2013, 14:25

Ist leider definitiv so. Zum Glueck hat es nicht alle Rassen so schlimm getroffen wie z.B. die, mit der platten Nase, aber eine Allergie kann u.U. genau so einschränkend sein, wie eine permanente Atemnot. Es ist schade dass man nicht genuegend auf die Gesundheit achtet, Allergiker in die Zucht nimmt oder der Lebensqualität zuliebe auf extrem markante Merkmale verzichtet.

Ich mag keine Extreme. Weder Riesenwuchs, Zwergwuchs noch beinahe einwärts wachsende Gesichter. In meinen Augen ist all der Rummel um die Ausstellungen eh grosser Quatsch. Da werden wirklich tolle Hunde ausgemerzt, weil da ein Häärchen krumm steht, kränkliche "Missgeburten" werden mit einem BOB versehen, einfach weil sie "schön" sind.

Aber es bedeutet ja nicht dass Mischlinge gesuender sind. Diese sind mittlerweile genau so betroffen wie die Rassehunde
Hundeschule und Fleecetaue

Pixel-Paws

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3

Donnerstag, 6. Juni 2013, 15:35

Sehe ich genauso wie Jade. Ich würde inzwischen sogar einen pPapierlosen Hund einem mit vorziehen, wenn der Züchter ganz klar sagen kann, warum er nicht in der FCI züchtet, aber dennoch alle gesundheitlichen Untersuchungen vorweisen kann, die es braucht für die Rasse.

Nora

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4

Donnerstag, 6. Juni 2013, 17:32

Ich muss den Artikel noch fertig lesen - sollten wir je das Hüteseminar in einen zweiten Teil ausarten lassen, hoffe ich, dass Gerd Leder wieder mit dabei ist. Ich laboriere jetzt noch an vielen seiner direkten und heutzutage recht provokanten Aussagen vom letzten Seminar herum, weil ich sie noch nicht in mein Meinungsbild integrieren konnte.

Aber eines schreibe ich jetzt hier mal - auch wenn es seltsam klingt - auf, vielleicht, damit ich es später wieder aufgreifen kann. Als ich Anti geholt habe, war ich noch in keinem Hundeforum und ich habe mir herzlich wenig Gedanken darum gemacht, wie der Stammbaum des Welpen aussieht. Für mich war wichtig, dass das Muttertier anständig ist und vor allem, dass der Vater - der Wolfhund - im Charakter sauber ist. Mir war es wichtig, dass der Hund nicht scheu, nicht hektisch und nicht anders auffällig ist. Ich entschied mich für Anti, weil beide Elterntiere anwesend und super waren. Und ich entschied mich für Anti, weil ich die Kombination aus Wolfhund und DSH für mich für das hielt, was am ehesten zu mir und meinem Leben passt.

Später habe ich mal irgendwo geäussert, dass ich so etwas nicht mehr machen würde und mich von nun an an Rassezüchter halten würde. Da hatte ich dann mal was von der FCI gehört, von Zuchtschauen, Eignungstests, von Vermehrern und hatte mir Gedanken über all die Hunde in Tierheimen gemacht - und die, die aus Timbuktu herangekarrt werden, damit sie jemand vor der Tötungsstation retten kann. Ich fand, dass es mehr als genug Hunde gibt und dass es Sinn macht, sich an die zu halten, die sich für eine mehr oder weniger professionelle Zucht entscheiden und dafür auch viel Aufwand betreiben.

Inzwischen kehrt sich das Nora-Fähnchen wieder - und ja, irgendwie ist es abhängig davon, woher der Wind weht. In letzter Zeit wurde viel Kritik an Rasseschauen und -standards, dem FCI und Züchtern geübt und ich habe mir viele Gedanken vor allem dazu gemacht, was den Hunden im Sinne der Optik (weil eine Funktion haben heute nur noch die allerwenigsten Hunde) angezüchtet wird. Mit Ixy und all ihren kleineren und grösseren Problemchen habe ich mir aber auch Gedanken über Gebrauchshundrassen und die Wahl der Deckrüden gemacht - wobei das nichts daran geändert hat, was ich von Ixys Züchterin und ihren Hunden halte. Wollte ich irgendwann wieder einen Mali, würde ich von dort einen holen (so es den Kennel noch gibt).

