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Silvie

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Mittwoch, 17. Dezember 2014, 12:05

Das Problem ist halt, dass die meisten Rassen ursprünglich irgendeine Aufgabe hatten- sprich waren es alle mal im weitesten Sinne "Gebrauchshunde", selbst viele Klein- und Zwerghunde waren Rattenfänger, "Alarmanlagen" oder "Schossbewacher" der vornehmen Damen.

Viele dieser Eigenschaften sind heute eher unerwünscht… das für eine Familie mit 2 Kindern die einfach nur einen "Begleiter" für Spaziergänge sucht eine Labbi aus Arbeitslinie eher ungeeignet ist, verstehe ich vollkommen und das die Züchter auf die neuen "Ansprüche" der heutigen Gesellschaft eingehen ist eigentlich nicht verkehrt- ABER, ist es notwendig sie dafür zu halben Krüppeln zu züchten?

Ein Hund mit ausgeglichenem Wesen wäre ja eigentlich ideal- der jetzt nicht unbedingt wie ein Arbeitshund fordert und durchdreht wenn er nicht beschäftigt wird, aber auch nicht unbedingt so ne teilnahmslose Schlaftablette.

Die meisten Retriever hier sind wirklich so wie Luna sie beschrieben hat- "Fässer" die neben den Kinderwagen "torkeln" und total desinteressiert an ihrer Umwelt sind. Da finde ich total traurig!

Es geht halt wirklich bei beiden Lagern oft ins extreme- auch was den Trieb anbelangt. Entweder man hat ein hyper nervöses Arbeitstier, oder so ne zugedröhnte Lusche die beim Laufen fast einpennt.

Tabasco

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Mittwoch, 17. Dezember 2014, 15:32

Zitat


Ein Hund mit ausgeglichenem Wesen wäre ja eigentlich ideal- der jetzt nicht unbedingt wie ein Arbeitshund fordert und durchdreht wenn er nicht beschäftigt wird, aber auch nicht unbedingt so ne teilnahmslose Schlaftablette.

Genau das finde ich auch. Viele Menschen möchten heute einen angenehmen Begleiter, der weder übertriebene äusserliche Showmerkmale hat, aber auch nicht mehr seinem ursprünglichen Verwendungszweck entsprechend gearbeitet werden will.

Hier müssten moderne Züchter doch eigentlich ansetzen. Solche gesunden (sowohl körperlich wie geistig) Hunde liessen sich bestimmt sehr gut verkaufen.

Aber nein, jede Rasse will unter allen Umständen beim ursprünglichen Verwendungszweck bleiben. Auch wenn nur noch wenige Hunde dies dann tatsächlich tun dürfen.

Magi

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Mittwoch, 17. Dezember 2014, 15:52

Die Frage ist dann halt, was passt zu einem Menschen wie mein Vater?

Er geht sehr gerne Spazieren, unter der Woche ist es bei 1 1/2 - 2 1/2 Stunden, dafür sind es am Wochenende zwischen 3-6 Stunden (aufgeteilt in 2 Spaziergänge).

Der Hund sollte sonst keine Beschäftigung benötigen wie irgendwelchen Sport. Normaler Jagdtrieb im Sinne auf Sicht, ist okay. Aber sollte kein Hardcorejäger sein. Zu Menschen sollte er freundlich sein, da er gerne mal in einem Restaurant einkehrt. Irgend etwas zwischen 40-60cm (also kein Bernhardiner und kein Chihuahua). Zu Hunden muss er nicht "Jupiduuh" sein aber auch nicht gleich explodieren.

In Laila hat er zum Glück den perfekten Hund gefunden, trotz Macken und Baustellen ist sie sehr zufrieden bei ihm. Sie macht zwar hie und da gern was mit mir aber sie braucht es nicht. Sie möchte einfach ihre Spaziergänge.
Wenn aber Laila nicht mehr sein sollte, nicht der perfekte Senior im Tierheim wartet. Was für eine Rasse wäre denn gesund und würde diesen Anforderungen entsprechen?

Und ich finde, Menschen wie mein Vater, die gab es schon immer und wird es immer geben. Wie ich finde zurecht, denn Laila ist ja glücklich. Und aktuell sind für genau solche die Showlinie gemacht. Auch wenn, wie Silvie schon sagte, auch diese viel zu extrem gezüchtet werden und das eigentliche Ziel verfehlt wird :/

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Danish

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Mittwoch, 17. Dezember 2014, 16:04

Magi - Goldie, Laghotto, Dalmatiner, altdeutscher Schäfi - fallen mir spontan ein......


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Silvie

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Mittwoch, 17. Dezember 2014, 16:12

Was für eine Rasse wäre denn gesund und würde diesen Anforderungen entsprechen?

Da würde mir jetzt Spontan der Pudel einfallen- klar, ist vom Aussehen nicht jedermanns Geschmack- aber rein vom Wesen finde ich diese Hunde immer cooler. :thumbup:

Magi

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Mittwoch, 17. Dezember 2014, 17:52

Der "echte" Golden war ja auch mal ein Jagdhund und erst jetzt durch SL und AL gibt es da unterschiedliche Typen.
Wenn ich eine Dana mit dem Nachbarsgolden vergleiche sind dazwischen Welten.