Momentan... bin ich tatsächlich an einem ähnlichen Punkt wie Magi. Es ist mir doch im Grunde rille, ob der Hund best-of-breed ist. Was ich möchte, ist einen Hund, der zu mir passt und der zumindest von den sichtbaren Attributen alles mitbekommt, was für ein 'barrierefreies' Leben notwendig ist. Er soll die Voraussetzung haben, ein Hundeleben führen zu können - wenn darüber hinaus etwas schief läuft, dann ist das halt so. Von meinem heutigen Standpunkt aus, wird hier Hunden vor allem der Luxus zuteil, dass sie im Falle von Funktionslosigkeit nicht eingeschläfert werden, weil ich nicht züchte, nicht meine Existenz auf ihre aufbauen muss und so allein danach entschieden werden kann, ob - je nach Fall - ihr Leben auch ohne Vermehrung und Arbeit lebenswert ist. Also... warum keinen X-Mechelaar oder X-Herder? (Die fallen mir jetzt gerade nur als Beispiel für eine etablierte Rasse-Hybridzucht ein.)

Das bringt mich aber auch an den Punkt, über den ich neulich schon mal mit Duffy am Telefon diskutiert habe: Betrachtet man die Masse an Hunden, die absichtlich und zufällig 'gemacht' wird... plus all jener, die im Ausland vor dem Tod gerettet werden, um dann hier ein imo teils recht zweifelhaftes Lebensglück zu finden - dann geht da doch etwas nicht auf, oder? Auf mich wirkt es, als müssten wir förmlich knietief in Hunden durch's Leben waten... Ich frage mich, woran ich bei all meinem Fähnchen-im-Wind-Dasein in Zukunft orientieren soll, sollte hier wieder mal ein Hund einziehen... Der FCI hätte eine seriöse Institution sein können, wenn es darum geht, dem Haushund in all seinen Rassen eine sinnvolle Existenzbasis zu geben - aber dafür hätte er sich auch Gedanken darum machen müssen, was in der heutigen Gesellschaft ein sinnvolles Zuchtziel ist. Dass das bei all dem schnellen Wandel wirklich eine Herausforderung gewesen wäre, steht ausser Frage. Aber wenn ich sehe, was das heutige Resultat seiner - wie auch immer geplanten - Bemühungen ist, dann erlischt jeder Funken von 'Seriosität'.

Hach, sorry... Merkt man, dass ich mir zu dem Thema schon länger Gedanken mache? :lama:

Ina

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5

Donnerstag, 6. Juni 2013, 20:24

Ich sehe ja tagtäglich die kranken Rassenhunden. Es ist erschreckend und jetzt wenn es wärmer wird, werden wir wieder viele Plattnasige Rassen haben die Kollabieren. Manchmal sind sie dann schon in Seitenlage und dem Tod näher als dem Leben. Ich kann es einfach nicht verstehen, das man solche Rassen kauft. Klar gibt es wenige Züchter, die darauf achten, dass man halbwegs eine Schnauze erkennt. Aber nicht nur diese Rassen... der Weisse Schäfer, der Allergiker schlechthin, der DSH der mit zwei Jahren hochgradige Hüft und Ellbogendysplasie hat, die Kleinwüchsigen Rassen die total deformiert sind,oder oder oder...Ich muss aber betonen das wir auch Mischlinge haben die genau gleich häufig diese Leiden haben... Wieviele Schöhnheitschampions sind bei uns Stammkunden? Sehr viele... Früher wurden solche Hunde eingeschläfert, da es dazumal noch kein Kinder oder Partnerersatz war. Die Leute sind bereit Unmengen an Geld für ihren kranken Liebling auszugeben. Somit ist klar das es ins Auge sticht das es viel mehr kranke Hunde gibt. Heute geht der Trend zum Todpflegen....
Ich bin immer noch pro FCI weil ich Hundesport machen will und die Züchter gewisse Regeln einhalten müssen.Jedoch würde für mich nie ein Hund aus der Schönheitslinie in Frage kommen.
Auch wenn Ina ihre Sache mit dem Magen hat werde ich mir wieder einen Gebrauchshund kaufen.

Yasodhara

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6

Donnerstag, 6. Juni 2013, 20:33

Wow, sollte tatsächlich ein Umdenken stattfinden wäre das wirklich bemerkenswert. Ich glaube aber nicht wirklich daran.
Das Interview ist klasse und ich bin sehr froh, hast du es hier reingestellt. Klar habe ich auch zwischendurch mal gezweifelt, ob ich nicht unvernünftig und unüberlegt gehandelt hatte, als ich mich für diese Zuchstätte entschieden habe. Ohne (oder besser gesagt nicht mehr) mit SKG und FCI Gütesiegel versehen. Aber es sind kurze Moment wo ich diese Zweifel habe, und insgesamt bin ich nach wie vor überzeugt davon, richtig (für mich und in meinem Fall) gehandelt zu haben.
Auch ich konnte beide Elterntiere kennenlernen und sogar auf zwei Spaziergängen begleiten. Wenn auch die Mutterhündin beim ersten Mal in der Hälfte einfach umgedreht hat und alleine zurück zu den Welpen lief. Die Züchterin (Präsidentin vom regionalen Bäuerinnenverband und somit für mich genug naturnahe in ihren Ansichten und im Umgang mit den Hunden :D ) lies sie einfach gehen. Vielerorts sicher undenkbar aber dort in der Pampas kein Problem.
Ich würde wieder so handeln und auf meinen Bauch hören. Alleine meine Eltern hatten mit einigen ihrer bis heute insgesamt 10 Hunden das Pech trotz einwandfreien Zuchtpapieren und tadellosem Ruf der Zuchtstätte, an die falschen zu geraten. Und davon kenne ich noch mehr.

Falls doch ein Wunder geschehen würde und die "Monopolfirma" FCI entmachtet würde (so in etwa 124 Jahren) wäre es ein echter Gewinn für die meisten Rassen.
Und wer weiss, vielleicht wird auch das Thema Designerdog mal anders aufgenommen wie bisher. Und nein, das heisst nicht, dass ich alle wild drauflosmixende Designerdogproduzenten gutheisse.

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7

Donnerstag, 6. Juni 2013, 20:59

Ich meinen Augen machen viele Rassestandards die Hunde krank, weil sie zu eng verstanden/interpretiert werden. Ich hatte mit meinen (offen gesagt papierlosen) Möpsen sehr viel Glück, denn sie haben beide keine bis wenig Atemprobleme. Die Rasse Mops gefällt mir nach wie vor sehr gut (vor allem der Charakter), dennoch bin ich mir nicht sicher, ob es wieder einen Mops geben wird. Zu viele Züchter legen nach wie vor keinen Wert auf Freiatmigkeit (obwohl sie dies vordergründig natürlich betonen) und züchten extreme Hunde, die zum Teil stark eingeschränkt sind. Solange die Züchter es NORMAL finden, dass ein Mops im Ruhezustand Atemgeräusche hat, wird sich nichts an der Zucht und damit an der Gesundheit ändern. Momentan tendiere ich eher auf einen Retromops, der ist zwar nicht FCI anerkannt, aber die Chance dass er freiatmend ist, ist doch grösser.
Bei der Bulldogge hatten wir zwar Glück in Anbetracht der Gesundheit, dafür wird in meinen Augen zu wenig auf wesenssichere Hunde geachtet, doch das ist ein anderes Thema...

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8

Donnerstag, 6. Juni 2013, 21:00

@Yasodhara
Super geschrieben :thumbsup:

Silvie

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9

Donnerstag, 6. Juni 2013, 21:53

Schwieriges Thema...