Dank eben SL Linien und "Weichspül" Züchter gibts doch einige Rassen die in Frage kommen, aber so bald man den Hund nach seinem eigentlichen Gebrauch wählen würde und die Rasse nur eine AL hätte, wärs wieder sehr knapp.

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Bones

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Mittwoch, 17. Dezember 2014, 17:58

Da wirst du sicher bei einigen Rassen in den Showlinien fündig. Danish und Silvie haben ja ein paar echt gute Rassen genannt, wobei ich mittlerweile einige Pudel kenne, die pure Workaholics sind und sich nicht damit zufrieden geben würden. Hab jetzt seit Juni nen Mittelpudel im Training. Dieser hatte anfangs nen "flick" ab. Kläffend wegrennen, dämliches tun, konzentrationsfähigkeit eines Goldfisches, ...! Hald so ne richtige Knalltüte. Seit er Agi machen darf, muss sich sein Verhalten im Alltag zu 180 Grad gedreht haben und auch im Training entwickelt er sich zu nem richtig geilen Agihund :thumbsup:

Ist hald schwierig wenn man dann doch plötzlich ein Arbeitstier bekommt, obwohl mans nicht wirklich wollte. Ich denke aber dass sich du und dein Vater bestimmt damit arrangieren könntet.

Wichtiger finde ich es mittlerweile, dass man sich gerade bei Showhunden mit den rassetypischen Krankheiten auseinandersetzt. Gibt ja z.B. einige Dalmatiner die hochallergisch auf alles mögliche sind. Ist dann hald auch wieder so ein eigentlich unnötiges Übel.
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Magi

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Mittwoch, 17. Dezember 2014, 18:27

Gut aktuell ist ja ein weiterer Hund hier kein Thema und Laila hat doch noch paar Jahre zu leben.
Finde ihn einfach immer das beste Beispiel dafür, dass es eben Weichspülhunde braucht die nicht dumm wie Brot sind aber auch keine Arbeitstiere.

Und all diese Rassen sind aus Arbeitshunden entstanden. Es gibt sicher Rassen, die sollte man nicht so weiter züchten wie man es jetzt tut, nur damit er Stadt tauglich wird.
Allen voran der Weimaraner. Was dem Nerven- und Gesundheitstechnisch angetan wird, nur damit jemand mitten in Zürich so ein Hund halten kann, ist abartig.

Bei den Retrievern gibt es aber durchaus eben Züchter die es geschafft haben auf Gesundheit und Wesen zu Züchten für nicht Jäger oder aktive Hundesportler.
Und das Rechtfertig für mich auch, dass man manche Rassen Weichspült.

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Mittwoch, 17. Dezember 2014, 21:11

Es gibt durchaus Züchter der Retriever welche sich sehr gut als Familien- und Begleithunde eignen. Diese Züchter haben auch ihre Vorstellungen an die Käufer und möchten auch dass ihre Hunde beschäftigt werden. Gerade mit einem Junghund ist das auch wichtig. Viele vergessen wenn sie länger einen älteren/alten Hund gehabt haben wie die Zeit damals war.

Ein Bsp. von Kollegen welche Golden-Retriever aus der Standardlinie züchten, keine Sofahunde aber auch keine für höchste Ansprüche was Leistung anbelangt. Sie haben für den nächsten Wurf einen Interssenten welcher schon ü 70ig und so gerne einen Welpen von ihnen hätte da sein geliebter Golden vor kurzem gestorben ist...Wegen des hohen Alters des Herrn wird er vermutlich keinen Welpen erhalten da sie das Risiko auch nicht eingehen möchten dass er dem Welpen/Junghund nicht mehr gewachsen sein könnte und auch dass der Hund vielleicht zurückgenommen und umplatziert werden muss weil der Halter schon älter ist. Es ist hart eine Absage erteilen zu müssen aber ein seriöser Züchter denkt in erster Linie an das Wohl seiner Schützlinge.

@Magi, es gibt auf den HP der div. Rasseclubs immer wieder einmal Hunde die umplatziert werden müssen....Vielleicht wäre das eine Möglichkeit einen nicht mehr ganz jungen Hund zu finden der passen würde. Der Mittelpudel käme mir auch in den Sinn :)

Luna

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Donnerstag, 18. Dezember 2014, 10:05

Klingt jetzt vielleicht etwas böse, aber ich finde es muss auch nicht "Hinz und Kunz" einen Hund haben. In der heutigen Zeit geht das stark in diese Richtung finde ich. Und dann extra solche Hunde zu züchten, die möglichst wenig an Bewegung, bzw. Aufwand benötigen, das find ich nicht so toll. In letzter Zeit fällt es mir sogar in meinem persönlichen Umfeld auf, dass bald jeder einen Hund möchte, optisch den Vorstellungen entsprechend aber möglichst wenig fordernd.

Magi: Für deinen Vater gibt es ganz viele Rassen, die da in Frage kommen, ihr findet sicher den passenden.