Ich denke es steht ausser Frage, dass in einigen Fällen dringender Handlungsbedarf von Seiten der FCI besteht.... ABER, ausserhalb der FCI ist es noch viel schlimmer. Bis auf ganz ganz wenige Ausnahmen, sind die Gründe für eine Dissidenzzucht / Schwarzzucht nämlich meistens das man sich den Papier und Kostenaufwand sparen möchte- dazu kommen noch je nach Rasse Gesundheitstests, ZZP, Ankörung und evtl. noch Ausstellungen, Leistungsprüfungen und und und...

Züchter, die aussteigen weil sie die Rasse wieder "gesünder" züchten wollen, finde ich zwar verständlich- aber irgendwo auch aussichtslos, denn der Rasse selber bringt das nichts- es ist sozusagen eine genetische Sackgasse. Diese Hunde werden niemals auf offiziellen Ausstellungen gezeigt oder angekört werden- dürfen niemals die offiziellen ZZP durchlaufen, bekommen daher auch nicht die Aufmerksamkeit die es bräuchte um die Lobby der entsprechenden Rasse zu erreichen.

Dann kommt für mich der letzte aber wichtigste Punkt- Eigenverantwortung!


Wenn ich innerhalb der FCI keinen einzigen Züchter finde, der gesunde Hunde meiner Wunschrasse hervorbringen kann, dann sollte ich vielleicht überdenken ob die Anschaffung dieser Rasse wirklich so erstrebenswert ist.
Es gibt so viele tolle Rassen, muss es wirklich eine sein die so extrem mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat? Denn eins muss man klar sagen- FCI oder Papierlos... wenn solche "Qualzuchten" nicht mehr gekauft werden, werden sie irgendwann auch nicht mehr produziert.

BlueHeeler

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Donnerstag, 6. Juni 2013, 22:15

Mischlinge können theoretisch gar nicht "gesünder" sein, da sie ja Kreuzungen aus Rassehunden sind und das eine oder andere Merkmal ja mitbekommen ??? ?( Das wär jetzt mal so mein verwirrter Gedanke um die späte Zeit... :lama:

wäre schön wenn man ein Umdenken erreichen könnte bzw. eine Änderung der Rassestandards und Reglementierung usw.
Das Umdenken muss aber in allen Köpfen stattfinden bei Züchtern, Hundehaltern und Verbänden. Mein ACD erfüllt auch nicht den Rassestandard optimal (2 cm zu klein und unerwünschte schwarzfärbung auf dem Rücken, was bei Arbeitslinien aber oft zu sehen ist) und deshalb wird man angefeindet... und das ist nicht mal eine Rasse, die mit großen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat. Ist nur ein Beispiel, wie viele Hundehalter sich in irgendwelchen Rassestandards verbeißen... da wird einem der Umgang mit dem Mischlingshundehalter aus Osteuropa fast schon lieber :halo:

Thema (Qual)zucht: ich kenne so einige Hundehalter, die sich über sowas erst dann Gedanken machen, wenn der Hund und das Problem da sind. Der erste Gedanke ist wohl der, wäre es schlimm dürfte es nicht gezüchtet werden. Ich kenne beispielsweise viele Erstlingshundehalter und kenne daher folgende Problematik: die Leute setzen sich doch erst beim nächsten Hund mit dem Thema auseinander. Zuerst wird gekauft was "in" ist oder eben einem gefällt.

Glaube daher Aufklärung und Umdenken beginnt doch am Besten zuerst bei Verbänden und Züchtern. Oder was meint ihr?
Hug a Heeler - you will love it! :herz:

Bones

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11

Donnerstag, 6. Juni 2013, 22:32

Zitat

Mischlinge können theoretisch gar nicht "gesünder" sein, da sie ja Kreuzungen aus Rassehunden sind und das eine oder andere Merkmal ja mitbekommen ??? ?( Das wär jetzt mal so mein verwirrter Gedanke um die späte Zeit... :lama:


Ja ist schon so. Klar kann man mit einem Langschnauzigen Hund z.B. nem Jacky den Mops freitatmender machen, wenn ich jetzt angenommen solche kreuzen möchte. Gaben aber beide oder nur einen elternteil PL, hat man wieder verschissen. Dann hat man zwar das eine Problem ausgemerzt, das andere ist aber weiter bestehen.

Ich denk aber dass der Genpool bei einigen Rassen extrem minimiert wird, wenn man auf jedes Fitzelchen achten muss. Da muesste man vielleicht nach und nach die Dispositionen ausmerzen und nicht alle auf einmal - einfach mein Gedanke, ich hab ehrlich kein Plan ?(

Zitat

Glaube daher Aufklärung und Umdenken beginnt doch am Besten zuerst bei Verbänden und Züchtern. Oder was meint ihr?

Das liegt einzig und allein in der Verantwortung der Welpenkäufer. Wenn jeder, mit der begruendung "ich verzichte so lange darauf, bis es endlich wieder wirklich gesunde Welpen gibt" eine Rasse absichtlich vom Kauf ausschliesst, wuerde man so evtl. ein umdenken erreichen. Das Risiko, dass die Rasse dann ausstirbt wär dann hald gegeben. Irgendwie ein Teufelskreis aber solange man die Zuechter nicht an den Hörnern packen kann und man bewusst irgendwelche Krueppel kauft, wird sich nie was ändern.

Ich find diese FB Seite noch intressant
https://www.facebook.com/qualzucht?fref=ts
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12

Donnerstag, 6. Juni 2013, 23:00

Zum Glück zieht bei mir nächstens kein Hund mehr ein, da mich meine beiden Weiber genug beschäftigen :lama:

Ich wüsste echt nicht, was für ein Hund ich mir ins Haus holen würde, Mischling, Papierli-Hund oder Rassehnund ohne Papiere.....


Qualzuchten sollten meiner Meinung nach verboten werden. Erst letzthin hat mir jemand erzählt, sie wolle sich einen Mops kaufen, weil man mit denen nicht so weit spazieren gehen müsse. Als ich ihr erklärte, dass diese Hunde viel zuwenig Luft bekommen, hat sie es mir nicht geglaubt :ugly:

Wie lange müssen Tiere wohl noch leiden wegen der Dummheit der Menschen?

Weil so ein riesiges Organ wie der FCI nicht gegen solche Schandtaten vor geht, werde ich höchst wahrscheinlich nie einen Papier Hund besitzen.

Bones

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13

Donnerstag, 6. Juni 2013, 23:16

Meinst du denn ernsthaft dass ein Papierloser Hund ein Garant ist, dass er gesund ist bzw. kann man einen kranken Mix eher als "shit happens" abbuchen, weil man da dem FCI nicht die Schuld zuschieben kann?

Wenn es sich um eine eigentlich gesunde Rasse handelt, warum dann nicht mit Papieren?
Hundeschule und Fleecetaue

Silvie

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14

Donnerstag, 6. Juni 2013, 23:17

Weil so ein riesiges Organ wie der FCI nicht gegen solche Schandtaten vor geht, werde ich höchst wahrscheinlich nie einen Papier Hund besitzen.
Ich wiederhole mich nur ungern, aber wie oben in meinem Beitrag bereits erwähnt, tragen WIR als "Kunden" die Verantwortung. Man kann nicht der FCI immer alles in die Schuhe schieben... je grösser ein Organ, desto langsamer bewegt es sich.


Bei dir hört es sich so an, als wären irgendwie ALLE Hunde die unter der FCI gezüchtet werden krank- dem ist ganz sicher nicht so.

Es wäre mal interessant zu vergleichen wie viele gesunde und kranke Rassenhunde mit und ohne Papiere geboren werden. Leider wird es so eine Statistik nie geben, denn die Dunkelziffer der Schwarzzuchten ist viel zu hoch, und viele Hunde werden gar nicht erst richtig untersucht, so dass man im Nachhinein schwer feststellen kann, welche Krankheiten tatsächlich genetisch bedingt, angeboren oder erworben sind.