Flitter

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Donnerstag, 18. Dezember 2014, 10:42

...."Hinz u. Kunz" :D werden dann sicher bei den Vermehrern und/oder im Ausland fündig :ugly:Ich will nicht behaupten dass es immer so ist, aber wenn ich mich mit Leuten unterhalte wo ich den Hund im Verhalten und manchmal auch im Aussehen nicht ganz rassetypisch finde, kommt auf meine Frage nach seiner Herkunft nicht selten die Antwort: Bauernhof und/oder Ausland.

Das bringt auch die div. Rassen immer wieder in Verruf, sei es jetzt dass sie ungesund, überdreht, agro usw. sind und/oder eben nicht an die "richtigen" Menschen vermittelt wurden welche sich nur nach der Optik einen Hund gesucht haben.

Ich weiss von meiner Züchterin dass sie auch immer wieder mal Anfragen hat weil die Hunde der optischen Wunschvorstellung entsprechen, dass was auf ihrer HP steht wie die Anforderungen an die neuen Halter oder was sie ihnen erzählt wollen sie gar nicht Hören :lama:

Silvie

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Donnerstag, 18. Dezember 2014, 12:03

Klingt jetzt vielleicht etwas böse, aber ich finde es muss auch nicht "Hinz und Kunz" einen Hund haben. In der heutigen Zeit geht das stark in diese Richtung finde ich. Und dann extra solche Hunde zu züchten, die möglichst wenig an Bewegung, bzw. Aufwand benötigen, das find ich nicht so toll. In letzter Zeit fällt es mir sogar in meinem persönlichen Umfeld auf, dass bald jeder einen Hund möchte, optisch den Vorstellungen entsprechend aber möglichst wenig fordernd.
Du sprichst mir echt aus der Seele!

Der Mensch ist leider oft ein sehr egoistisches Wesen.

Ich hab das Gefühl heute achtet man überhaupt nicht mehr auf das Bedürfnis der einzelnen Rassen…
Das beste Beispiel ist für mich der Boom den Border & Aussies in den letzten ca. 10 Jahren erlebt haben.

Dies sehen so hübsch aus, haben ne gute Grösse und gelten als sehr intelligent bzw. gelehrig. Man kann ihnen ja so schön viele Tricks beibringen etc. - so die Theorie…. die Realität sieht dann meistens ganz anders aus. Unterforderte, hyper nervöse, Autos und Möbel hütende, kläffende Psychos… um das ganze mal sehr überspitzt auszudrücken.

Natürlich kann auch ein Border ein guter Familienhund sein- aber dafür müssen die Voraussetzungen stimmen, und die können nur die wenigsten 0 8 15 Besitzer wirklich schaffen.

Allgemein gilt: kann oder will man nicht sie Zeit aufbringen einen Hund (egal welcher Rasse) artgerecht auszulasten, sollte man sich besser ein Stofftier kaufen. Es ist nicht die Idee das man von jeder Rasse eine "Valium- Version" züchtet nur damit auch der letzte faule Sack sich einen Mali für's Sofa holen kann, weil der so schön zur Einrichtung passt. :lama:

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Donnerstag, 18. Dezember 2014, 13:21

So sieht aber die Realität aus. Jeder darf sich einen Hund anschaffen und zwar jeden beliebigen. Sofern die Rasse nicht diskriminiert ist und der Käufer dafür bezahlt.

Und der Markt für schicke oder putzige Hunde ist nunmal viel größer als der für Gebrauchshunde die niemand mehr braucht.

Und da ich zentral zwischen genau zwischen den teils illegalen Massenvermehrern von Modehunden in Modefarben lebe, kriege ich sehr genau was sich da abspielt.
Daher denke ich inzwischen fast ich das die Rassehundzucht eher ein Luxusproblem ist
Viele Grüße
Andrea und Pack

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Donnerstag, 18. Dezember 2014, 13:45

Eben weil es ja genug solcher Modehunde gibt, finde ich soll man die sog. Gebraushunderassen auch Gebraushunderassen sein lassen und sie nicht zu Sofa-Malis und Fass-Labis heranzüchten.

Und auch die noch soooo putzigen Hündchen sind eben trotzdem immer noch Hunde und keine Stofftiere. Und weil man sie in Handtaschen rumschleppt und sie schön putzig anzieht, sie schrecklich (meine persönliche Meinung) frisiert und sie nicht mehr wie Hunde behandelt, darum gibt es von denen auch immer mehr Problemhunde. Denn auch der noch so kleinste und putzigste "Schischi-Hund" hat eben doch ein paar Bedürfnisse, denen Rechnung getragen werden muss, damit er nicht zum Terror-Zwerg mutiert. Deshalb, ich bleib dabei: Sehr viele Leute sollten keinen Hund haben, nicht nur keinen Gebrauchshund sondern einfach schlichtweg gar keinen Hund.

Feli02

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Donnerstag, 18. Dezember 2014, 19:38

Sehr viele Leute sollten keinen Hund haben, nicht nur keinen Gebrauchshund sondern einfach schlichtweg gar keinen Hund.
Dem kann ich mich nur 100 % anschliessen
Viele Grüße
Andrea und Pack