Yasodhara

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15

Freitag, 7. Juni 2013, 08:02

Und bei mir hört es sich so an als ob alle Züchter ausserhalb des SKG und FCI ohne Gesundheitscheck, Ankörung, Zuchtstättekontrolle usw. wild vermehren würde. Einfach nur um ein paar Fränkli zu sparen.
Das stimmt einfach genauso wenig. Es gibt auch Dissidentzvereine die genauso hohe Anforderungen an ihre Mitglieder stellen und aber verantwortungsvoller und gewissenhafter mit dem Thema Hundezucht umgehen, als viele Herren und Damen die dem FCI/SKG angehören und meinen dadurch hätten sie nun alle Rechte und Weisheit automatisch erworben und können nun vom hohen Ross herunter tun und lassen was sie für richtig halten.
Mich für so eine Zuchtstätte ausserhalb des FCI/SKG zu entscheiden, nenne ich nicht weniger verantwortungsvoll, ja vielleicht noch verantwortungsvoller als einfach den einfacheren Weg zu gehen und zu sagen, ich habe einen (nur ein Beispiel) Mops mit FCI Papieren, also kann ICH nichts dafür dass er kaum atmen kann.

Pixel-Paws

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Freitag, 7. Juni 2013, 09:17

Super geschrieben, Yasodhara! :thumbsup:

Mir persönlich geht es zwar schon auch einerseits um die Gesundheit (es kann ja nicht sooo schlecht sein, wenn ich Disidenzzüchter kennen, die mehr Untersuchungen durchführen, wie die FCI vorschreibt, wohlverstanden, obwohl die Rasse Gesundheitliche Probleme hat), andererseits aber auch ums Wesen.

Es gibt Rassen, da wird einem übel, wie die durchs Leben gehen müssen. Als für mich krasse Beispiel gilt etwa der Collie. Ich finde es schrecklich, dass es von Rassehaltern und -kennern als völlig normal angeschaut wird, dass Collies enorm schreckhaft und ängstlich sind, besonders in den ersten Lebensjahren.

Schwieriger wird es, wenn es um eine Rasse geht, in deren Standart noch zu lesen ist, dass der Hund "Misstrauisch gegenüber Fremden" sein soll. Weil was genau ist Misstrauen? Heute würde man wohl eher Angst dazu sagen. Und ist es in der heutigen Zeit noch sinnvoll, solche Hunde zu züchten? Besonders, wenn sie dann noch jedes Weekend durch X Ausstellungen geschleift werden und von Hinz und Kunz begrabelt werden müssen?

Dann lieber Dissidenz, wo nicht mit Championtiteln geworben wird, jedoch mit Gesundheit.

Tabasco

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17

Freitag, 7. Juni 2013, 09:20

Das was es meiner Meinung nach in der Rassezucht der Hunde brauchen würde, ist Konkurrenz. Wenn sich die bereits schon dissidenten und alle mit der FCI unzufriedenen Züchter in einem neuen Verband organisieren würden, könnte es endlich Bewegung geben. Wenn dann die informierten Käufer ihre Welpen aus gesundheitlichen Überlegungen bei der Konkurrenz kaufen, und bald einmal klar wird, dass diese Hunde im Allgemeinen gesünder sind, käme der Markt zum spielen. Wer würde da noch bei der FCI kaufen wollen?

Crispy

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18

Freitag, 7. Juni 2013, 09:42

Ich glaube ja nicht, das die Rassezucht bzw die Züchter an sich die Hunde krank machen/züchten. Sondern eher die absurden Wünsche von den Käufern. Es wird das gezüchtet, was gefragt ist am Markt. Und da muss sich jeder auch mal selber fragen, ob er nicht etwas dazu beiträgt. Wunschfarben, Wunschfell (lieber weniger als mehr), Wunschgrösse usw hat doch jeder von uns eigentlich. Und wenns das dann noch in fast jeder Rasse gibt, umso besser.

Bones

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19

Freitag, 7. Juni 2013, 09:44

Zitat

ich habe einen (nur ein Beispiel) Mops mit FCI Papieren, also kann ICH nichts dafür dass er kaum atmen kann.


Doch, da kannst du sehr Wohl was dafür. Und zwar indem du schlicht und einfach keinen Mops kaufst und somit sowas nicht unterstützt. Man kann nicht für alles die FCI verantwortlich machen. Klar, lassen die sowas zu aber solange fröhlich weitergekauft wird, wird sich ja auch nix ändern, die Krüppeli werden ja trotzdem teuer verkauft. Man sollte nicht einfach jegliche Verantwortung von sich schieben und es der ach so bösen FCI und den bösen FCI-Züchtern zuschieben. Das geht einfach nicht. Die stinknormalen Hundehalter könnten extrem viel bewirken, indem sie einfach gewisse Rassen boykottieren. Aber warum sollte man sich denn auch die mühe machen, etwas zu ändern, solange es eh gekauft wird?

Sehr doch mal das ganze als Dienstleistung an. Solange ein Produkt (Welpe) gekauft wird, wird man auch nix dran ändern. Reklamieren aber viele Leute und kaufen dieses Produkt (Welpe) nicht mehr, liegts am Hersteller (Züchter/FCI), die Rezeptur (Rassedispositionen) zu verändern, damit der Kunde (Welpenkäpfer) zufrieden mit der Ware (Welpe) ist.

Was ich sehr intressant finde ist die Entwicklung der Meinungen. Vor 2 Jahren wurde man noch fast gelyncht, wenn man geschrieben hat, dass man lieber nen Welpen aus nem Dissidenzverein möchte. Retromops? Geht mal gaaar nicht, blöder Designerhund! FCI hier, FCI da, alles wunderbar und toll! Liest man den Diskussionsverlauf hier, liest man mehrheitlich, dass der FCI total böse ist. Was ist denn in dieser Zeit so schlimmes passiert? Möpse röchelten schon vor 2 Jahren vor sich hin, DSH's sahen auch vor 2 Jahren schon aus wie Frösche... Genau deshalb hab ich etwas mühe die Diskussion mir der eigentlich nötigen ernsthaftigkeit zu verfolgen.
Hundeschule und Fleecetaue

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20

Freitag, 7. Juni 2013, 09:53

Was ich sehr intressant finde ist die Entwicklung der Meinungen. Vor 2 Jahren wurde man noch fast gelyncht, wenn man geschrieben hat, dass man lieber nen Welpen aus nem Dissidenzverein möchte. Retromops? Geht mal gaaar nicht, blöder Designerhund! FCI hier, FCI da, alles wunderbar und toll! Liest man den Diskussionsverlauf hier, liest man mehrheitlich, dass der FCI total böse ist. Was ist denn in dieser Zeit so schlimmes passiert? Möpse röchelten schon vor 2 Jahren vor sich hin, DSH's sahen auch vor 2 Jahren schon aus wie Frösche... Genau deshalb hab ich etwas mühe die Diskussion mir der eigentlich nötigen ernsthaftigkeit zu verfolgen.

Das ist mir allerdings auch aufgefallen. ^^ Finde die Entwicklung sehr krass...

Ich muss dazu sagen, dass sich meine Meinung teils geändert hat. Ich war zwar schon immer für Rückzüchtungen, aber gegen das Züchtern ausserhalb der FCI. Musste da aber stark umdenken.

Allerdings spreche ich mich immer noch ganz klar gegen Designerdogs aus.

Zum Thema:
Ich habe durch June den riesen Tertz mitgekriegt, der um Ausstellungen gemacht wird. Ehrlich denke ich, dass es nicht die Leute sind, die so krasse Hunde wollen, sondern die Züchter. Die Leute wollen einen Hund, fertig. Wenn man wirklich nach den Leuten gucken würde, täte es inzwischen jede Rasse in Merle geben, und es gäbe überall blaue Augen, weil die Leute auf sowas stehen. Aber in Tat und Wahrheit lehnt die FCI solche Sachen strickte ab. Also stimmt die Aussage so nicht, dass der Käufer bestimmt, was gezüchtet wird!

Auch sind in der Regel nicht die Käufer die Ehrgeizigen, die den möglichst "perfektesten" Hund vorzeigen wollen. Das sind die Züchter, die wiederum die Hunde dann als Werbung benutzen und zum aufpollieren ihrer Egos, weil Hundchen wieder BOB und BIS abgeräumt hat.